Studie der KKH

Corona stresst Auszubildende stark

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Depressive Symptome

Der letzte Lockdown hat laut Umfrage 42 Prozent der Studierenden und 36 Prozent der Auszubildenden psychisch stark belastet. So berichten knapp zwei Drittel der Berufsanfänger, dass sie während der Viruskrise bislang häufiger demotiviert waren. Rund jeder Zweite war darüber hinaus tagsüber häufiger müde oder erschöpft.

Je fast 40 Prozent der Befragten wiesen zudem depressive Symptome auf oder waren schneller gereizt als üblich. Rund ein Viertel der Hochschüler und Lehrlinge berichtet außerdem von körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Verspannungen sowie von Ein- oder Durchschlafproblemen.

„Wenn jemand psychisch gesund ist, herrscht ein Gleichgewicht zwischen Belastung und Ressourcen“, erläutert Aileen Könitz, Ärztin und Expertin für psychiatrische Fragen bei der KKH. Die Pandemie habe dieses Gleichgewicht bei vielen jungen Menschen ins Wanken gebracht. Einerseits sei die Belastung wegen unsicherer Zukunftsaussichten, bröckelnder Tagestrukturen, fehlenden Austauschs und somit auch fehlender sozialer Unterstützung sowie mangelnden Ausgleichs gestiegen.

Andererseits seien die Bewältigungsressourcen geschrumpft. Die nach wie vor anhaltende Schwebesituation setzt vor allem denjenigen zu, die bereits vor der Krise unter psychischen Problemen gelitten haben.

Umso erstaunlicher ist, dass fast die Hälfte der Auszubildenden und Studierenden auf eigene Strategien setzt, um solch hohe Belastungen zu bewältigen. Fast ein Drittel von ihnen sucht hingegen in einem solchen Fall Rat bei Freunden oder der Familie.

Sowohl von einer Selbstbehandlung als auch vom Aussitzen stressbedingter Beschwerden (das würden 18 Prozent der Befragten tun), rät die KKH-Ärztin ab – vor allem wenn Symptome wie Niedergeschlagenheit und Erschöpfung länger anhalten oder stärker werden. Bei anhaltenden psychischen Problemen rät Aileen Könitz zu professioneller Hilfe: „Mit einer neutralen Person zu sprechen, die nicht zum familiären Umfeld oder zum Freundeskreis gehört, sich aber mit der Lebenssituation von Auszubildenden und Studierenden auskennt, kann sehr hilfreich sein.“

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