BIBB-Analyse Erholung auf dem Ausbildungsmarkt

Von Johannes Büttner 2 min Lesedauer

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vermeldet für 2023 ein Plus bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser bezeichnet die Zahlen als erfreulich, zufrieden stellen würden sie ihn aber nicht.

BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser nennt die Zahlen zwar erfreulich, aber nicht zufriedenstellend.(Bild:  BIBB - Bundesinstitut fuer Berufsbildung)
BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser nennt die Zahlen zwar erfreulich, aber nicht zufriedenstellend.
(Bild: BIBB - Bundesinstitut fuer Berufsbildung)

Der deutsche Ausbildungsmarkt erholt sich langsam von den starken Einbußen, die er seit Beginn der Coronapandemie zu verzeichnen hatte. Im Berichtsjahr 2023 wurden laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) bundesweit 489.200 duale Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das entspricht einem Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt verbleibt die Zahl der Neuabschlüsse aber weiterhin um 35.900 Verträge (-6,8 %) unter dem Niveau von 2019 vor Ausbruch der Coronapandemie.

Für seine Analysen hat das BIBB die eigene Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum Stichtag 30. September sowie die Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit herangezogen. Detaillierte Ergebnisse für einzelne Berufe und Regionen werden in den nächsten Wochen folgen.

Ein erfreuliches Ergebnis ist der Umstand, dass nach den Rückgängen in den Vorjahren 2023 die Nachfrage der Jugendlichen nach einer dualen Berufsausbildung wieder zugenommen hat, und zwar um 17.300 auf 552.900 (+3,2 %). Auch das Angebot an Ausbildungsstellen nahm in vergleichbarem Umfang zu (+18.600 beziehungsweise +3,4 %) und liegt nun bei 562.600. Damit übertraf das Angebot zum zweiten Mal in Folge die Nachfrage der Jugendlichen.

Immer größere Passungsprobleme

Allerdings nahmen auch die Schwierigkeiten weiter zu, das Ausbildungsangebot der Betriebe und die Nachfrage der Jugendlichen zusammenzuführen. Sowohl der Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen als auch der Anteil der erfolglos suchenden Ausbildungsplatznachfrager/-innen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Bundesweit blieben 2023 rund 73.400 Ausbildungsstellen unbesetzt. Gleichzeitig hatten 63.700 junge Menschen zum Stichtag 30. September noch keinen Ausbildungsplatz gefunden.

Die verbesserte Ausbildungsbilanz ist für BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser zwar ein „erfreuliches Ergebnis“, das uns aber nicht zufrieden stellen könne. „Die Zahlen liegen immer noch deutlich hinter denen aus dem Jahr 2019 zurück. Dazu haben die Passungsprobleme weiter zugenommen.“

Gefragt seien laut Esser insbesondere eine die Jugendlichen erreichende Berufsorientierung sowie verbesserte Maßnahmen zur Unterstützung der Mobilität von Auszubildenden. Auch Klein- und Kleinstbetriebe bräuchten mehr Unterstützung, wenn es um die jugendgerechte Akquise von Schulabgängerinnen und Schulabgängern geht, vor allem bei der digitalen Kommunikation in den sozialen Netzwerken.

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