DAT-Report Unersetzlich und teuer

Von Von Johannes Büttner

An Carsharing- und Abo-Modellen haben Deutschlands Autofahrer kein allzu großes Interesse. Vielmehr ist ihnen der Besitz eines eigenen Wagens noch wichtiger geworden. Das besagt der neue DAT-Report.

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Der DAT-Report zeigt die großen Linien der Automobilwirtschaft ebenso wie kleine Details.
Der DAT-Report zeigt die großen Linien der Automobilwirtschaft ebenso wie kleine Details.
(Bild: DAT)

Die große Mehrheit der deutschen Autobesitzer möchte ihren Privatwagen nicht missen und steht alternativen Mobilitätsformen eher reserviert gegenüber. Das ist eines der Ergebnisse des DAT-Reports 2022, den die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) Anfang Februar vorgestellt hat.

79 Prozent der befragten Pkw- Halter geben der Studie zufolge an, ohne eigenes Fahrzeug ihre alltäg­lichen Mobilitätsbedürfnisse nicht bewältigen zu können. Dieser Wert steigt damit zum zweiten Mal in Folge an, vermutlich nicht zuletzt aufgrund von Corona. Schließlich erscheint es wenig attraktiv, öffentliche Verkehrsmittel in einer Pandemie zu nutzen.

Wenig Gegenliebe findet bei den Befragten nach wie vor das Car­sharing. Nur 16 Prozent der Pkw- Besitzer und gar nur 8 Prozent der Neuwagenkäufer können sich für „Fahren statt Besitzen“ erwärmen. Ein Grund für die Ablehnung sind hygienische Bedenken, noch schwerer ins Gewicht fallen allerdings der zu hohe organisatorische Aufwand sowie eine prinzipielle Ablehnung des Modells.

Etwas bessere Chancen hat da das Auto-Abo. Interessierte 11 Prozent der Neu- und 6 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer sowie 26 Prozent der Pkw-Halter zeigen aber, dass auch dieses Geschäftsmodell noch weit vom großen Durchbruch entfernt ist.

 Investition in den Unterhalt 

Im Widerspruch zur gewachsenen Bedeutung des Autos scheint die Tatsache zu stehen, dass die durchschnittliche Fahrleistung im vergangenen Jahr zurückgegangen ist, nämlich um 4 Prozent auf 13.180 Kilometer. Auch zu dieser Entwicklung dürfte die Corona-Pandemie mit ihren besonderen Rahmenbedingungen wie Kontaktbeschränkungen, Kurzarbeit und Homeoffice entscheidend beigetragen haben.

Wer großen Wert auf den Besitz eines Wagens legt, ist auch bereit, in dessen Unterhalt und Pflege zu investieren: 55 Prozent lassen kleinere Roststellen und Kratzer sofort beseitigen. Trotz rückläufiger Fahrleistung sagen 77 Prozent der Befragten, sie würden anstehende Wartungs- und Reparaturarbeiten nicht aufschieben. Und 39 Prozent haben ihr Auto so lieb gewonnen, dass sie auch Reparaturen erwägen, die eigentlich unwirtschaftlich wären.

Wer führt diese Arbeiten durch? In aller Regel die Kfz-Werkstatt, die deshalb aus Sicht der Autofahrer unverzichtbar bleibt. Und sie belassen es nicht bei bloßen Lippenbekenntnissen. Die Fahrzeugbesitzer ließen im vergangen Jahr im Durchschnitt 0,98 Wartungsarbeiten pro Pkw durchführen. Allein dafür investierte jeder Halter durchschnittlich 316 Euro. Beide Werte mussten keine Corona-Delle hinnehmen, sondern bewegten sich auf dem gleichen Niveau wie in den Vorjahren.

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