Serie: Die Logos der Automarken Vom M zum Flügel

Von Edgar Schmidt

Das Logo einer Marke soll unverwechselbar und kontinuierlich für diese Marke stehen und deshalb nur sehr behutsam an den Zeitgeist angepasst werden. Mazda hat sein Logo im Lauf der Zeit dagegen immer wieder stark verändert.

Der Flügel im Mazda-Logo steht für Wachstum und Verbesserungen.
Der Flügel im Mazda-Logo steht für Wachstum und Verbesserungen.
(Bild: Mazda )

Das Logo ist eines der wichtigsten visuellen Elemente einer Marke, ähnlich wie das Gesicht eines Menschen. Es sollte deshalb unverwechselbar und leicht wiederzuerkennen sein. Außerdem sollte es der Marke eine sympathische Ausstrahlung verleihen und für ihr Image stehen. Darum hüten sich die Hersteller meist, ein funktionierendes Logo im Laufe der Zeit allzu stark zu verändern – insbesondere dann, wenn sich eine Fangemeinde um die Marke oder um einzelne Modelle gebildet hat, wie zum Beispiel bei Mazda um den MX5.

Obwohl Mazda als Unternehmen schon über hundert Jahre alt ist und sich bereits vor 91 Jahren vom Korkproduzenten und Maschinenbauer zum Fahrzeughersteller gewandelt hat, sind die direkten Vorläufer des aktuellen Logos deutlich jünger als die Präsenz der Japaner auf dem deutschen Markt. Nach Deutschland gekommen ist der Hersteller vor genau 50 Jahren. Den Mazda-Schriftzug, wie wir ihn heute kennen, zeigte Mazda erstmals im Jahr 1975, die heutige Bildmarke kam allerdings erst im Jahr 1997 dazu.

Der Gott des Lichts

Das ursprüngliche Firmensignet der 1920 in Hiroshima gegründeten Toyo Cork Kogyo Co. Ltd., aus der später die Mazda Motor Corporation hervorging, hatte noch gar nichts mit dem heutigen Logo gemeinsam. Es war einfach ein roter Kreis mit kleinen horizontalen Linien. Mit dem Bau der ersten Fahrzeuge 1931 ließ der damalige Unternehmenspräsident Jujiro Matsuda dann den Markennamen Mazda entwickeln. Er steht für Ahura Mazda, den altpersischen Gott des Lichts und des Ursprungs der östlichen und westlichen Kulturen. Es ist bestimmt kein Zufall, dass der Familienname von Präsident Matsuda im Japanischen ähnlich wie Mazda ausgesprochen wird. Das erste Logo auf den Fahrzeugen war eine stilisierte Version des Namensschriftzuges, der beide Seiten des motorradähnlichen Tanks des Threewheelers Mazda-Go schmückte. Der Hersteller verwendete dieses Logo auf dreirädrigen Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 1954. In den ersten drei Jahren kombinierte er es übrigens mit dem Signet von Mitsubishi. Denn mit diesem Unternehmen bestand bis 1934 eine Vertriebskooperation für die Mazda Motorwagen.

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1936 führte Mazda eine zusätzliche Bildmarke ein, die bis 1959 auf der Vorderseite des Mazda-Go und der meisten anderen dreirädrigen Nutzfahrzeuge zu sehen war. Dieses Markenzeichen war vom Wappen der Heimatstadt von Mazda, Hiroshima, inspiriert, das drei gewellte weiße Linien auf grünem Hintergrund zeigt. Diese Wellen begradigte Mazda in seinem Logo. Außerdem fügten die Grafiker in die Mitte jeder Linie ein abgeflachtes, stilisiertes „M“ für Mazda ein. Dadurch gingen die drei „M“ auf dem Logo in seitliche Verlängerungen über. Diese Flügel sollten Agilität, Geschwindigkeit und die Fähigkeit, zu neuen Höhen aufzusteigen, symbolisieren.

Großbuchstaben ohne Schnörkel

Nach dem zweiten Weltkrieg intensivierte Mazda den Export seiner Fahrzeuge nach Übersee. Für die internationalen Märkte hielten sie ihr bisheriges Logo jedoch für ungeeignet. Deshalb ersetzten sie den kalligraphischen Mazda-Schriftzug aus dem Jahr 1931 gegen einen neu gestalteten aus Großbuchstaben. Erstmals registriert wurde der neue Marken-Schriftzug 1954 in Taiwan, bis 1959 war die Wortmarke in 21 Ländern auf der ganzen Welt markenrechtlich geschützt.

Zu diesem Zeitpunkt bereitete Mazda die Präsentation des ersten Personenwagens vor. Das Mazda R360 Coupé, das 1960 in Serienproduktion ging, bekam wiederum ein neues Logo für die vordere Haube. Dieses Markenzeichen war geprägt durch einen Chromkreis mit einem ebenfalls verchromten „M“ in der Mitte. Dessen Seitenarme waren so verlängert, dass sie oben und unten den äußeren Chromkreis berührten.

Als Mazda mit dem weltweiten Export der Pkw-Modelle begann, war das auffällige „M“ im Chromkreis auf allen Fahrzeugen der Marke zu sehen. Es gab jedoch auch Varianten dieses Logos. So stand dieses „M“ bei Autos, die mit einem Kreiskolbenmotor angetrieben wurden, in einem Kreisbogendreieck. Es ahmte die Form der Kreiskolben nach. Die Modelle ohne Kreiskolben-Motor trugen dagegen weiterhin das runde Logo mit dem Chromkreis.

Fast wie Renault

Als Mitte der Siebzigerjahre die eher verspielten Logos aus der Mode kamen, wechselte auch Mazda erneut sein Logo und beschränkte sich auf eine Wortmarke. Die blockartige Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben mit einem zentralen „Z“ haben die Japaner auch heute wieder aufgegriffen. Doch vorher, Anfang der Neunzigerjahre, führte Mazda erneut eine Bildmarke ein. Die Entscheidung fiel auf eine von einem Ring umschlossene diamantförmige Silhouette. Sie symbolisierte laut Unternehmensangaben einen Lichtkreis und eine zentral angeordnete Sonne, wobei die Energie der Sonne eine ewig lodernde Kreativität verkörpern sollte.

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Allerdings musste Mazda dieses Logo nach nur einem Jahr modifizieren, um es klarer vom ähnlich aussehenden Renault-Logo zu unterscheiden. Deshalb glätteten die Grafiker die Kanten der diamantförmigen Raute. Dieses Logo schmückte dann auch den ersten Roadster MX-5, wodurch es schnell weltweit bekannt wurde.

Trotzdem änderte Mazda die Anmutung des Logos noch einmal im Jahre 1997. Dabei bekam es das Design, das in seiner Grundform bis heute aktuell ist. Der Schriftzug wurde in der Unternehmensfarbe „Blau“ dargestellt und die Diamantform musste einem angedeuteten V weichen, das laut Unternehmensangaben Flügel symbolisiert und damit für Wachstum und Verbesserungen steht. Der äußere Kreis des Logos steht aber nun nicht mehr für einen Lichtkreis, sondern für die Erde und soll damit für die globalen Aktivitäten von Mazda stehen. Die Metall-Optik des Markenzeichens soll zudem den hohen Qualitätsanspruch des japanischen Herstellers ausdrücken. Die weiteren Aktualisierungen waren danach nur noch gering. Es scheint, als habe der Hersteller sein Markenzeichen nun gefunden. 

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