IAA Mobility 2021 Münchner Mobilitätsmesse

Autor / Redakteur: Von Johannes Büttner / Johannes Büttner

Neuer Name, neuer Standort, neues Konzept: Die IAA Mobility war anders als ihre Vorgänger. Das gefiel nicht jedem. Zu sehen gab es jedenfalls so einiges – wenn auch nicht mehr so viele Autos.

Die Besucher kamen nicht nur in die Innenstadt, sondern durchaus auch in die Messehallen.
Die Besucher kamen nicht nur in die Innenstadt, sondern durchaus auch in die Messehallen.
(Bild: Oliver Tamagnini/IAA Mobility)

War es der Start in eine neue Ära oder eher der Anfang vom Ende? Die Meinungen der Besucher und Beobachter gingen da auseinander, doch fest steht: Die IAA Mobility vom 7. bis 12. September 2021 war anders als ihr Vorgänger IAA Pkw. Das lag nicht nur an den Corona-Auflagen und war auch nicht allein der Tatsache geschuldet, dass die Messe von Frankfurt/Main nach München umgezogen war.

Die Veranstalter, der Verband der Automobilindustrie (VDA) und die Messe München, hatten sich ein komplett neues Konzept ausgedacht. Dessen auffälligstes Merkmal: Das Event war nicht auf das Messegelände am Stadtrand beschränkt, sondern nutzte auch verschiedene Plätze in der Innenstadt. Deren Besuch war kostenlos, sodass wer auch immer vorbeikam, ganz zwanglos einen Blick auf die automobilen Neuheiten werfen konnte.

Als Verbindung zwischen den beiden Arealen hatte die Messe gemeinsam mit der Stadt eine Fahrspur exklusiv für Fahrzeuge mit alter­nativem Antrieb reserviert, die sogenannte Blue Lane. Dort konnten interessierte Gäste die Pendelei gleich für Probefahrten nutzen – ein Angebot, das gut ankam: Die Testwagen waren meist schon Stunden im Voraus ausgebucht.

Alternative Antriebe und Mobilitätsformen waren das zweite große Thema, bei dem die Messemacher neue Akzente setzen wollten. Zwar hatte es schon bei den vorherigen Auflagen jede Menge Hybrid- und Elektroautos gegeben. Doch Fahrräder und E-Scooter hatte man früher auf der IAA weder gesucht noch in nennenswerter Zahl gefunden. Und die begleitenden Vorträge und Diskussionsrunden beschäftigten sich diesmal überwiegend mit Themen wie neuen Mobilitätslösungen, Stadtplanung und Energiepolitik.

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Folgerichtig sprach VDA-Präsidentin Hildegard Müller in ihrem Abschlussfazit auch nicht von einer Automobilausstellung, sondern von der „größten Mobilitätsveranstaltung der Welt“. Auf der IAA Mobility in München „haben wir zusammen präsentiert und diskutiert, was in Zukunft zusammen gedacht werden muss“, so Müller. Das Konzept sei voll aufgegangen, sagte sie mit Verweis auf rund 400.000 Messe­besucher, die der Veranstaltung ganz überwiegend gute Noten verliehen hätten.

Doch natürlich gab es auch Kritik: Umweltverbände machten gegen die IAA mobil und versuchten, die Veranstaltung mit Demonstrationen zu stören. Ihrer Meinung nach war die Schau noch lange nicht ökologisch genug. Auf der anderen Seite fühlten sich klassische Autofans von den Neuerungen eher belästigt als abgeholt. Sie spotteten in den sozialen Netzwerken über die „Fahrrad- und Roller-Ausstellung“. Außerdem mangelte es ihnen an Automobilausstellern und Produktneuheiten.

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