Innenraumüberwachung Das Auto passt auf

Autor / Redakteur: Von Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Künftig müssen Kamerasysteme im Auto darauf achten, ob der Fahrer müde oder abgelenkt ist. Die Technik kann jedoch noch mehr: Sie kann Daten zum Gesundheitszustand erfassen. Das ermöglicht ganz neue Assistenzfunktionen.

Innenraumsensoren sollen die Sicherheit verbessern und werden zur Pflichtausstattung.
Innenraumsensoren sollen die Sicherheit verbessern und werden zur Pflichtausstattung.
(Bild: Continental)

Wenn Autos künftig autonom fahren sollen, brauchen sie nicht nur zuverlässige Sensoren, die das Umfeld beobachten. Auch die Innenraumsensorik übernimmt eine wichtige Rolle. Denn es wird immer wieder Verkehrssituationen geben, in denen es sinnvoll ist, dass das Auto die Fahraufgabe an den Fahrer zurückgibt.

Um eine solche Übergabe sicher zu ermöglichen, muss das System wissen, ob der Fahrer dazu gerade in der Lage ist, ob er schläft oder vielleicht in ein Buch vertieft ist. Informationen dazu sollen künftig kleine Innenraumkameras in Verbindung mit zusätzlichen Sensorinformationen und Software liefern.

Der Zulieferer Continental hat ein System entwickelt, das solche Daten mittels Kamera und Radarsensoren erfassen kann. Die Hardware für die Kamera ist so klein, dass sie sich laut Unternehmensangaben problemlos in einem Display unterbringen lässt. Der Radarsensor wird so im Fahrzeug positioniert, dass er alle Bereiche des Innenraums sicher erfasst.

Laut Continental erfüllt das System alle Anforderungen der Europäischen Kommission, die ab 2024 für die Typgenehmigung neuer Fahrzeuge Systeme zur Fahrer- und Fahrzeugüberwachung vorschreibt. Diese müssen beispielsweise erkennen, ob der Fahrer müde oder unaufmerksam ist. Die Euro-NCAP-Organisation wird den Einbau von Innenraumkamerasystemen bereits ab 2023 bei der Beurteilung der Fahrzeugsicherheit belohnen.

Doch solche Systeme können noch mehr: Das „Cabin Sensing“ von Continental ist nämlich in der Lage, neben Objektbewegungen auch gesundheitliche Parameter zu erfassen wie beispielsweise Puls, Atemrate oder Körpertemperatur. Erkennt das System einen gesundheitlichen Notfall, kann es das Fahrzeug sicher zum Stehen bringen.

Es kann aber auch schon vorher agieren und den Fahrer auf einen bedenklichen Gesundheitszustand hinweisen. Einem angespannten Insassen könnte es zudem Entspannungsmusik vorspielen. Es gibt sogar schon Ideen, solche Gesundheitsdaten mit dem Einverständnis des Fahrers an einen Arzt zu übermitteln.

Die Digitalisierung des Wellness- und Gesundheitsmarktes ist derzeit im vollen Gange. Experten erwarten hier künftig enorme Zuwächse. Darum entwickeln aktuell noch mehr Unternehmen Sensoren, die Gesundheitsdaten berührungslos erfassen können. Mit der richtigen Software gekoppelt, könnten die Systeme in vollautomatisierten Autos die Insassen dann als Gesundheitscoach beraten und damit die Fahrzeit sinnvoll ausfüllen.

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