Gesellenprüfung Digitale Aufgaben in der praktischen Prüfung

Von Edgar Schmidt 2 min Lesedauer

Beim theoretischen Teil der Abschlussprüfung für Azubis im Beruf Kfz-Mechatroniker setzt sich die digitale Form langsam durch. Die TU Dresden führt nun erstmals zusammen mit dem Haus des Kfz-Gewerbes in Dresden eine digitale Prüfungsstation in der praktischen Abschlussprüfung der Kfz-Mechatroniker durch.

Symbolbild: Das Haus des Kfz-Gewerbes in Dresden setzt erstmal in der praktischen Gesellenprüfung der Kfz-Mechatoniker auch eine digitale Prüfungsstation ein.(Bild:  KI-generiert)
Symbolbild: Das Haus des Kfz-Gewerbes in Dresden setzt erstmal in der praktischen Gesellenprüfung der Kfz-Mechatoniker auch eine digitale Prüfungsstation ein.
(Bild: KI-generiert)

Beim praktischen Teil der Gesellenprüfung für Kfz-Mechatroniker findet vom 28. Januar bis 2. Februar 2026 im Haus des Kfz-Gewerbes in Dresden eine Premiere statt: Nach Angaben der TU Dresden absolvieren die rund 100 Prüflinge den praktischen Prüfungsteil der Fehlerdiagnostik nicht mehr nur an einem realen Fahrzeug, sondern auch an einer digitalen Prüfungsstation. Die dafür notwendige Computersimulation wurde von der Professur für Berufspädagogik der Technischen Universität Dresden entwickelt. Um sie prüfungstauglich zu machen, erprobten die Entwickler die Simulation anschließend über mehrere Monate in anderen Prüfungsbezirken der Region. Danach gab der zuständige Gesellenprüfungsausschuss sein OK.

Leichter vergleichbar

Laut TU Dresden entstand die Computersimulation im Rahmen des ESF-Projekts „InnoVET-Kfz“ in enger Zusammenarbeit mit Akteuren der beruflichen Bildung in Dresden. Für Max Hustig, Leiter der Berufsbildung am Haus des Kfz-Gewerbes Dresden, hat die Computersimulation einen großen Vorteil: Sie ermögliche es, komplexe Fehlerszenarien, die an echten Fahrzeugen im Rahmen einer Prüfung nur schwer oder gar nicht umsetzbar wären, realistisch und reproduzierbar darzustellen. „So schaffen wir praxisnahe, sichere und zeitgemäße Prüfungsbedingungen, die den Anforderungen moderner Fahrzeugtechnik gerecht werden“, erklärt er.

Hintergrund der digitalen Entwicklung seien Defizite in der bisherigen Ausbildung. Untersuchungen zeigten, dass ein großer Teil der Kfz-Auszubildenden am Ende der Ausbildung das angestrebte Kompetenzniveau nicht vollständig erreiche. Zudem bestünden Zweifel an der Vergleichbarkeit praktischer Gesellenprüfungen, da Prüflinge häufig unterschiedliche Fehlerbilder bearbeiten müssten.

Die Verantwortlichen erwarten nun, dass die neue digitale Prüfungsstation hier Abhilfe schafft: Alle Prüflinge bearbeiten identische Störungsbilder, wodurch sich die Diagnosekompetenz objektiv und vergleichbar erfassen lasse. Gleichzeitig werden Personal- und Materialaufwand für die Prüfungsdurchführung reduziert.

Praxis ist nicht ersetzbar

Die digitale Prüfungssituation soll die praktische Prüfung jedoch keinesfalls ersetzen. Denn allen ist klar, dass die Praxis ein zentraler Bestandteil der Kfz-Ausbildung bleiben muss. Eine komplette Digitalisierung aller Prüfungsinhalte sei nicht möglich. „Die handwerklichen Fähigkeiten bleiben ein zentraler Bestandteil der Ausbildung und werden weiterhin an realen Fahrzeugen geprüft, um die praktische Kompetenz der Prüflinge sicherzustellen“, erläutert Max Hustig.

Nach Angaben der Entwickler habe die entwickelte Computersimulation dennoch das Potenzial, künftig auch bei weiteren Abschlussprüfungen in Sachsen und bundesweit eingesetzt zu werden.

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