Sprachbarrieren Kfz-Translator hilft Azubis

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

Eine vom Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein gemeinsam mit der DAT und der Topmotive-Gruppe entwickelte Übersetzungs-App kommt in den Kfz-Werkstätten und Autohäusern gut an. Ziel ist es, Sprachbarrieren bei jungen Migranten zu überwinden. Davon überzeugte sich auch Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen.

Schleswig-Holstein: Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (Mitte) testet den Kfz-Translator im Beisein von Anja Pleus, Inhaberin und Geschäftsführerin Topmotive, und Björn Bigga, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein.(Bild:  Eva Biederbeck)
Schleswig-Holstein: Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (Mitte) testet den Kfz-Translator im Beisein von Anja Pleus, Inhaberin und Geschäftsführerin Topmotive, und Björn Bigga, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein.
(Bild: Eva Biederbeck)

Im Volkswagen-Zentrum Kiel geht es an diesem Morgen um mehr als nur um Autos: Im Mittelpunkt steht eine App, die helfen soll, Sprachbarrieren in der Kfz-Ausbildung zu überwinden.

Der „Kfz-Translator“ ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Landesverband des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein, der Topmotive-Gruppe und der Deutschen Automobil Treuhand (DAT). Rund 400.000 Fachbegriffe aus dem Werkstattbereich stehen Nutzern in 28 Sprachen zur Verfügung – darunter seit Kurzem auch auf Arabisch. Die Idee zur App entstand aus einer alltäglichen Herausforderung: Viele junge Menschen mit technischem Verständnis und Begeisterung für Fahrzeuge, jedoch mit Migrationshintergrund, scheitern in der Ausbildung an den sprachlichen Hürden der deutschen Prüfungsordnungen und den Fachbegriffen.

Stolz auf ihre App: (v. l.) Jan-Nikolas Sontag (Geschäftsführer Landesverband Schleswig-Holstein), Nina Eskildsen (Präsidentin Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein), Entwickler André Klinkert und Geschäftsführerin Anja Pleus (beide Topmotive).(Bild:  Verband des Kfz-Gewerbes SH)
Stolz auf ihre App: (v. l.) Jan-Nikolas Sontag (Geschäftsführer Landesverband Schleswig-Holstein), Nina Eskildsen (Präsidentin Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein), Entwickler André Klinkert und Geschäftsführerin Anja Pleus (beide Topmotive).
(Bild: Verband des Kfz-Gewerbes SH)

Wie lässt sich „Drehmomentschlüssel“ übersetzen?

Ihre deutschen Sprachkenntnisse können für den Alltag ausreichend sein, nicht jedoch in der Werkstatt. Übliche Übersetzungshilfen helfen wenig weiter, wenn der Azubi beispielsweise einen Drehmomentschlüssel anreichen soll. Für alle Beteiligten ist das schwierig und für mögliche Auszubildende frustrierend.

„Wir können es uns nicht leisten, junge Leute mit handwerklichem Talent zu verlieren“, sagt Anja Pleus, Geschäftsführerin der Topmotive-Gruppe. „Der Kfz-Translator ist eine wirklich gute Lösung für ein sehr reales Problem.“ Mit ihm können Sprachbarrieren schnell überwunden werden. Die App überzeugt durch einfache Bedienung und einen großen Fundus an technischen Zeichnungen, die von der DAT beigesteuert wurden. Wer einen Fachbegriff nicht versteht, kann ihn sich direkt in die eigene Sprache übersetzen lassen – oder umgekehrt den deutschen Begriff zu einem Bauteil nachschlagen. „Durch die angehängten Bilder können die Schüler die Wörter direkt zuordnen – eine große Hilfe“, bestätigt Patrick Zielinski, Berufsschullehrer an der Eckener-Schule Flensburg.

Spezielle Übersetzung für den Kfz-Fachbereich

Auch für Personalverantwortliche ist die App ein Gewinn. Schon seit Monaten ist sie im Einsatz. „Wir nutzen sie im Unternehmen sehr gerne und werden sie ab diesem Jahr allen neuen Azubis am ersten Tag empfehlen“, sagt Timo Friedrichsen von der Personalabteilung des Audi-Zentrums Flensburg. Die App ist kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar. Björn Bigga, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein, betont die Bedeutung dieser App: „Je spezieller ein Fachbereich wird, desto eher kommen selbst gute Übersetzungsprogramme an ihre Grenzen. Durch die Zusammenarbeit von Topmotive und DAT ist ein enormer Datensatz in die App eingeflossen.“

Über den Nutzen der App hat sich auch der Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein Claus Ruhe Madsen überzeugt. Er testete den Kfz-Translator im Volkswagen-Zentrum Kiel: „Als jemand, dessen Muttersprache ebenfalls nicht Deutsch ist, kann ich sehr gut nachempfinden, wie es ist, wichtige Wörter, zum Beispiel Fachbegriffe, nicht zu verstehen. Das ist frustrierend. Für den Kfz-Bereich habe ich die schnelle Übersetzung jetzt auf jeden Fall gefunden – denn es gibt den Kfz-Translator auch in Dänisch!“

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