ICCT-Studie Wer ist am saubersten?

Autor / Redakteur: Von Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Damit unsere Autos das Klima mit ihren Emissionen möglichst wenig beeinflussen, brauchen sie Antriebe, die mit erneuerbarem Strom fahren können. Das International Council on Clean Transportation (ICCT) sieht in einer aktuellen Studie einen eindeutigen Sieger.

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Elektroautos haben derzeit das größte Potenzial, um im Verkehr die CO2-Emissionen zu vermeiden.
Elektroautos haben derzeit das größte Potenzial, um im Verkehr die CO2-Emissionen zu vermeiden.
(Bild: Volkswagen)

Welcher Fahrzeugantrieb hat den geringsten Einfluss auf unser Klima? Diese Frage beschäftigt derzeit viele Experten weltweit. Wesentlich ist bei der Suche nach einer Antwort, nicht nur auf den Auspuff des Autos zu schauen, also zu bewerten, welche Emissionen ein Wagen lokal ausstößt. Für das Klima ist es viel wichtiger, zu betrachten, wie viel Treibhausgas-Emissionen ein Fahrzeug über seinen gesamten Lebenszyklus betrachtet – also mit Herstellung und Nutzung – verursacht und, wie viel Emissionen bei der Kraftstoff- und Stromproduktion für das jeweilige Antriebskonzept entstehen.

Eine solche Analyse hat das International Council on Clean Transportation (ICCT) durchgeführt. Die unabhängige Forschungsorganisation, die vor einigen Jahren den Volkswagen-Abgasskandal aufgedeckt hat, ist dabei zu folgenden Ergebnissen gekommen:

Konventionelle Benzin- und Dieselfahrzeuge weisen sehr ähnliche und vergleichsweise hohe Emissionen auf. Bei Fahrzeugen mit Voll­hybrid sind es laut ICCT lediglich etwa 20 Prozent weniger Emissionen. Im Fall von Fahrzeugen mit kom­primiertem Erdgas (CNG) können die Emissionen sogar über denen von Benzin- und Dieselfahrzeugen liegen. Das ICCT berücksichtigt hier das austretende Methan bei Lecks in Erdgaspipelines in seiner Bilanz.

Die in Europa übliche Beimischung von Biokraftstoff verringert die Emissionen von Benzin-, Diesel- und CNG-Fahrzeugen kaum – selbst dann nicht, wenn Biokraftstoffe aus abfall- und reststoffbasierten Rohstoffen bis 2030 das aktuell viel genutzte Palmöl verdrängen würden. Synthetische Kraftstoffe (e-Fuels) sind mit sehr hohen Produktionskosten verbunden und können daher nicht wesentlich zur Dekarbonisierung des Kraftstoffmixes im Straßenverkehr beitragen.

Im realen Alltagsbetrieb ist der Kraftstoffverbrauch von Autos mit Plug-in-Hybridantrieb (PHEV) vielfach höher als in den offiziellen Verbrauchswerten. Die Lebenszyklus-Emissionen heutiger PHEVs in der Kompaktklasse liegen daher laut ICCT nur etwa 25 bis 27 Prozent niedriger als bei neuen Benzinfahrzeugen.

Die Lebenszyklus-Emissionen der in Europa neu zugelassenen batterieelektrischen Autos (BEV) liegen in der Kompaktklasse dagegen bereits heute 66 bis 69 Prozent niedriger als für vergleichbare neue Benzin-Pkw. Die ICCT-Forscher gehen davon aus, dass sich dieser Emissionsvorteil aufgrund des sich stetig verbessernden Strommixes für neue BEVs im Jahr 2030 auf etwa 74 bis 77 Prozent erhöht. Wenn sie vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, könnten BEVs sogar bis zu 81 Prozent niedrigere Lebenszyklus-Emissionen als Benzinfahrzeuge erreichen.

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