Gewerkschaftsstudie Azubis leiden unter der Pandemie

Redakteur: Johannes Büttner

Die Coronakrise hat Auszubildenden und jungen Berufstätigen zugesetzt. Zu diesem Befund kommt die Studie „Plan B“, der IG Metall. Die jungen Menschen würden sowohl beruflich als auch persönlich unter der Pandemie leiden.

Christiane Benner von der IG Metall appelliert an die Betriebe, die Fachkräfte der Zukunft zu fördern.
Christiane Benner von der IG Metall appelliert an die Betriebe, die Fachkräfte der Zukunft zu fördern.
(Bild: IG Metall/Alexander Paul Englert)

Die Corona-Pandemie hat die Ausbildungs- oder Erwerbssituation, das persönliche Wohlbefinden sowie die Zukunftspläne junger Menschen erheblich beeinträchtigt. Zu diesem Ergebnis kommt die Jugendstudie „Plan B“ der IG Metall. Gemeinsam mit dem Jugendforscher Simon Schnetzer hat die Gewerkschaft insgesamt 3.229 junge Menschen befragt – Auszubildende, dual Studierende und Berufstätige.

Die Studie zeige deutlich, wie die Corona-Pandemie die junge Generation beruflich und privat geprägt habe, und dass dringend Handlungsbedarf bestehe, heißt es in einer Erklärung der Gewerkschaft. Laut Erhebung klagt die Hälfte der befragten Auszubildenden über eine schlechtere Motivation. 43 Prozent meinten, ihre Ausbildung habe an Praxisbezug verloren. Und 53 Prozent gehen davon aus, dass sich durch diese Zeit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verschlechtert hätten.

Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, erklärte bei der Präsentation der Studie: „Wir haben hier schwarz auf weiß vorliegen, in was für einer unsicheren und herausfordernden Situation sich junge Menschen gerade befinden. An dieser Stelle appelliere ich an die Arbeitgeber: Tut alles, was möglich ist! Nutzt die Ausbildungsprämie, denkt an die Zukunft und dass ihr die Fachkräfte in der Transformation dringend brauchen werdet.“

Die Gewerkschafterin warnte, dass ohne Gegenmaßnahmen ein Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Fachkräftemangel drohe. In der Jugendstudie sagen knapp 40 Prozent der jungen Erwachsenen, dass sie sich aufgrund der Corona-Pandemie beruflich komplett oder teilweise umorientieren würden. Viele Jugendliche seien also ohne Perspektive oder müssen sich diese neu schaffen, so Benner.

Doch nicht nur beruflich, auch persönlich hatte die Pandemie-Zeit erhebliche Folgen für die junge Generation. 61 Prozent der Befragten geben an, dass sich ihre psychische Gesundheit währenddessen verschlechtert habe. Fehlende soziale Kontakte, Ängste und Unsicherheit prägen die jungen Erwachsenen. Jeder zweite Befragte gab an, das Gefühl zu haben, das eigene Leben nicht mehr kontrollieren zu können.

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