Drei Jahrzehnte lang hat Joachim Syha die Ausbildung im Kfz-Handwerk geprägt und weiterentwickelt. Als technischer Bildungsreferent beim ZDK begleitete er alle Reformen des Berufsbilds – vom Mechaniker bis zum Mechatroniker.
Joachim Syha war in der Berufsbildung des ZDK 35 Jahre lang Ansprechpartner für die Weiterentwicklung des Ausbildungsberufs im Kfz-Handwerk.
(Bild: ZDK)
„Sag niemals nie“ – das gilt auch für Joachim Syha. 35 Jahre lang war der gelernte Kfz-Mechaniker und Diplom-Ingenieur im Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) die zentrale Figur, wenn es um die Weiterentwicklung und Anpassung der Aus- und Weiterbildungsverordnungen im Kfz-Handwerk ging. Nun verabschiedet sich Syha in den Ruhestand. Wie er seine freie Zeit gestalten wird, lässt er offen.
Als technischer Bildungsreferent in der ZDK-Abteilung Berufsbildung prägte Syha seit Ende der 1980er-Jahre maßgeblich die Modernisierung der Ausbildung und Weiterbildung im Kfz-Handwerk. Sein Grundsatz: Die Inhalte einer Verordnung müssen mit den Entwicklungen der Fahrzeugtechnik Schritt halten, damit die Kfz-Betriebe dementsprechend ausbilden können. Etwa alle zehn Jahre sei eine Anpassung nötig, damit Auszubildende das lernen, was sie in der Autowerkstatt tatsächlich brauchen.
Diese Prozesse begleitete Syha über Jahrzehnte mit großem Engagement. Zunächst stand die Reform der technischen Aus- und Weiterbildung an. „Kupferleitungen in den Fahrzeugen wurden zunehmend von digitalen Datenleitungen abgelöst“, erinnert sich Syha. Immer mehr Elektronik hielt Einzug ins Auto – 1991 folgte die Etablierung der Weiterbildung zum Kfz-Servicetechniker, die seit 1998 mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen werden kann.
Vom Kfz-Mechaniker zum Kfz-Mechatroniker
1998 wurden zudem die beiden Handwerke Kfz-Mechaniker- und Kfz-Elektriker-Handwerk zusammengeführt – Elektronik und Assistenzsysteme bestimmten längst den Werkstattalltag. „Unter anderem wurde das ABS-System verpflichtend und die elektronische Gemischaufbereitung war Standard in einem Fahrzeug“, so Syha. 2001 erfolgte die Modernisierung der Kfz-Meisterverordnung und daraus entstand dann im Jahr 2003 der Beruf Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunktbereichen, dessen Struktur 2013 präzisiert wurde und bis heute Bestand hat. „2003 war vieles noch unklar. Es war klar, dass alternative Antriebe eine Rolle spielen werden. Aber welche sich durchsetzen, wusste zu dem Zeitpunkt niemand.“
Ein gefragter Referent: Joachim Syha bei Ausbildertagen von Innungen und Landesverbänden im Kfz-Gewerbe.
(Bild: Edgar Schmidt - VCG)
Wenn die Inhalte des Kfz-Mechatronikers zu reformieren sind, muss man laut Syha heute auf das Jahr 2036 blicken und einschätzen, welche Fahrzeuge mit entsprechenden Assistenzsystemen bis dahin auf den Markt kommen. „Klar ist, dass das autonome Fahren eine zunehmende Rolle spielen wird. Vieles weiß die Autoindustrie im Moment selbst nicht. Auch was mit dem Verbrenner passiert, ist noch nicht sicher absehbar“, sagt Syha. Sicher sei jedoch, dass sie als Old- und Youngtimerfahrzeuge weiter in den Kfz-Werkstätten zu reparieren sein werden.
Hinter solchen Anpassungen stecken oft jahrelange Gespräche und Verhandlungen mit allen Beteiligten. „Im Schnitt kann man sagen, dass das über hundertjährige Kfz-Handwerk alle zehn Jahre seine Verordnung anpassen muss. Das betrifft auch die überbetrieblichen Ausbildungsstätten, die Ausbildungsinhalte und die Prüfungen.“ Um für zukünftige Entwicklungen flexibel zu bleiben, müssen die Inhalte möglichst klar und zugleich offen formuliert sein, um flexibel zu bleiben. „In der Berufsbildungsarbeit gilt das Konsensprinzip: Die Formulierungen werden im Einverständnis und in Absprache mit den Partnern – Arbeitgebern, Gewerkschaften und der Autoindustrie – getroffen.“
International gefragter Kfz-Ausbildungsexperte
Im ständigen Austausch mit Beiräten, Ausschüssen, dem ZDH und Bildungseinrichtungen war Syha stets tief in die Prozesse eingebunden. Dadurch wurde er auch auf internationaler Ebene ein gefragter Experte für das Kfz-Ausbildungswesen. Er unterstützte unter anderem den Aufbau der Kfz-Meisterprüfung nach deutschem Vorbild in Indonesien und die Qualifizierung von Karosseriefachpersonal in Israel.
Auch aus den USA, Indien, Japan, der Schweiz und Malaysia erreichten ihn Anfragen. „Die Erfahrungen halfen mir, über den Tellerrand zu schauen und zu erkennen, wo Deutschland mit seinem Ausbildungsberuf im internationalen Vergleich steht.“ Sein Fazit: „Alle schauen mit Neid auf das duale Ausbildungssystem in Deutschland, das dennoch keiner in seinem Land umsetzen kann.“
„Jetzt müssen Jüngere ran“, sagt der 66-Jährige, der sein Büro inzwischen geräumt hat und sich auf den neuen Lebensabschnitt freut. Wenn er auf seine Zeit im ZDK zurückblickt, erinnert er sich an viele Projekte, in die er Herzblut investierte –etwa auch die Einführung des Restaurators im Handwerk, einer Weiterbildung auf Masterniveau oder die Etablierung von Zusatzqualifikationen für die Reparatur von Old- und Youngtimern, bevor das Wissen und die Qualifikationen mit den Babyboomern in Rente gehen. Kein Wunder: Syhas Leidenschaft für Oldtimer ist nach wie vor ungebrochen.
Stand: 08.12.2025
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