Der DAT-Report feiert Geburtstag. Vor 50 Jahren ist das Nachschlagewerk mit Zahlen und Fakten zu Autokauf und Werkstattverhalten erstmals erschienen. Eine gute Gelegenheit, um einerseits zurückzublicken und andererseits anhand der aktuellen Zahlen in die Zukunft zu schauen.
Die Neuwagenpreise sind im Lauf der letzten 50 Jahre deutlich nach oben gegangen.
Früher war alles besser! Das hat auch zu dir wahrscheinlich schon mal ein älterer Verwandter, Kollege oder Lehrer gesagt. Doch so pauschal ist die Aussage wohl kaum richtig. In jedem Fall hängt die Beurteilung davon ab, was man als besser oder schlechter empfindet.
Was sich datenbasiert sagen lässt und zumindest aus Sicht der Kunden besser war: Früher waren Autos billiger. Das zeigt ein Vergleich zwischen dem aktuellen DAT-Report und der Erstausgabe des Nachschlagewerks für die Kfz-Branche. Diese ist vor genau 50 Jahren erschienen. Da bietet es sich regelrecht an, die über fünf Jahrzehnte hinweg erschienen automobilen Marktforschungsergebnisse zu vergleichen. Genau das hat die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) als Herausgeberin des Werks getan.
Beim Blick auf die Durchschnittspreise für Neu- und Gebrauchtwagen zeigt sich: Die Kurve zeigt kontinuierlich nach oben, manchmal mit nur leichtem, zeitweise aber auch mit einem deutlichen Wachstum. Besonders steil war der Anstieg nach dem Ende der Finanzkrise im Jahr 2009. Danach kamen viele Neuerungen in die Fahrzeuge, die vergleichsweise teuren SUVs debütierten in verschiedenen Größenklassen in zunehmender Zahl am Markt – sie wurden sukzessive das am stärksten nachgefragte Segment. In jüngster Zeit hatte außerdem die Elektrifizierung der Antriebe ihren Anteil am permanenten Preisanstieg.
Nun wurde von 1974 bis heute so ziemlich alles teurer; da sind steigende Pkw-Preise keine Besonderheit. Um die Entwicklung neutral bewerten zu können, muss man deswegen die generelle Inflation berücksichtigen. Dafür hat die DAT folgende Frage betrachtet: Wie viel Prozent ihres Jahreshaushaltseinkommens mussten Neuwagenkäufer rechnerisch aufwenden, um sich einen fabrikneuen Pkw anschaffen zu können?
Und siehe da: Auch diese inflationsbereinigte Kurve weist deutlich nach oben. Heute müssen private Kunden im Schnitt 80 Prozent des Jahreseinkommens für den Neuwagenkauf aufwenden. Diese Quote ist damit mehr als doppelt so hoch wie vor 50 Jahren. 1974 waren es nämlich noch knapp unter 40 Prozent. Über einen Zeitraum von gut 30 Jahren hinweg betrug dieser Wert dann ziemlich konstant etwa 60 Prozent, um in letzter Zeit auf 80 Prozent anzusteigen.
Je teurer die Autos wurden, umso seltener wollten oder konnten die Kunden sie von den Ersparnissen auf ihrem Bankkonto finanzieren. Kredite und Leasingmöglichkeiten spielten deshalb eine immer wichtigere Rolle beim Neuwagenkauf – und inzwischen auch bei Gebrauchten. Ein gebrauchtes Fahrzeug über einen Kredit zu finanzieren, war vor 50 Jahren noch ziemlich unüblich. Nur 12 Prozent des Kaufpreises holten sich die Gebrauchtwagenkäufer damals von der Bank, 65 Prozent waren eigene Ersparnisse. Der Rest entfiel weitgehend auf die Inzahlungnahme des vorherigen Autos.
Seitdem hat sich das Zahlungsverhalten deutlich verändert. Gesunkene Zinsen, längere Laufzeiten und sicher auch eine gewisse gesellschaftliche Akzeptanz von Krediten führte zu einem deutlich gestiegenen Anteil der Kreditfinanzierung. Der Anteil der eigenen Ersparnisse ging währenddessen immer weiter zurück.
Doch nicht alle Ergebnisse aus dem aktuellen DAT-Report lassen sich mit historischen Werten vergleichen. Denn während zum Start 1974 eher allgemeine Zahlen zum Neuwagen-, Gebrauchtwagen- und Werkstattmarkt im Mittelpunkt standen, passte die DAT ihre Fragen im Laufe der Zeit an die aktuellen Ereignisse der Branche an.
Ein Beispiel dafür ist die Einstellung der privaten Pkw-Halter zur Elektromobilität. Die ist naturgemäß erst seit wenigen Jahren Gegenstand der Befragung. Und in denen lässt sich kein entscheidender Mentalitätswandel feststellen: Noch immer kommt ein Wechsel auf ein E-Auto für die Mehrheit erst in einigen Jahren infrage – wenn überhaupt.
Ergänzendes zum Thema
Der DAT-Report gilt als Standardwerk der Automobilbranche und als verlässliche, neutrale Quelle für Informationen zum Verbraucherverhalten rund um den Gebrauchtwagen- und Neuwagenkauf sowie das Werkstattgeschäft. Zielgruppe sind Automobilbetriebe, Hersteller, Importeure und Zulieferer sowie Medien und Vertreter aus Politik und Verbänden. Die Studie erscheint seit 1974.
Die Ergebnisse des DAT-Reports 2024 stammen aus aus einer repräsentativen Befragung von 4.727 Endverbrauchern. Für den Pkw-Kauf waren es 2.621 Privatpersonen, für den Reparatur- und Wartungsbereich wurden 2.106 Autofahrer/Pkw-Halter befragt. Alle Stichproben sind gewichtet und daher repräsentativ für private Autokäufer und Pkw-Halter in Deutschland.
Wenige Fans für E-Autos
Etwa ein Viertel der Befragten lehnt einen Umstieg laut aktuellem DAT-Report zwar nicht prinzipiell ab, hat aber noch keine klare Vorstellung, ob, wann und wie das der Fall sein soll. Dazu passt, dass 80 Prozent der Autofahrer der Aussage zustimmen, sie würden ihr aktuelles Fahrzeug länger fahren, um die Entwicklung der E-Mobilität erst einmal abzuwarten.
Während nur drei Prozent der Befragten schon ein E-Auto haben, will immerhin ein Drittel gar nicht vom Verbrenner abrücken. 39 Prozent ziehen den Daten zufolge einen Umstieg zumindest näher in Betracht. Doch knapp die Hälfte davon will sich länger als fünf Jahre Zeit dafür lassen. Ein Fünftel könnte sich den Umstieg immerhin schon in den nächsten zwei Jahren vorstellen.
In den vergangenen Jahren ist der Anteil derer sogar geschrumpft, die sich einen Wechsel vom Verbrenner auf ein E-Auto grundsätzlich vorstellen können. Waren es 2021 noch 46 Prozent, sank der Anteil 2022 auf 44 Prozent. Bei der Befragungswelle 2023 für den aktuellen DAT-Report waren es dann nur noch die genannten 39 Prozent.
Stand: 08.12.2025
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Welche Gründe sprechen aus Sicht der Befragten gegen einen Umstieg? Drei Viertel halten die Technologie für noch nicht ausgereift und sogar vier Fünftel betrachten die Antriebsbatterie als einen Unsicherheitsfaktor. Nur für knapp 30 Prozent sind E-Fahrzeuge perfekte Alltagsautos, lediglich ein Drittel verbindet mit ihnen Fahrspaß.
Größtes Hemmnis scheinen aber die Preise zu sein. 87 Prozent halten die Anschaffungskosten für zu hoch. Förderprogramme könnten daran etwas ändern, aber nur zum Teil. Fast die Hälfte der Befragten findet E-Autos trotz staatlicher Förderung nicht interessant. Angesichts dieser Ergebnisse überrascht es nicht, dass nur ein Drittel der Verbraucher den Elektromotor als Antriebsform der Zukunft betrachtet. Immerhin hält mehr als die Hälfte der Autofahrer E-Autos in der Nutzung für umweltfreundlich.
Mit dem Thema E-Fuels hat sich die Mehrzahl der Autofahrer noch gar nicht beschäftigt, weitere 44 Prozent am Rande und nur zwei Prozent intensiv. Von diesen insgesamt 46 Prozent halten 59 Prozent die E-Fuels für eine klimaschonende Alternative zur Elektromobilität, während 31 Prozent die Herstellung als zu aufwendig erachten.
Skepsis gegenüber Neuem
Skeptisch sind die Verbraucher auch gegenüber anderen Neuerungen wie beispielsweise jungen Fahrzeugmarken. So hat die DAT für ihren diesjährigen Report die Meinungen von Neuwagenkunden zu chinesischen Herstellern erfragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Asiaten noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen: Für neun von zehn Neuwagenkäufern kommt ein Auto einer China-Marke nicht infrage.
Immerhin haben aber 59 Prozent das Angebot der neuen Fabrikate schon über Werbung oder Medien wahrgenommen. 14 Prozent haben sogar live Erfahrung mit solchen Fahrzeugen gesammelt, etwa in Form einer Probefahrt oder beim Mieten. Zwei Fünftel der Neuwagenkäufer nehmen Fahrzeuge der chinesischen Marken bereits im Straßenverkehr wahr.
Ebenfalls verhalten fällt der Zuspruch der Verbraucher zu alternativen Modellen der Pkw-Nutzung aus. Lediglich 16 Prozent der Pkw-Halter betrachten Carsharing als eine Alternative zum eigenen Auto. Damit hat das Modell im vergangenen Jahrzehnt zwar leicht an Akzeptanz gewonnen – 2015 lag der Anteil noch bei 12 Prozent. Im Vergleich zur jüngsten Vergangenheit ist die Nutzungsbereitschaft jedoch schon wieder leicht rückläufig.
Ähnlich steht es um das Auto-Abonnement. Rund ein Fünftel der Pkw-Halter könnte sich vorstellen, ein Auto im Abo zu nutzen, statt Eigentümer zu sein. Eine klare Mehrheit von 63 Prozent ist allerdings auch gegen dieses Modell, der Rest ist unentschlossen. Unter den Neuwagenkäufern lehnen 77 Prozent Abomodelle ab, bei den Gebrauchtwagenkäufern sind es sogar 82 Prozent.
Bei genauerer Betrachtung lassen sich jedoch durchaus einige Zielgruppen identifizieren, die sich für ein Autoabo begeistern ließen. So können sich unter den Bewohnern von Großstädten 27 Prozent der Pkw-Halter ein Autoabo vorstellen. Bei den Unter-30-Jährigen sind 30 Prozent bereit, ein Fahrzeug im Abomodell zu nutzen. Und bei den Haltern von E-Autos oder Plug-in-Hybriden sind 41 Prozent offen für ein Abo.