Schrauberblog Die Kfz-Influencer

Von Johannes Büttner

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Vor fünf Jahren gründeten zwei Kfz-Mechatroniker-Meister aus dem Berchtesgadener Land den „Schrauberblog“. Heute haben Marco ten Hagen und Christian Cloppenburg rund 350.000 Abonnenten, die ihnen auf Instagram, Tiktok, Facebook und Youtube folgen.

Marco ten Hagen (li.) und Christian Cloppenburg in ihrer Schrauberwerkstatt.
Marco ten Hagen (li.) und Christian Cloppenburg in ihrer Schrauberwerkstatt.
(Bild: Büttner/autoFACHMANN )

In einer Kfz-Werkstatt kommt man tagtäglich mit kuriosen, unterhaltsamen, witzigen Dingen in Kontakt. Seien es „spezielle“ Kunden, irre Schäden an Fahrzeugen oder unkonventionelle Vorgesetzte und Kollegen. Hinzu kommt der ganz normale Wahnsinn in der Schule. Wer dann auch noch in seiner Freizeit an einem Projektfahrzeug he­rumschraubt, hat jede Menge zu erzählen – am liebsten natürlich Gleichgesinnten, die die Erlebnisse nachvollziehen und kommentieren können.

Genau das dachten sich Christian Cloppenburg und Marco ten Hagen, als sie 2016 die Meisterschule in Passau und Traunstein besuchten. Sie gründeten eine Whatsapp-Gruppe, in der sie Anekdoten über ihre Lehrer austauschten. Daraus entwickelte sich eine Facebook-Gruppe namens „KFZler United“, die heute noch besteht und rund 15.000 Mitglieder umfasst. Sie tauschen sich fachlich aus und leisten sich gegenseitig Hilfestellung, zum Beispiel bei Diagnoseproblemen. Das Schwarmwissen hilft dabei, auch verzwickten Fehlern auf die Spur zu kommen.

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Noch wesentlich mehr Leute sprechen Marco und Christian mit ihrem 2017 gegründeten Schrauberblog an. Vor fünf Jahren als Blog im eigentlichen Sinn mit Beiträgen gestartet, hat sich daraus inzwischen eine Marke entwickelt, die vor allem auf Social Media aktiv ist. „Dort können Beiträge viel besser viral gehen, wir können mehr Interessenten erreichen“, nennt Christian Cloppenburg die Vorteile dieser Vorgehensweise.

Auf allen Kanälen

In der Tat konnte sich der Schrauberblog auf Instagram jahrelang über rund 1.000 neue User pro Woche freuen. In den vergangenen beiden Jahren kam Tiktok als weiterer wichtiger Kanal hinzu. Geradezu klassisch gibt es auch noch eine Seite und Gruppen auf Facebook sowie einen Youtube-Kanal.

Und natürlich die eigene Website www.schrauberblog.com, über die die beiden Merchandise-Artikel wie Sticker, Caps und Hoodies an ihre Fans verkaufen.

Wichtigstes Motiv auf ihren Produkten ist und bleibt neben dem Schrauberblog-Logo das Meme, mit dem sie ihren Erfolg begründet haben. Der Spruch „Knall fest die Scheiße“ ist viral gegangen, brachte Zehntausende neue Abonnenten auf Social Media und steht wie kein zweiter für den Schrauberblog. Dementsprechend ist er auch vielfach auf Stickern, T-Shirts und nicht zuletzt dem Ehrenschrauber-Zeugnis zu lesen.

Memes, die Erlebnisse und Proble­me aus dem Alltag thematisieren, sind auch heute noch der wichtigste Kitt, der die Schrauberblog-Community zusammenhält. Allerdings stößt diese so langsam an die Grenzen ihres Wachstums. Neu hinzu kommen in erster Linie noch Azubis, die gerade erst ihre Ausbildung begonnen haben. Wer schon länger in der Kfz-Welt unterwegs ist, kennt den Schrauberblog. Nicht zufällig belegte er in einer Analyse des Fachportals „Storyclash“ aus diesem Jahr den sechsten Platz in der Rangliste der wichtigsten „Automotive Influencer“ – und zwar weltweit!

Eine Internationalisierung über den deutschsprachigen Raum hi­naus oder die Beschäftigung mit anderen Zielgruppen jenseits der Kfz-Branche wären nun theoretisch noch Möglichkeiten, die Reichweite spürbar auszuweiten. Doch keine der beiden Optionen kommt für die Macher infrage. Sie sind mit der aktuellen Situation nach eigener Aussage glücklich und zufrieden. Zudem sei es ihre große Stärke, dass sie als gelernte Kfzler verschiedene Stufen und Positionen im Kfz-Gewerbe durchlaufen haben und als echte Mechatroniker glaubwürdig auftreten können.

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