Stellenanzeigen KI im Bewerbungsprozess: Es kommt drauf an

Von Johannes Büttner 2 min Lesedauer

Eine aktuelle Studie besagt: Wer sich für eine Arbeitsstelle interessiert hat, kann gut mit Stellenanzeigen leben, die mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Anders sieht es allerdings aus, wenn die KI den Auswahlprozess übernehmen soll.

Die Zahl der Bewerbungen leidet laut einer Studie nicht darunter, wenn Stellenanzeigen mithilfe von KI erstellt werden.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die Zahl der Bewerbungen leidet laut einer Studie nicht darunter, wenn Stellenanzeigen mithilfe von KI erstellt werden.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Bewerber und Bewerberinnen befürworten es, wenn Arbeitgeber künstliche Intelligenz zur Beschleunigung des Bewerbungsprozesses oder zur Formulierung von Stellenanzeigen verwenden. Allerdings sind sie skeptisch, wenn KI-Anwendungen in die Personalauswahl integriert werden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der HR-Beratung Königsteiner. Das Marktforschungsinstitut Bilendi hatte im Auftrag der Königsteiner-Gruppe bundesweit 1023 Beschäftigte befragt.

41 Prozent der Befragten bewerten Stellenanzeigen auf KI-Basis als positiv und nur 22 Prozent als negativ. Ähnlich fällt das Meinungsbild zu Unternehmenstexten auf Karrierewebsites aus. Wenn diese mit ChatGPT & Co. erstellt wurden, finden das 39 Prozent gut und lediglich 23 Prozent schlecht. Wesentlich kritischer stehen die Studienteilnehmer Vorstellungsgesprächen mit Chatbots oder mit Avataren gegenüber: Nur jeder Fünfte befürwortet sie, die Hälfte lehnt sie dagegen kategorisch ab.

Interessant ist, dass viele Bewerber KI-Anwendungen im Bewerbungsprozess deutlich positiver sehen als etwa in der Personalauswahl. 45 Prozent bewerten Unternehmen, die KI-Tools zur Personalauswahl einsetzen, zwar als innovativ. Doch ebenso viele halten das für abschreckend. Wenn darüber hinaus die KI auch noch die Personalentscheidung übernimmt, bewerten das 61 Prozent der Menschen negativ und lediglich 19 Prozent positiv.

Jüngere Menschen offener für KI

Königsteiner-Geschäftsführer Nils Wagener kommentiert: „Keine Frage: Künstliche Intelligenz wird auch die Arbeitswelt nachhaltig verändern. Derzeit stehen wir aber noch am Anfang dieser Entwicklung. Unsere Zahlen zeigen: Noch sind es vor allem jüngere Beschäftigte, die mit entsprechenden Tools arbeiten. Arbeitgeber sind also gut beraten, ihre Belegschaften behutsam mit auf die gemeinsame KI-Reise zu nehmen.“

Dazu passt, dass derzeit ein knappes Viertel der Beschäftigten einen hohen oder sehr hohen Mehrwert in der Nutzung künstlicher Intelligenz für die tägliche Arbeit sieht. Bei den 18- bis 29-Jährigen ist sind es wesentlich mehr, nämlich schon fast die Hälfte.

In der beruflichen Praxis spielt KI aktuell noch eine vergleichsweise kleine Rolle. Lediglich 13 Prozent der befragten Beschäftigten geben an, dass sie im Rahmen ihrer täglichen beruflichen Arbeit immer oder oft mit KI-Anwendungen in Kontakt kommen. Weitere 26 Prozent berichten von einer gelegentlichen beruflichen Tuchfühlung mit KI. Noch geringer ist der Anteil der Menschen, die KI-Tools regelmäßig für Bewerbungen oder die Jobsuche einsetzen. Überdurchschnittlich hoch ist allerdings wiederum der Nutzungsgrad bei jüngeren Beschäftigten zwischen 18 und 29 Jahren.

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