ICCT-Studie

Wer ist am saubersten?

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Variable Ergebnisse für Brennstoffzellen-Fahrzeuge

Bei Brennstoffzellenfahrzeugen (FCEV) variieren die Lebenszyklus- Emissionen stark mit dem genutzten Wasserstoff. Bei dem heute vorherrschenden Wasserstoff, der durch Reformierung von Methan aus Erdgas hergestellt wird („grauer Wasserstoff“) sind die Treibhausgas- Emissionen nur etwa 26 Prozent geringer als bei neuen Benzinern. Bei Wasserstoff aus erneuerbaren Energien („grüner Wasserstoff“) liegen die Emissionen hingegen 76 Prozent unter denen von Benzinern. FCEVs, die mit Wasserstoff aus erneuerbaren Energien betrieben werden, weisen etwas höhere Lebenszyklus-Emissionen auf als BEVs, die denselben erneuerbaren Strom nutzen. Dies liegt daran, dass der Betrieb von FCEVs mit strom­basiertem Wasserstoff etwa dreimal so energieintensiv ist wie die direkte Nutzung des Stroms in BEVs und die Analyse bei erneuerbaren Energien auch die Emissionen aus dem Bau zusätzlicher Windräder und Solar­panels berücksichtigt.

Laut ICCT unterscheidet sich die Studienmethodik von anderen Lebenszyklus-Analysen. So beziehe sie beispielsweise die derzeitige Energiepolitik in die Analyse mit ein und berücksichtige die dadurch verursachten Verringerungen der CO2-Intensität über die Lebensdauer von Fahrzeugen. Die Forscher hätten außerdem Verbräuche von realen Fahrzeugnutzern in ihre Berechnungen einbezogen, anstatt sich auf offizielle Testwerte zu verlassen und den Kraftstoff- bzw. Strom­verbrauch zu schätzen. Dies sei besonders wichtig bei der Bewertung der Treibhausgas-Emissionen von Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeugen. Die Forscher nutzten außerdem die neuesten Daten zur industriellen Batterieproduktion und berücksichtigten dabei regionale Lieferketten. Das führte zu deutlich niedrigeren Schätzungen der Treibhausgas- Emissionen aus der Batterieproduktion als in anderen Studien.

Die hier vorgestellten Ergebnisse der Studie beziehen sich zwar auf Europa, das ICCT weist jedoch darauf hin, dass die Analysten in Indien, China und den USA in ähnlichen Studien die gleichen Trends beobachtet haben. Die Organisation empfiehlt den Regierungen deshalb:

„Die Zulassung neuer Pkw mit Verbrennungsmotor in der EU sollte im Zeitrahmen von 2030 bis 2035 auslaufen. Angesichts einer durchschnittlichen Fahrzeuglebensdauer von 18 Jahren sollten ab diesem Zeitraum nur noch solche Techniken produziert und zugelassen werden, die eine tiefgreifende Dekarbonisierung der europäischen Autoflotte bis 2050 erreichen können. BEVs, die mit Strom aus erneuerbaren Energien angetrieben werden, und FCEVs, die mit grünem Wasserstoff betrieben werden, sind die einzigen beiden Technologiepfade, die hierfür infrage kommen.“

(ID:47637711)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung