Geschichte des Autoradios

Der gute Ton

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 15 Kilogramm Gewicht 

An der technischen Weiterentwicklung in den USA beteiligte sich in den 1920er-Jahren beispielsweise auch Bosch. So stammt das erste serienmäßig in Europa gefertigte Autoradio schließlich auch von Bosch. Es hieß Autosuper 5 (AS5) und wurde 1932 vom Tochterunternehmen Ideal-Werke (das im selben Jahr den Markennamen Blaupunkt einführte) auf der Funkausstellung in Berlin präsentiert. Das Gerät wog 15 Kilogramm und war ein absolutes Luxusgut. Fünf Stück kosteten laut Bosch so viel wie ein damaliger Kleinwagen.

Zu dieser Zeit war es üblich, dass nur die kompakte Bedieneinheit direkt am Armaturenbrett befestigt war. Das voluminöse Empfangsteil und der Verstärker hingegen fanden an anderer Stelle Platz: etwa im Kofferraum. Das AS5 war bereits vergleichsweise kompakt, und die Technik konnte unterhalb des Armaturenbretts verbaut werden. Schon wenige Jahre später wurden die Autoradios nahtlos ins Fahrzeug und in dessen Bedienkonzept integriert. Beispielsweise über eine runde Senderskala direkt neben den Instrumenten im Blickfeld des Fahrers.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Autoradios dann noch einmal deutlich kompakter und konnten komplett ins Armaturenbrett inte­griert werden. Etwa im Mercedes- Benz 170 S (W 136), dem ersten Oberklassefahrzeug der Marke nach dem Zweiten Weltkrieg: Radios wie das 1949 vorgestellte Becker AS 49 waren für diesen Typ ab März 1950 als Sonderausstattung lieferbar. Ein eng verwandtes Autoradio vom Typ Becker Solitude mit Rundskala steht heute als Exponat im Mercedes- Benz-Museum.

Mit dem Wirtschaftswunder der 1950er-Jahre startete auch das Autoradio in eine neue Blütezeit. Ultrakurzwellensender (UKW) boten damals eine verbesserte Empfangsqualität. Weitere Verbesserungen waren Stationstasten und Sendersuchlauf. Transistortechnik, Kassettenlaufwerk und Stereoklang folgten in den Sechzigerjahren. In den Siebzigern wurde dann das Autofahrer-Rundfunk-Informationssystem (ARI) eingeführt, das Verkehrsmeldungen im Programm automatisch erkannte und die Lautstärke leicht anhob.

 Die Digitalisierung 

Seither wird der Rundfunkempfang im Auto kontinuierlich um ein ganzes System digitaler Medien- und Informationstechnik erweitert. Entscheidende Schritte waren unter anderem die Integration des CD-Spielers in den Achtzigerjahren und die Verknüpfung mit der Navigationstechnik in den Neunzigerjahren.

Ein Meilenstein für die Vernetzung der Systeme in Mercedes-Benz-Automobilen war die Einführung des Anzeige- und Bediensystems „Comand“. Es hatte 1998 in der S-Klasse der Baureihe 220 Weltpremiere. Heute ist das Autoradio bei vielen Herstellern Teil eines individualisierbaren, digitalen Infotainmentsystems, das bei Mercedes MBUX (Mercedes-Benz User Experience) heißt.

Ob digitaler Rundfunk, Streaming übers Smartphone oder MP3 vom USB-Stick – wer heute im Auto Musik auf klanglichem Topniveau genießt, profitiert von der vielfältigen Technikgeschichte des Autoradios. Manche Ideen wie ein mobiler Schallplattenspieler fanden keine große Verbreitung. Andere Erfindungen wie der CD-Wechsler im Handschuhfach waren sehr beliebt – aber schon bald von der Entwicklung der digitalen Medientechnik überholt.

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