Eurocup 2024 Deutsche Kfz-Mechatroniker siegen beim Eurocup in Bozen

Von Edgar Schmidt 3 min Lesedauer

Zwölf anspruchsvolle Aufträge, jeweils gespickt mit mehreren Fehlern und nur 40 Minuten Zeit pro Aufgabe – das war der Eurocup 2024, der am 12. und 13. Januar im italienischen Bozen stattfand. Insgesamt 14 Kfz-Mechatroniker aus vier Ländern kämpften hier in zwei Wettbewerben um ein Ticket für die Berufsweltmeisterschaften „Worldskills“ im September 2024 in Lyon.

Der deutsche Kfz-Mechatroniker Manuel Schmied holte sich den Sieg beim Eurocup 2024 in Bozen in der Disziplin Pkw-Technik. Auf Platz zwei landete der Südtiroler Tobias Forer (li.) und Platz drei belegte Nevio Bernet aus de Schweiz. Beglückwünscht wurden sie von Julia Genetti, Obfrau des Südtiroler Kfz-Gewerbes und Martin Niederkofler, Chefexperte des Eurocups.(Bild:  Schmidt - VCG)
Der deutsche Kfz-Mechatroniker Manuel Schmied holte sich den Sieg beim Eurocup 2024 in Bozen in der Disziplin Pkw-Technik. Auf Platz zwei landete der Südtiroler Tobias Forer (li.) und Platz drei belegte Nevio Bernet aus de Schweiz. Beglückwünscht wurden sie von Julia Genetti, Obfrau des Südtiroler Kfz-Gewerbes und Martin Niederkofler, Chefexperte des Eurocups.
(Bild: Schmidt - VCG)

Acht Stunden volle Konzentration für 12 anspruchsvolle Aufgaben, insgesamt 14 Kontrahenten und zwei Sieger: Der Eurocup 2024, der am 12. und 13. Januar im italienischen Bozen stattfand, forderte vollen Einsatz von den Teilnehmern. Denn bei diesem Wettbewerb küren die Kfz-Verbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Südtirol traditionell ihre Teilnehmer für die Berufsweltmeisterschaften. Aus Österreich waren in diesem Jahr allerdings keine Teilnehmer angetreten. Aus Südtirol waren drei Kandidaten angereist, aus Luxemburg zwei und die Schweiz war mit drei Kfz-Mechatronikern und einer Kfz-Mechatronikerin vertreten.

Erfolgreiches Team-Deutschland

Deutschland war mit fünf Teilnehmern angereist, drei in der Disziplin Pkw-Technik und zwei in der Disziplin Nutzfahrzeug-Technik.

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Denn da bei den „Worldskills“ in Lyon erstmals auch Kfz-Mechatroniker im Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik in einem eigenen Wettbewerb vertreten sind, gab es in Bozen auch spezielle Aufgaben in dieser Disziplin.

Die deutschen Pkw-Experten Nils Schindler, Manuel Schmied und Luca Felder hatten sich über gute Leistungen bei der Deutschen Meisterschaft der Kfz-Mechatroniker qualifiziert. Die beiden Nutzfahrzeug-Experten Andy Schuck und Florian Iral waren als Seiteneinsteiger in den Wettbewerb gekommen und hatten in Castings ihr Können unter Beweis gestellt.

Dass der ZDK mit seiner Kandidaten-Auswahl richtig gelegen hat, zeigen die Ergebnisse des Eurocup: In beiden Disziplinen ging der Sieg nach Deutschland. Manuel Schmied holte sich den Titel bei den Pkw-Mechatronikern und Andy Schuck bei den Nfz-Mechatronikern.

Und auch die drei weiteren deutschen Teilnehmer zeigten respektable Leistungen. Schmied und Schuck hatten allerdings den Vorteil, dass sie im vergangenen Jahr bereits Teilnehmer bei den Euroskills in Danzig waren und deshalb auf deutlich mehr Wettkampfpraxis zurückblicken konnten.

Manuel Schmied hatte jedoch mit einem speziellen Handicap zu kämpfen. Am Tag vor dem Eurocup hatte er sich den Nacken verrenkt und war deshalb nur eingeschränkt bewegungsfähig. Diesen Malus hat er durch sein ganz besonderes Engagement mehr als kompensieren können. Doch auch bei allen anderen Mitgliedern der deutschen Mannschaft konnte man während der beiden Wettkampftage förmlich spüren, dass sie mit der richtigen Einstellung bei der Sache sind.

Faire Bedingungen

Der Wettbewerb fand in den gut ausgestatteten Räumen der Landesberufsschule für Handwerk und Industrie in Bozen statt. Das Team um die Obfrau des Südtiroler Kfz-Gewerbes, Julia Genetti hatte vierzehn äußerst anspruchsvolle Aufgaben erarbeitet, für die die Teilnehmer jeweils nur 40 Minuten Bearbeitungszeit hatten.

Das Spektrum reichte von der Motorvermessung über Komfortelektrik, Motormanagement und Datenbus-Technik bis hin zu einer Bremsenreparatur. Die Nfz-Mechatroniker mussten sich außerdem mit einer Druckluft-Bremsanlage auseinandersetzen. Für eine faire Bewertung der Teilnehmer sorgten Experten aus den Teilnehmerländern. Aus Deutschland war die beiden Bundestrainer Franz Havlat und Thomas Holzmann nach Bozen gekommen, um das Expertenteam zu unterstützen.

Der Weg war das Ziel

Um wirklich die Besten aus dem gut ausgebildeten Teilnehmerfeld selektieren zu können, hatten die Organisatoren bewusst schwere Aufgaben gewählt, die kaum in der zur Verfügung stehenden Zeit komplett zu lösen waren. Gefragt waren eine schnelle Auffassungsgabe, eine ebenso schnelle Problemlösung und eine gute Systemkenntnis. Denn genau das sind die Kompetenzen, die Teilnehmer bei den Welt- und Europameisterschaften brauchen.

Für das Ergebnis an jeder Station bewerteten die Experten primär nicht die Zahl der gefundenen Fehler, sondern den Weg der Fehlersuche sowie den Umgang mit den Unterlagen und Testgeräten. Denn die richtige Diagnosestrategie ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Arbeit im Kfz-Gewerbe.

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