Digitale Zwillinge

Vom Zwilling begleitet

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

 Digitale Fahrzeugakte 

Digitale Zwillinge können Kunden und Autohäusern auch abseits des Fahrbetriebs nützlich sein: Die digitale Fahrzeugakte kann den Zustand eines Gebrauchtwagens relativ genau abbilden und damit den Restwert des Fahrzeugs belegen. Durch die lückenlose Dokumentation der Bauteile wäre zudem eine erweiterte Garantie durch den Hersteller denkbar und sogar eine Zertifizierung mit einer Preisempfehlung für den Wiederverkauf.

Je umfangreicher die Daten aus Antriebs- und Fahrwerkssystemen sind, desto genauer kann ein Algorithmus die Fahrweise berechnen, daraus einen individuellen Service-Zeitpunkt ermitteln und einen dazu passenden Service-Umfang empfehlen.

Bildergalerie

Das Projekt „Digitaler Zwilling“ ist im VW-Konzern mittlerweile nicht mehr nur auf Porsche bezogen. Es läuft bereits auch bei „Cariad“, dem eigenständigen Automotive-Software-Unternehmen des Konzerns. Das heißt, es wird wahrscheinlich schon bald auf alle Konzernmarken ausgedehnt. Dadurch vergrößert sich der Datenpool laut Porsche auf die bis zu 20-fache Menge an Autos, was die Qualität der Zwillinge und ihrer Daten noch einmal deutlich verbessern soll.

 Ein Zwilling für die Batterie 

Ganz besonders interessant ist das Thema „Digitaler Zwilling“ auch für eine Komponente, für die bisher noch weitreichende Erfahrungen fehlen: den Antriebsakku eines Elektroautos.

Wer den aktuellen „Gesundheitszustand“ (State of Health) eines solchen Energiespeichers belastbar bestimmen möchte, kann sich nicht allein auf die Laufleistung und das Alter des Autos verlassen – wie das bei Verbrennungsmotoren aufgrund der umfangreichen Erfahrungen mit dieser Technik oft passiert. Denn viele weitere Kriterien beeinflussen die Lebensdauer und Leistungsfähigkeit des Stromspeichers, beispielsweise:

  • die Zahl der Schnellladevorgänge,
  • die dabei gemessene Batterietemperatur,
  • die Fahrweise,
  • längere Standzeiten mit niedrigem oder hohem Ladestand und vieles mehr.

Einige dieser Größen lassen sich zwar per Diagnosegerät aus dem Batteriemanagementsystem des Fahrzeugs auslesen. Doch ein echter Rückschluss auf die zukünftige Leistungsfähigkeit, die verbleibende Reichweite und Lebensdauer ist damit nicht möglich. Hierzu müsste man die Batterie komplett unter Alltagsbedingungen testen, inklusive Lade- und Entladevorgang – ein Aufwand, der bei der Inzahlungnahme eines Gebrauchtwagens kaum zu leisten ist.

Abhilfe könnte hier ein kommunikativer Zwilling schaffen. Einen solchen bietet zum Beispiel das Unternehmen Twaice, ein Spezialist für Batterieanalyse, der unter anderem gemeinsam mit dem TÜV Rheinland an einer Software für die Batteriebewertung arbeitet. Twaice erstellt dafür die digitalen Zwillinge der Batterien. Auch hier analysiert die Software die Nutzung der Elektrofahrzeuge laufend mithilfe von analytischen Algorithmen und künstlicher Intelligenz. Die Daten gleicht sie dann unter anderem mit solchen ab, die Twaice von anderen Batterien dieses Typs gesammelt hat. Damit sollen dann zuverlässige Prognosen zur Lebenserwartung eines jeden Akkus möglich sein.

Ein weiterer Vorteil der digitalen Zwillinge ist, dass die Hersteller relativ einfach überprüfen können, wie sich ein geplantes Over-the-Air-Update auf die Fahrzeugsysteme auswirken wird. Denn sie könnten solch ein Update zuerst bei den Zwillingen anwenden und die Auswirkungen beobachten. Damit könnten sie dann auch belegen, dass ihr Eingriff in die Software keine negativen Konsequenzen für die Fahrzeugsicherheit hat. Auch bei autonom fahrenden Autos hätte die Technik Vorteile für die Hersteller und Betreiber. Denn bei diesen Fahrzeugen erzählt ja kein Fahrer mehr von ungewöhnlichen Geräuschen, die auf einen Fehler hindeuten. Hier sind kommunikative Zwillinge gefragt.

(ID:47966074)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung