Andreas Schuck hat bei den Berufsweltmeisterschaften Worldskills in Lyon bei den Nutzfahrzeug-Mechatronikern die Silbermedaille gewonnen. Bei den Pkw-Spezialisten erreichte Manuel Schmied eine Exzellenz-Medaille.
Die deutschen Kfz-Mechatroniker Manuel Schmied (li.) und Andreas Schuck waren bei den Worldskills erfolgreich.
(Bild: Büttner - VCG)
Mit einer Silbertrophäe und einer Exzellenz-Medaille im Gepäck ist das deutsche Kfz-Gewerbe von der Weltmeisterschaft der Berufe Worldskills 2024 aus Lyon (Frankreich) zurückgekehrt. Andreas Schuck von der Daimler-Truck-Niederlassung in Würzburg belegte im Skill Nutzfahrzeugtechnik den zweiten Rang. Manuel Schmied von Auto Schmied in Arnstorf (Niederbayern) erreichte in der Kfz-Mechatronik eine Exzellenz-Medaille.
Andreas Schuck musste genau wie seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter vier Tage lang an insgesamt sieben Stationen jeweils drei Stunden lang sein Können unter Beweis stellen. Auf dem Programm standen eine Achsvermessung, Arbeiten am Motormanagement, eine Bremsenstation, die Komfortelektrik, sowie zwei Stationen, in denen Fehler am Motor zu beheben waren.
Hinzu kam die Arbeit an einem Elektrotruck, die aber nicht in die Wertung einfloss. Die Aufgaben waren so gestellt, dass sie in der knapp bemessenen Zeit zum Teil kaum zu lösen waren. Doch nur so lässt sich unter den Top-Kandidaten der oder die allerbeste herausfiltern.
Intensive Vorbereitung
Das war schlussendlich Sophie Schumacher aus der Schweiz. „Sie war unter dem Strich eindeutig die beste und hat hochverdient gewonnen“, bilanzierte der deutsche Experte Thomas Holzmann. Mit seinem Schützling war er aber auch überaus zufrieden: „Die Medaille ist der verdiente Lohn für das viele Training.“
Unter anderem hatte Andreas Schuck seit seiner Teilnahme an den Euroskills vor einem Jahr an Testwettkämpfen in Abu Dhabi, Österreich, der Schweiz und Frankreich teilgenommen. Hinzu kam ein Trainingslager der deutschen Kfz-Gewerbes bei Holzmanns Arbeitgeber Toni Maurer mit internationalen Gästen.
Und der Silbermedaillengewinner selbst? Er war am Ende des Wettkampfs zunächst einmal froh, nun alles geschafft zu haben. Die Tage seien äußerst anstrengend gewesen, hätten aber auch sehr viel Spaß gemacht. Der sollte sich wenige Stunden später noch deutlich steigern, als Christophe Martin von Renault Trucks Frankreich bei der Siegerehrung unter dem Jubel der deutschen Fans seinen Namen aufrief.
Acht komplexe Stationen
Die Ehrung der besten Kfz-Mechatroniker für den Bereich Pkw fand erst einen Tag später im Rahmen der offiziellen Abschlussfeier statt. Zuvor hatten die Pkw-Spezialisten aus 36 Ländern von allen Kontinenten im Rahmen ihres Wettkampfs acht Stationen mit teilweise kombinierten Aufgaben zu bewältigen. Das Programm reichte von verschiedenen Fehlersuchen am Motor über Bremsen, Getriebe und Achsvermessung bis zu Fahrerassistenzsystemen sowie Diagnosen an der Komfortelektronik und an einem Hochvoltsystem.
Das Wettkampfequipment wurde von verschiedenen Sponsoren zur Verfügung gestellt. Zum Teil hatten sie eigens für die Worldskills neue Fehler in ihre Schulungsmodelle eingebaut. Und zwar „ganz besonders fiese Fehler“, wie der deutsche Experte Franz Havlat bemerkt. Aber auch hier gilt: Nur auf diese Weise lässt sich innerhalb weniger Tage die absolute Elite unter den besten Kfz-Mechatronikern aus aller Welt ermitteln.
So berichtete Manuel Schmied schon während des Wettkampfs von Schwierigkeiten an insbesondere zwei Stationen. „Aber er hat sich sehr gut durchgekämpft“, lobte Bundestrainer Franz Havlat, der die Worldskills als deutscher Experte begleitete. Und tatsächlich drehte sein Teilnehmer am Ende nochmal auf und war bei der letzten Aufgabe sogar schon vor der Zeit fertig.
Als Lohn gewann Manuel Schmied wie schon bei den Euroskills vor einem Jahr eine Exzellenz-Medaille. Damit werden diejenigen Kandidaten ausgezeichnet, die es zwar nicht ganz auf das Treppchen geschafft haben, aber trotzdem außergewöhnlich gute Leistungen gezeigt haben. Die Medaille war der Lohn für das Engagement, das der frischgebackene Kfz-Meister neben der Meisterschule für die Wettkampfvorbereitung an den Tag gelegt hat. Unter anderem nahm er auch an einem Vorbereitungswettkampf in China teil.
Erfolg für China
Dort hatte er bereits die Gelegenheit gehabt, sich mit den Allerbesten zu messen, wie die Worldskills Lyon zeigten: Der chinesische Teilnehmer Shaohui Yang gewann den Wettkampf letztendlich souverän vor dem Schweizer Nevio Bernet und Anthony Minotti aus Kanada.
Stand: 08.12.2025
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Unterstützung vor Ort erhielten die deutschen Kfz-Mechatroniker von ehemaligen Wettbewerbsteilnehmern. Der Kfz-Weltmeister von 2022, Stefan Mißbach, hatte dabei eine offizielle Funktion inne. Als einer der Teamleader der deutschen Nationalmannschaft hatte er die Aufgabe, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei allen möglichen organisatorischen Fragen und Problemen abseits der Wettkämpfe zu unterstützen. Außerdem waren Jörg Stotz, Tobias Zander und Clemens Böhm nach Frankreich gereist, um ihre Nachfolger anzufeuern.
Zahlen zu den Worldskills
Die 47. WM der Berufe fand vom 10. – 15. September statt. Rund 1.400 junge Fachkräfte aus 70 Nationen stellten in 62 Disziplinen ihre berufliche Exzellenz unter Beweis. Begutachtet wurden sie dabei von zahlreichen erfahrenen internationalen Experten. Tausende Besucherinnen und Besucher sorgten in den Messehallen von Lyon für begeisterte Stimmung. An der Eröffnungs- und Schlussfeier nahmen auch hochrangige Ehrengäste teil; allen voran der französische Präsident Emmanuel Macron, der die 47. Weltmeisterschaft offiziell eröffnete.
Die deutsche Berufe-Nationalmannschaft war mit 42 Spitzenfachkräften in 37 Disziplinen aus den Bereichen Industrie, Handwerk und Dienstleistung Höchstleistung vertreten. Am Ende reichte es für insgesamt 31 Medaillen, allerdings nur acht Podestplätze. Die einzige deutsche Goldmedaille gewann Yves Joel Gottmann aus Hessen in der Disziplin Digital Construction. Eine Silbermedaille erreichte neben Andreas Schuck unter anderem auch der Fahrzeuglackierer Jason Scherer.
Der Geschäftsführer von Worldskills Germany Hubert Romer bezeichnete das Ergebnis in seinem Resümee als „wirklich gut auch wenn wir gerne noch das eine oder andere Edelmetall gewonnen hätten. Wir haben viele Exzellenzmedaillen erzielen können und die Punktwerte der Teilnehmenden waren sehr hoch.“ Die deutsche Nationalmannschaft sei im Ganzen deutlich besser geworden, doch das internationale Niveau sei ebenfalls sehr weit nach vorne geschritten.