Ausbildungsforum Kaufmännische Autoberufe Gelungene Premiere

Von Johannes Büttner 3 min Lesedauer

Von der Entstehung neuer Berufe über moderne Lernformate und aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen bis zum chinesischen Automarkt reichten die Themen des ersten „Ausbildungsforums Kaufmännische Autoberufe“. Ausbildende und Lehrkräfte konnten sich kostenlos online informieren.

Das Ausbildungsforum Kaufmännische Autoberufe feierte am 19. September Premiere.(Bild:  autoKAUFMANN)
Das Ausbildungsforum Kaufmännische Autoberufe feierte am 19. September Premiere.
(Bild: autoKAUFMANN)

Wer in der Ausbildung tätig ist, sollte fachlich immer auf dem aktuellen Stand der Dinge sein und sich deswegen stetig weiterbilden. Andererseits sind Ausbildende und Lehrkräfte im Tagesgeschäft stark eingespannt und es fehlt an der Zeit, zu Seminaren und Kongressen zu reisen. Eine Ausweg aus dieser Misere wollen das Ausbildungsmedium autoKAUFMANN, der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK), die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) und die Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kfz-Gewerbe (BFC) mit ihrem neuen „Ausbildungsforum Kaufmännische Autoberufe“ bieten. Die Online-Weiterbildung fand am 19. September zum ersten Mal statt.

Wie entsteht ein neuer kaufmännischer Ausbildungsberuf? So lautete die erste auf dem Forum behandelte Frage. Die Antwort darauf gab Simon Grupe von der DIHK. Regelmäßig würden Verbände und Interessengruppen neue Berufsbilder vorschlagen, doch die Mehrzahl werde abgelehnt. Grund dafür sei, dass die Inhalte bereits in bestehenden Berufen abgebildet seien und in zu kleinen Berufen auch der Berufsschulunterricht schwierig zu organisieren sei. Deswegen gehe der aktuelle Trend weg von Splitterberufen und stattdessen hin zu Spezialisierungsmöglichkeiten in bestehenden Ausbildungsberufen.

Trotzdem seien auch in jüngster Vergangenheit neue Ausbildungen wie zum Beispiel für Kaufleute für E-Commerce entstanden. Das geschehe in einem mehrjährigen Verfahren, an dem Bundesministerien und die Kultusministerkonferenz, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften beteiligt sind. Dabei werden neben der Ausbildungsverordnung auch Rahmenlehrpläne und Prüfungsordnungen geschaffen. Der Aufbau der Prüfungen und die Erstellung der dortigen Fragen waren dann der abschließende Punkt von Grupes Referat.

Das für den Inhalt passende Format

Miriam Piepers und Holger Zietz aus dem Team des autoKAUFMANN erläuterten am Beispiel des offiziellen Ausbildungsmediums, wie sich sich digitales Lernen in die kaufmännische Ausbildung integrieren lässt. Die Wissenschaft sei sich einig: Sowohl digitales Lernen als auch das klassische Papier haben ihre Stärken und damit ihre Daseinsberechtigung, berichtete Piepers. Es gelte, für jeden Inhalt das passende Format auszuwählen.

Wie das der autoKAUFMANN tut, zeigte sie anhand einiger Beispiele, während Zietz den Umgang mit dem Programm aus der Sicht der verschiedenen Beteiligten demonstrierte. Das kam gut bei den Teilnehmern an, die unter der Modeartion von Daniel Winkler (ZDK) immer wieder die Möglichkeit zu Fragen und Feedback hatten.

Einen Überblick über die betriebswirtschaftlichen Themen, die aktuell das Kfz-Gewerbe beschäftigen, lieferte ZDK-Referent Marcus Weller. Den Schwerpunkt legte er dabei auf die Wertentwicklung von gebrauchten Elektrofahrzeugen. Das Jahr 2024 sei in dieser Hinsicht schwierig, und das werde sich im kommenden Jahr auch nicht ändern, prognostizierte er. Überbestände der Hersteller könnten zu einem Preiskampf bei Neuwagen führen, der sich negativ auf die Restwerte auswirke. Damit würden batterieelektrische Fahrzeuge preislich doppelt unattraktiv, weil zum höheren Anschaffungspreis ein geringerer Restwert als bei Verbrennern komme.

Die Rolle chinesischer Hersteller

Wie sich chinesische Hersteller auf dem deutschen Automarkt schlagen, beleuchtete im Anschluss Mats Gasper (ebenfalls ZDK). Bislang würde deren Angebot mit einem Marktanteil von unter einem Prozent noch auf wenig Käuferinteresse stoßen. Beim Vergleich der verschiedenen Marken könne man feststellen, dass diejenigen eher Erfolge verbuchen können, die beim Vertrieb auf den Vertragshandel setzen.

Aber vielleicht haben die chinesischen Hersteller bisher auch noch nicht die richtigen Produkte nach Deutschland und Europa gebracht? Diese These vertrat Sylvia Gerl. Die BFC-Geschäftsführerin berichtete von der Reise nach Peking und Shanghai, die sie gemeinsam mit Studierenden unternommen hat.

Vor Ort seien zum Teil ganz andere Marken und Modelle zu deutlich attraktiveren Preisen zu sehen als hierzulande, so Gerl. Sie hätten in China technisch hervorragende und bestens ausgestattete Fahrzeuge gesehen. „Was bislang gekommen ist war, nur eine Probierstube. Da kommt noch was“, gab sich Sylvia Gerl überzeugt.

Übrigens: Wer am Ausbildungsforum kaufmännische Autoberufe nicht teilnehmen konnte, kann sich unter www.autofachmann-autokaufmann.de/webinare eine Aufzeichnung der Veranstaltung ansehen.

Und auch für technische Ausbilder und Lehrkräfte gibt es ein Ausbildungsforum. Es findet am 25. September statt. Anmeldungen sind ebenfalls unter www.autofachmann-autokaufmann.de/webinare möglich.

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