Batterieprüfung

Gesundheitstests für die Batterie

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Werkstatttester nutzen

Beim „Battery Quick Check“ von TÜV Rheinland, Hella Gutmann und Twaice liest der Mega-Macs-Werkstatttester während eines rund einstündigen Werkstattaufenthalts verschiedene Daten über die OBD-Schnittstelle aus dem Fahrzeug aus. Während des Tests ist das E-Auto an eine Wallbox oder eine mobile Ladestation angeschlossen, eine Probefahrt ist nicht notwendig. Die ausgelesenen Strom-, Spannungs- und Temperaturwerte der HV-Batterie werden anschließend via Internet in die Datenbank gesendet und dort durch intelligente Algorithmen ausgewertet.

Wichtig dabei ist, dass der SoH-Bericht die individuelle Alterung der Batterie unabhängig von den Algorithmen des Fahrzeugherstellers berücksichtigt. Das Ergebnis der Berechnung ist der „Battery Quick Check Report“, ein unabhängiger, vom TÜV Rheinland zertifizierter Zustandsbericht der Traktionsbatterie.

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Beim Testverfahren von Mahle liest der „Tech-Pro“-Werkstatttester nicht nur Daten über die OBD-Schnittstelle aus, sondern auch über die Ladesteckdose. Dafür arbeitet Mahle mit Volytica Diagnostics zusammen, einem Softwareentwickler aus Dresden, der sich unter anderem auf Batterietestverfahren spezialisiert hat.

Dieser wertet die vom Diagnosegerät erfassten Daten in der Cloud aus und stellt anschließend sämtliche relevanten Informationen über den Zustand der Fahrzeugbatterie bereit. Bei diesem Test soll eine Analyse der Batteriegesundheit innerhalb von zehn Minuten möglich sein. Die Messung erfolgt zudem unabhängig davon, welche Daten der Fahrzeughersteller über den OBD-Port bereitstellt.

Einen Schnelltest für die Bestimmung des SoH hat auch die Dekra entwickelt. Für diesen reicht laut Unternehmensangaben eine kurze Testfahrt mit einer Beschleunigung von rund 100 Metern. Dabei werden über die OBD-Schnittstelle verschiedene Batteriekenndaten ausgelesen und in einer Datenbank mithilfe eines komplexen Algorithmus ausgewertet.

Um ein belastbares Ergebnis zu bekommen, hat die Dekra für jeden Fahrzeugtyp im Vorfeld bei Messfahrten unter unterschiedlichen Bedingungen Basisdaten ermittelt und aufbereitet. Die Messergebnisse beim Test werden dann von der Software anhand dieser typspezifischen Basisdaten bewertet. Das Verfahren wurde nach Angaben der Dekra von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen validiert und ist international patentiert.

Batterie fast leerfahren

Der Premium-Test des Batterieanalyse-Spezialisten Aviloo erfolgt über eine Testbox, die speziell für das zu testende Fahrzeug konfiguriert wurde. Hierfür muss der Anwender die Batterie des Fahrzeugs vor dem Test zu 100 Prozent vollladen und dann die Box über die OBD-Schnittstelle mit dem Fahrzeug verbinden. Anschließend hat er sieben Tage Zeit, das Fahrzeug im Normalbetrieb bis auf einen Ladestand von unter zehn Prozent leer zu fahren. Dabei darf er jedoch nicht zwischenladen, da der Test sonst abgebrochen wird.

Die Analysebox zeichnet während des Tests mehrere Millionen Datenpunkte auf und sendet diese via Internet in die Datenbank, damit sie in die Analyse einfließen. Während der Testdauer wird der Fahrer in der zugehörigen Web-App und per SMS permanent über den aktuellen Stand des Tests informiert. Zwei Tage, nachdem der Test beendet ist, bekommt er dann ein Batteriezertifikat mit dem genauen SoH-Wert.

Aviloo bietet auch einen schnelleren Test an. Bei dem liest die Analysebox innerhalb von rund drei Minuten Daten aus dem stehenden Fahrzeug und sendet diese an die Datenbank. Dort werden die Daten ausgewertet und mit Referenzdaten verglichen. Das Ergebnis bekommt der Anwender direkt im Anschluss an den Test. Dieses Verfahren hat jedoch keinen SoH-Wert zum Ergebnis, sondern sagt nur, ob die Batterie noch in Ordnung ist oder ob sie in einer umfangreicheren Diagnose geprüft und gegebenenfalls repariert werden müsste.

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