Freisprechungen 2025/2026 Kfz-Ausbildungsbetriebe finden schneller neue Fachkräfte

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

Die Kfz-Innungen feiern derzeit landesweit ihre Freisprechungen – ein Grund zum Feiern trotz Herausforderungen. Genaue Zahlen liegen nicht vor, doch dürften wieder gut 10.000 junge Kfz-Mechatronikerinnen und Mechatroniker ihre Ausbildung erfolgreich beendet haben.

Bei der Lossprechungsfeier der Kfz-Innung Region Stuttgart wurden auf der Retro Classics 200 Absolventen in den Gesellenstand gehoben. Erstmal wurde der Rolf-Weeber-Preis für einen „Vorbildlichen Team-Worker“ vergeben. Neben den offiziellen Ehrungen bot die Lossprechungsfeier den Absolventen auch die Gelegenheit, gemeinsam mit ihren Familien, Freunden und Ausbildern auf ihre Erfolge anzustoßen und den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung zu feiern. (Bild:  Wolfgang List)
Bei der Lossprechungsfeier der Kfz-Innung Region Stuttgart wurden auf der Retro Classics 200 Absolventen in den Gesellenstand gehoben. Erstmal wurde der Rolf-Weeber-Preis für einen „Vorbildlichen Team-Worker“ vergeben. Neben den offiziellen Ehrungen bot die Lossprechungsfeier den Absolventen auch die Gelegenheit, gemeinsam mit ihren Familien, Freunden und Ausbildern auf ihre Erfolge anzustoßen und den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung zu feiern.
(Bild: Wolfgang List)

Jeder erfolgreich ausgebildete Geselle ist für Autohäuser und Werkstätten angesichts des wachsenden Fachkräftemangels im Kfz-Gewerbe ein Lichtblick. Entsprechend stolz feiern die Betriebe und Innungen die Winterfreisprechungen ihrer Absolventinnen und Absolventen – unabhängig von der Größe der Veranstaltungen.

Auch für die Kfz-Innung Region Stuttgart war der Anlass ein Grund zur Freude: Gemeinsam mit rund 500 Gästen feierten Obermeister Torsten Treiber und Geschäftsführer Christian Reher am 20. Februar 2026 auf der Retro Classics die Lossprechungsfeier des jüngsten Jahrgangs.

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Laut Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ist das Kfz-Handwerk weiterhin Deutschlands stärkster Ausbildungszweig. Insgesamt befanden sich 2025 rund 73.500 junge Menschen in Ausbildung. Zwar ging die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge leicht zurück – um 2,6 Prozent auf 23.436 Kfz-Mechatronikerinnen und -Mechatroniker. Doch blieb das Niveau im Vergleich zu anderen Gewerken stabil.

Kfz-Gewerbe bleibt größter Ausbilder

Bei den Automobilkaufleuten zeigte sich ein stärkerer Rückgang um 5,5 Prozent auf 5.406 Neueintritte, während Lackierer und Karosseriebaumechaniker nahezu konstant blieben. Die bundesweit zurückgehende Zahl an Ausbildungsplätzen (minus 4,6 Prozent auf 530.300) spiegelt laut BIBB die konjunkturelle Abkühlung wider. Dennoch gilt: Wer selbst ausbildet, kann offene Stellen besser besetzen.

„Das hohe Niveau der Vertragszahlen belegt die weiterhin große Attraktivität unseres Gewerks. Die Transformation hin zu Elektromobilität, Digitalisierung und vernetzter Fahrzeugtechnik macht den Beruf des Kfz-Mechatronikers anspruchsvoll, aber zugleich auch zukunftssicher“, betont Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün.

ZVK/BIV-Umfrage zeigt Stärken und Handlungsbedarf

Eine Umfrage des BIV/ZVK unter rund 1.000 Ausbildungsbetrieben bestätigt die Bedeutung der dualen Ausbildung als zentrales Instrument für den Fachkräftenachwuchs. Gleichzeitig sehen die Betriebe Anpassungsbedarf angesichts der technologischen Entwicklung in den Bereichen Elektrik, Hochvolt, Software und Assistenzsysteme.

Herausforderungen sind laut der Befragung unter anderem zu wenige qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber, Ausbildungsabbrüche, Fehlzeiten und fehlende Soft Skills. Praktika gelten als wirksames Mittel, um geeignete Talente frühzeitig zu identifizieren.

Die Studie unterstreicht zudem den steigenden Bedarf an Kompetenzen rund um E-Mobilität, Digitalisierung und alternative Antriebe. „Morgens ein Golf Cabrio, mittags ein BEV – Tradition und Moderne verschmelzen“, sagt Grün. Die Betriebe fordern mehr Schulungen für Ausbilder, aktuelle Lehrmaterialien und gezieltes digitales Nachwuchsmarketing. „Erfolg ist Mannschaftsspiel“, so Grün weiter.

Appell der Verbände: Jetzt ausbilden!

Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün und ZDH-Präsident Jörg Dittrich rufen Betriebe dazu auf, auch weiterhin in die Ausbildung zu investieren. Nach dem Motto „Nach der Freisprechung ist vor dem Ausbildungsbeginn“ betonen sie die Chancen einer dualen Berufsausbildung im Handwerk. Digitale Tools wie der „ Berufe-Checker“, die App „Handwerk Heroes“, das Lehrstellenradar und lokale Ansprechpartner von Handwerkskammern unterstützen Jugendliche bei der Berufswahl.

Betriebe sind aufgerufen, Praktika anzubieten und ihre Werkstätten für Interessierte zu öffnen. „Praxisnahe Berufsorientierung funktioniert am besten dort, wo junge Menschen echten Einblick in den Arbeitsalltag bekommen. Das leistet ganz toll die Initiative #wasmitautos. Mit Azubi-Stories, dem Betriebefinder und interaktiven Infos können Jugendliche schon vor dem ersten Praktikum herausfinden, welcher Kfz-Beruf zu ihnen passt und warum eine Ausbildung im Handwerk so viele Chancen bietet.“

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