ZDK-Ausbildertagung Aus- und Weiterbildung im Wandel

Von Edgar Schmidt 3 min Lesedauer

Sie ist sein Langem eine feste Größe im Rahmenprogramm der Automechanika: Die Ausbildertagung des ZDK. Auch in diesem Jahr konnten Ausbilder von Bildungszentren und Berufsschullehrer wieder viele wertvollen Informationen mitnehmen.

Die Vorsitzenden des ZDK-Berufsbildungsausschusses, Anselm Lotz und René Gravendyk, führten als Moderatoren durch die Veranstaltung.(Bild:  Schmidt - VCG)
Die Vorsitzenden des ZDK-Berufsbildungsausschusses, Anselm Lotz und René Gravendyk, führten als Moderatoren durch die Veranstaltung.
(Bild: Schmidt - VCG)

Die Ausbildertagung des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes ist eine wichtige Informationsquelle für Ausbilder an handwerklichen Bildungszentren und für Berufsschullehrer. Auch in diesem Jahr hatte der ZDK wieder ein interessantes Programm zusammengestellt. Zu Beginn informierte Joachim Syha, Referent in der Abteilung Berufsbildung des ZDK, über aktuelle Entwicklungen bei den Aus- und Weiterbildungsgängen. In Sachen Überarbeitung der Ausbildungsordnung für den Kfz-Mechatroniker verwies er auf immer noch notwendige Abstimmungen über die künftig Schwerpunkte und Inhalte der Ausbildung. Deshalb werde es voraussichtlich noch bis 2026 dauern, bis man einen offiziellen Antrag auf Überarbeitung der Ausbildungsordnung stellen könne. Damit werde es mindestens noch bis 2028 dauern, bis es eine überarbeitete Ausbildungsordnung geben könne.

Neuer Schwerpunkt Car-IT?

Eine mögliche Weiterentwicklung zeigten Ausbildungsexperten von Audi bei der Tagung auf. Das Team um Georg Kellermeier war digital aus Ingolstadt zugeschaltet. Audi testet derzeit, wie sich das Thema Car-IT sinnvoll in die Ausbildung integrieren lässt. Denn die Car-IT werde immer wichtiger und müsse deshalb einen größeren Stellenwert in der Ausbildung bekommen. Eventuell sei sogar ein eigener Schwerpunkt Car-IT notwendig. Die Hersteller würden über kurz oder lang diesen Weg gehen und wünschen sich vom Handwerk ein ähnliches Engagement.

Bei der Weiterbildung zum Berufsspezialisten für Kfz-Servicetechnik erläuterte Syha, dass inzwischen auch immer mehr Fahrzeughersteller dazu übergehen, eine eigene Weiterbildung für Kfz-Servicetechniker anzubieten. Diese könne man allerdings nicht auf die Meisterprüfung anrechnen lassen. Deshalb müssten der Verband und die Bildungszentren intensiv daran arbeiten, dass die anerkannte Fortbildungsstufe „Berufsspezialist für Kfz-Servicetechnik“ (ehemals Kfz-Servicetechniker) erhalten bleibe. Denn hier seien Ausbildung und Prüfung genau darauf abgestimmt, dass sich Teilnehmende auch weiterhin eine erfolgreich abgelegte Prüfung auf die Meisterprüfung anrechnen lassen können.

Neue Klima-Sachkunde

Über Änderungen und Neuheiten bei Sachkundeschulungen berichteten Andras Zühlke von der TAK und Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün. Beispielsweise sei derzeit geplant, die fach- und sachgerechte Reinigung von Klimaanlagen gemäß VDI-ZDK-Richtlinie 6032 ab kommendem Jahr in die Klimasachkundeschulungen der TAK zu integrieren. Gerade im Fahrzeug könne der stete Eintrag organischer, mikrobiologischer, allergener und chemischer Verunreinigungen in die vergleichsweise kleine Fahrgastzelle nämlich zu einer hohen Schadstoffkonzentration in der Atemluft und damit zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Insassen führen.

Fundierte Hygienemaßnahmen seien im Werkstattalltag bisher allerdings nahezu unbekannt. Zudem fehle oft die technische Ausstattung, um Klimaanlagen richtig reinigen zu können. Deshalb erfordere nicht nur die Wartung, sondern auch die Reinigung von Kfz-Klimaanlagen eine fachkundige Verfahrensweise nach allgemein anerkannten Regeln. Nur so ließen sich Komfort und echter Gesundheitsschutz aufrechterhalten.

Neue Sachkunde für FAS

Eine komplett neue Sachkundeschulung soll es künftig für Arbeiten an Fahrerassistenzsystemen geben – insbesondere für das richtige Kalibrieren und Justieren der Sensoren. Die Fehlererkennung im Auto sei nämlich meistens zu unsensibel, um verstellte Sensoren oder eine zu große Dämpfung von reparierten Sensorabdeckungen sicher detektieren zu können. Wenn künftig eine Prüfung der Systeme in die Hauptuntersuchung integriert werde, sollen Kfz-Betriebe in der Lage sein, diese als separate Teilprüfung durchführen zu können, so das Ziel des ZDK.

Wie sich die neue Virtuelle Werkstatt des Ausbildungsmediums autoFACHMANN sinnvoll in die Überbetriebliche Ausbildung und den Berufsschulunterricht integrieren lassen, zeigte Holger Zietz vom autoFACHMANN-Team den anwesenden Ausbildern. Daniel Winkler vom ZDK erläuterte danach, wie sich die digitale Abschlussprüfung künftig entwickeln könnte und welche Möglichkeiten die Digitaltechnik auch für die praktische Prüfung bietet.

Vorträge zu Wartung und Reparatur von Elektrofahrzeugen von Michael Helmert von AVL sowie von Dirk Zentgraf von Nio ergänzten die Tagung sinnvoll. Außerdem stellte Svenja Kley, technische Leiterin SERMA beim ZDK, den Aufbau und die Arbeit mit SERMA vor. Axel Krüger von der DAT erläuterte zudem, wie die DAT die Bildungszentren und Ausbildung unterstützt. Als Moderatoren führten die Vorsitzenden des ZDK-Berufsbildungsausschusses, Anselm Lotz und René Gravendyk durch die Veranstaltung.

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