IAA Mobility 2021

Münchner Mobilitätsmesse

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In der Tat waren einige namhafte Hersteller in München nicht vertreten. Die bekanntesten Beispiele dafür waren Toyota sowie der gesamte Stellantis-Konzern (unter anderem Opel, Fiat, Peugeot, Citroën). Sie präsentierten ihre Neuheiten lieber in eigener Regie, als sich die Aufmerksamkeit mit anderen Ausstellern teilen zu müssen. Doch unter diesem Trend – und einem Besucherrückgang – hatte auch schon die „alte“ IAA zu leiden.

 Premieren und Studien 

Trotzdem gab es in München noch jede Menge Neuheiten zu sehen. Manche schon als Serienfahrzeuge, die in Kürze auf die Straße kommen, andere als futuristische Studien und wieder andere irgendwo dazwischen. Gemeinsam war den allermeisten die Antriebsform: Ohne Strom geht fast nichts mehr.

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So zum Beispiel bei BMW. Die Münchner nutzten ihr Heimspiel für die Premieren der neuen Elektro­modelle i4 und iX. Einen Ausblick in die fernere Zukunft bot die Studie „i Vision Circular“, die die Vorstellungen des Herstellers für das Jahr 2040 zeigen soll. Neben dem umweltfreundlichen Antrieb zeichnet den luxuriös eingerichteten Stromer die Idee einer Fertigung nach den Prinzipien ressourcenschonender Kreislaufwirtschaft aus. Dies soll den ökologischen Fußabdruck möglichst klein halten und damit für eine positive CO2-Bilanz sorgen. Äußerlich wirkt der Vision Circular wie ein aerodynamisch optimierter Minivan, was sich unter anderem am Verzicht auf Außenspiegel zeigt.

Ebenso wie die Bayern will auch Mercedes das gehobene Marktsegment für E-Fahrzeuge keinesfalls allein Tesla überlassen. Als neuen Wettbewerber stellten die Schwaben in München die elektrische E-Klasse EQE vor, die ab dem nächsten Jahr dem Tesla S Konkurrenz machen soll. Optisch orientiert sie sich am großen Bruder EQS, der auf der IAA natürlich ebenfalls präsent war – auch in neuen Varianten als AMG-Version sowie als eine Studie für den Luxusableger Maybach.

Volkswagen hatte im Vorfeld bereits die Premiere des ID5 GTX, des elektrischen SUV-Coupés für die Mittelklasse, angekündigt. Auf der Messe kam noch ein Überraschungsgast hinzu, der allerdings noch nicht so schnell in den Handel rollen wird: eine Kleinwagenstudie namens ID Life, die voraussichtlich ab 2025 die Einstiegsvariante in die Elektromobilität aus Wolfsburg darstellen soll. Der Stromer basiert auf einer kleineren Variante des „Modularen E-Antriebs-Baukastens“ (MEB) und verfügt anders als die größeren ID-Modelle über Frontantrieb. Kameras und ein Display ersetzen Außen- und Innenspiegel.

 Rollendes Wohnzimmer 

Die Konzerntochter Audi war nur auf dem Open Space in der Innenstadt vertreten. Dort aber sorgte sie mit der Studie Grandsphere Concept für einiges Aufsehen. Die Designer haben den Grandsphere komplett auf autonomes Fahren ausgelegt. Dementsprechend erinnert der Innenraum eher an einen Wohnraum denn an eine Limousine. Vorne Lounge-­Sitze, hinten eine Rückbank, die wie ein gemütliches Sofa wirkt. Lenkrad und Pedale sind prinzipiell zwar noch vorhanden, ziehen sich per Gestensteuerung aber unsichtbar zurück. Es bleibt abzuwarten, ob das Modell tatsächlich wie geplant schon in rund vier Jahren so in Serie gehen wird.

Die sportlichen Spanier aus der VW-Welt präsentierten ebenfalls eine Studie – und was für eine. Mit dem Urban Rebell zeigte Cupra seine Vision eines radikalen E-Racers. Vom Megamaul mit Riesendiffusor bis zum überdimensionierten Heck­flügel rebelliert er optisch gegen jedes Klischee vom vernünftigen und langweiligen Elektroauto.

Auf sportliche Elektropower setzte auch Ford. Hingucker war der Mustang Mach-E GT, die mit 487 PS/358 kW leistungsstärkste Version der rein elektrischen Baureihe. Dessen Drehmoment von 860 Nm ist laut Hersteller das größte, das bisher in einem Ford-Serienmodell in Europa anzutreffen war.

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