IAA Mobility

Technik für den Wandel

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 Schneller entwickeln 

Der Zulieferer ZF zeigte einen neuen, modularen Baukasten für die Entwicklung von elektrifizierten Antriebssträngen, mit dem sich die Entwicklungszeit um bis zu 50 Prozent reduzieren lassen soll.

Das „Modular eDrive Kit“ ermögliche zudem deutliche Verbesserungen bei Leistungsdichte, Gewicht und Wirkungsgrad der Antriebsstränge. So würden optimierte Getriebe und effiziente Kühl- und Schmierkonzepte die mechanischen Verluste um bis zu 70 Prozent reduzieren. Darüber hinaus seien deutliche Verbesserungen bei der Leistungselektronik in den modularen Baukasten mit eingeflossen. Das System lasse Herstellern darüber hinaus großen Spielraum bei der Auslegung zwischen maximaler Performance und hoher Effizienz. Deshalb sei es in Kompaktwagen genauso einsetzbar wie im Premiumsegment. Laut ZF sind Konfigurationen von 75 bis 400 kW Leistung und von 350 bis 540 Nm Drehmoment möglich.

Aber auch ZF rüstet sich dafür, Technik für autonome Fahrzeuge zu liefern. Der Zulieferer hat zum Beispiel einen Hochleistungsrechner entwickelt, der alle Rechenfunktionen in einem autonom fahrenden Fahrzeug sicher und schnell genug durchführen können soll. Nach Angaben von ZF ist „ProAI“ der derzeit flexibelste und leistungsstärkste Supercomputer für die Automobilindustrie. Es gibt ihn in skalierbaren Leistungsstufen von 20 bis zu 1.000 TeraOPS (das entspricht 20 Billionen bis zu 1 Billiarde Rechenschritten pro Sekunde).

Eine solche Leistung sei notwendig, da ein autonom fahrendes Auto jederzeit seine Umgebung rundherum erfassen, die Daten auswerten und Schlüsse daraus ziehen muss. Im Vergleich zur Vorgängerversion sei die Leistung um bis zu 66 Prozent gestiegen und trotzdem der Energieverbrauch um bis zu 70 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig basieren alle Varianten der ProAI auf einer einheitlichen Plattform von nur 24 x 14 x 5 Zentimeter Größe. Damit hat sie weniger Grundfläche als ein iPad. Der Rechner ist laut ZF für jeden Fahrzeugtyp und für alle Stufen des automatisierten oder autonomen Fahrens geeignet: von Level 2 bis Level 5.

 Luxus beim Beladen 

Wegen der aufwendigen Technik werden autonom fahrende Fahrzeuge künftig allerdings wahrscheinlich so teuer, dass sie eher in Sharing- Pools eingesetzt werden, als dass sich jemand ein solches Auto privat kauft. Die Menschen sollen sich dann eher Mobilität und nicht mehr ein komplettes Fahrzeug kaufen. Das führt dann allerdings dazu, dass sie die Ladekapazitäten ihres gebuchten Fahrzeugs nicht mehr kennen.

Hier verspricht der Zulieferer Brose Abhilfe. Das Unternehmen hat ein vernetztes System von Verstellmechanismen, Sensoren und Elek­troniken im Fahrzeug entwickelt, das das Fahren mit autonomen Fahrzeugen sehr komfortabel machen soll. Bei einem geplanten Transport sperriger Gegenstände soll damit zum Beispiel folgendes Szenario möglich sein: Der Carsharing-Kunde vermisst mit seinem Smartphone vorab die Abmessungen der Ladung. Ein radarbasierter Innenraumsensor scannt daraufhin den Fahrzeuginnenraum.

Die Software von Brose ermittelt dann aus den Sensor-Signalen, ob genügend Platz im Auto vorhanden ist oder ob ein größeres Fahrzeug notwendig ist. Reicht der Platz, haben sich Sitze und Konsolen bereits voreingestellt und eine optimale Ladefläche geschaffen, wenn der Nutzer mit der Ladung am Fahrzeug ankommt. Er kann die Gegenstände dann direkt verstauen.

Anschließend entscheidet er, wie er die Fahrt verbringen möchte. Ist automatisiertes Fahren möglich, kann der Nutzer zwischen Arbeiten, Entspannen oder doch selbst Fahren entscheiden und der flexible Innenraum passt sich dem Wunsch entsprechend an.

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