Vier kompetente Referenten liefern kompakt relevante und praxisnahe Informationen für Lehrkräfte und Ausbildende – das Ausbildungsforum Fahrzeugtechnik ist seinem Erfolgsrezept treu geblieben.
Moderator und Referenten des Ausbildungsforums Fahrzeugtechnik.
(Bild: autoFACHMANN)
Das Thema Gesellenprüfung beschäftigt nicht nur Azubis, sondern auch die Ausbildenden an den verschiedenen Lernorten. Egal, ob Ausbilder im Betrieb, Trainer an einer überbetrieblichen Bildungsstätte, Lehrkraft in einer Berufsschule oder Ausbildungsverantwortliche in der Innung – über kurz oder lang kommen alle mit dem Thema in Berührung.
Demzufolge stieß die diesjährige Ausgabe des Ausbildungsforums Fahrzeugtechnik auf großes Interesse, stand das Onlineformat doch unter dem Titel „Fit für die Gesellenprüfung“. Moderator Carsten Berg vom ZDK konnte dazu vier kompetente Referenten begrüßen, die verschiedene Aspekte des Themas beleuchteten. Dabei lieferten sie nicht nur praxisrelevante Informationen, sondern standen auch für Rückfragen zur Verfügung. Davon machten die Teilnehmer des Ausbildungsforums gerne und ausgiebig Gebrauch.
Prüfungsvorbereitung
Den Auftakt gestaltete Carsten Bar von Europa-Lehrmittel mit seinem Vortrag „Lückenfüller – wie schon fünf Minuten im Unterricht helfen können, die Prüfung zu bestehen“. Den Begriff der Lücke interpretierte er dabei doppelt. Zum einen ging es um inhaltliche Lücken, die im Vorfeld der Prüfung zu füllen sind; zum anderen um zeitliche Lücken, die man für diesen Lernprozess nutzen kann. Als Beispiele dafür nannte Bar die Ankommensphase zu Beginn einer Unterrichtseinheit oder die verbleibende Zeit am Ende einer Stunde.
Diese Randzeiten könne man sinnvoll nutzen, um Wissen zu vertiefen. Ein Mittel der Wahl können dabei laut Bar sogenannte Learning Nuggets sein, also kurze und prägnante Lerneinheiten, die sich vielfältig, flexibel und mobil einsetzen lassen. Am Beispiel des „Prüfungsdocs“ von Europa zeigte er seinen Zuhörern, wie eine solche Prüfungsvorbereitung aussehen kann.
Smarte Strategien, wie sich künstliche Intelligenz (KI) in Unterricht und Prüfungsvorbereitung einsetzen lässt, vermittelte im Anschluss Edgar Schmidt aus der Redaktion autoFACHMANN. Er griff zunächst aktuelle Studien und Medienberichte auf, wonach KI den Lernprozess behindere. Dies könne durchaus der Fall sein, so Schmidt – aber nur, wenn sie falsch eingesetzt wird. Richtig angewandt steigere KI dagegen die Motivation der Azubis und fördere so den Lernprozess. Als Praxisbeispiel nannte er die Aufgabe, mithilfe von KI einen Deutsch-Rap-Song zu einer physikalischen Formel zu erstellen – das Ergebnis konnte sich hören lassen.
Generell empfahl der Referent Azubis wie Ausbildenden, sich niemals ungeprüft auf die Ergebnisse einer KI zu verlassen. Zudem gab er Hinweise zum richtigen Prompten, denn die Qualität des Ergebnisses stehe und falle mit der Qualität des Prompts. Mit guten Befehlen lasse sich das Werkzeug KI sinnvoll einsetzen. Jedoch könne KI niemals einen Ausbilder oder Lehrer ersetzen, bilanzierte Schmidt.
Durchführung der Prüfung
Der zweite Vortragsblock befasste sich dann mit der Gestaltung der Prüfung selbst. Kevin Weihofen von Dr.-Ing. Paul Christiani informierte über Möglichkeiten zur Gestaltung einer praktischen Prüfung an HV-Systemen. Anhand eines fiktiven Kundenauftrags führte er seine Zuhörer durch einen gesamten Ablauf von der Fehlermeldung im Kombiinstrument über die Diagnose und den Austausch eines Moduls bis zur abschließenden Überprüfung.
Gerade beim Thema Hochvolt ist bekanntlich der Sicherheitsaspekt besonders wichtig. Können hier eventuell virtuelle Aufgaben eine Alternative darstellen? Weihofen glaubt dies nicht. VR-Brillen und Ähnliches könnten niemals die Praxis ersetzen, auch nicht in der Prüfung. Sehr wohl aber könnte Virtual Reality eine sichere Ergänzung darstellen.
Mit der Prüfungssystematik und den Rahmenbedingungen der Gesellenprüfung befasste sich abschließend der Prüfungsexperte beim ZDK, Daniel Winkler. Er führte unter anderem durch die Themen und Inhalte, die in Teil I und II der Gesellenprüfung für Kfz-Mechatroniker in Theorie und Praxis behandelt werden. Zudem gab er Tipps und stellte Hilfsmittel zur Verfügung, mit denen die Prüfungsausschüsse ihre Aufgabe rechtssicher erfüllen können.
Stand: 08.12.2025
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Insbesondere in der praktischen Prüfung sei eine gute und nachvollziehbare Dokumentation der Prüfung und ihrer Ergebnisse das A und O, so Winkler. Darüber hinaus beantwortete er zahlreiche Fragen zu den komplexen juristischen Themen, mit denen sich Prüferinnen und Prüfer immer wieder auseinandersetzen müssen. Aber die Prüfungsausschüsse haben eben eine äußert verantwortungsvolle Aufgabe, nämlich sich um die Qualität des Handwerks und die Zukunft der Fachkräfte zu sorgen.