Automobilbarometer Junge Autofreunde

Von Johannes Büttner 3 min Lesedauer

Die Mehrheit der 18- bis 30-Jährigen legt Wert auf ein eigenes Fahrzeug – darin unterscheiden sie sich kaum von ihren Eltern und Großeltern. Doch bei der Wahl des Modells spielen für sie andere Faktoren eine Rolle.

Junge Autokunden unterscheiden sich nur in wenigen Punkten von älteren Generationen.(Bild:  Fabian Albert/Unsplash.com)
Junge Autokunden unterscheiden sich nur in wenigen Punkten von älteren Generationen.
(Bild: Fabian Albert/Unsplash.com)

Der Erwerb eines Pkw-Führerscheins und das erste eigene Auto bleiben wichtige Meilensteine im Leben junger Menschen. Das gilt auch für die Generation Z, deren Mitglieder heute zwischen 18 und 30 Jahren alt sind. Das zeigt das Automobilbarometer 2025 von Consors Finanz. Für diese Studie lässt der Finanzdienstleister jährlich Verbraucher in 14 verschiedenen Märkten weltweit zu Themen rund ums Auto befragen.

Eines der Ergebnisse: Obwohl die Kosten für den Führerschein hierzulande in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind, hatten ihn 55 Prozent der Gen Z nach eigenen Angaben bereits mit spätestens 18 Jahren in der Tasche. Im internationalen Vergleich sind nur die US-Amerikaner noch jünger. Dagegen sind in China 40 Prozent der Führerschein-Neulinge schon über 25 Jahre alt.

Wer über die Fahrerlaubnis verfügt, will auch fahren – und zwar über kurz oder lang möglichst im eigenen Fahrzeug. Demzufolge kaufen sich die Amerikaner, aber auch die Deutschen schon in jungen Jahren ihr erstes Auto. Hierzulande hat jeder zweite Fahrzeughalter seinen ersten Wagen in einem Alter von höchstens 20 Jahren erworben. Die große Mehrheit (90 Prozent) kauft sich mit spätestens 25 Jahren ihr erstes eigenes Auto. Überall auf der Welt gleich ist der Umstand, dass in ländlichen Gegenden früher ein Pkw angeschafft wird als in Großstädten.

Die Studie hat auch diejenigen, die über kein eigenes Fahrzeug verfügen, nach den Gründen dafür gefragt. „Weil es zu teuer ist“, lautete dann die mit Abstand häufigste Antwort in der jungen Zielgruppe.

Der Preis entscheidet

Finanzielle Argumente spielen darüber hinaus bei der Wahl des Fahrzeugs eine große Rolle. Für 45 Prozent der Unter-30-Jährigen ist der Preis das wichtigste Kaufkriterium. Das ist sicherlich die Ursache dafür, dass sich über die Hälfte der jungen Käufer zunächst für einen Gebrauchtwagen entscheidet.

Gemessen an dem schmalen Budget, das beispielsweise den meisten Auszubildenden oder Studierenden zur Verfügung steht, greifen junge Deutsche für ihren fahrbaren Untersatz dennoch tief in die Tasche. Im Schnitt geben sie bereits 16.659 Euro für ein Auto aus. Damit bewegen sie sich 2.000 Euro über dem internationalen Durchschnitt – aber andererseits gut 7.000 Euro unter dem Budget der 30- bis 50-jährigen Deutschen.

Warum geben die jungen Leute so viel Geld für ein Fahrzeug aus? Wichtigster Grund für die Liebe zum eigenen Auto ist dessen Nützlichkeit. Dies gilt für mehr als zwei Fünftel der Befragten. Ähnlich viele verbinden damit aber auch Erinnerungen, und sie sehen das Auto als Gegenstand, der die Begegnung mit anderen Menschen ermöglicht. Und sogar zwei Drittel erklären, dass ihnen Autofahren größtenteils Vergnügen bereite.

Neben den finanziellen Mitteln spielen Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit eine zentrale Rolle bei der Wahl der Automarke, das gilt für alle Generationen gleichermaßen. Zugleich setzt die Gen Z bei der Markensuche etwas andere Schwerpunkte als ihre Vorgänger. Die jungen Erwachsenen schauen intensiver auf Prestige und Sportlichkeit des Wagens. Dafür sind sie beim Autokauf weniger patriotisch. Das Herkunftsland einer Marke spielt für sie kaum eine Rolle, während es für die Älteren durchaus von Bedeutung ist.

Elektrische Zukunft

Bezüglich der Energiequelle setzen sich aktuell Benzin und Diesel noch deutlich gegen Strom durch. 86 Prozent der deutschen Gen Z fahren einen Verbrenner, nur zwölf Prozent ein E-Auto oder Hybrid. Damit unterscheiden sie sich kaum von den älteren Generationen. Bei den 30- bis 49-Jährigen haben 87 Prozent einen Verbrenner und nur 13 Prozent ein batteriebetriebenes Fahrzeug, bei der Generation 50 plus ist das Verhältnis 89 zu 11.

Die automobile Zukunft ist nach Ansicht der jungen Befragten jedoch elektrisch. Zumindest gehen 63 Prozent von ihnen davon aus, dass der Elektroantrieb langfristig die Verbrennungsmotoren vollständig verdrängen wird. Und 75 Prozent glauben, dass dies gut für die Umwelt sein wird.

Eine Herausforderung für die Autohäuser könnte das Informationsverhalten der Gen Z werden. Sie schaut sich nämlich lieber im Internet um, als sich zum Händler aufzumachen. Acht von zehn jungen Deutschen tragen selbst ihre Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammen.

Falls sie im Kaufprozess einen Rat benötigen, würden sich 33 Prozent der Befragten aus der Gen Z direkt an die Hersteller und nur 30 Prozent an die Händler wenden. Damit steht der deutsche Autohandel aber international immer noch vergleichsweise gut da. Global gesehen vertrauen mit 44 Prozent sehr viel mehr junge Leute eher den Herstellern als den Händlern (25 Prozent).

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