Zeitmanagement Weniger Lernstress

Von Sybille Weinschenk 4 min Lesedauer

Genug vom ständigen Lernstress? Dann wird es Zeit, deine Lernstrategie zu ändern: Mit einfachen Techniken schaffst du es, in weniger Zeit mehr zu lernen. Wir zeigen dir, welche Methoden helfen und wie du sie anwendest.

Nach einem langen Tag im Betrieb steht abends oft noch Lernen auf dem Programm. Mit den richtigen Zeitmanagement-Techniken fällt das leichter.(Bild:  © Marius Venterpeopleimages.com – stock.adobe.com)
Nach einem langen Tag im Betrieb steht abends oft noch Lernen auf dem Programm. Mit den richtigen Zeitmanagement-Techniken fällt das leichter.
(Bild: © Marius Venterpeopleimages.com – stock.adobe.com)

Kennst du das? Du kommst müde von der Arbeit und willst eigentlich nur noch entspannen. Doch dann fällt dir ein: Die nächste Klassenarbeit steht an, und du hast noch nichts dafür gelernt. Was jetzt – Lernstress oder verdrängen und Freizeit genießen?

Keine Sorge, so geht es vielen Azubis. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Techniken kannst du dir viel Stress sparen. Es ist nämlich möglich, den Lernstoff zu bewältigen und dennoch Zeit für Hobbys und Freunde zu haben. Im Beitrag geben wir Tipps, wie du den Lernstoff organisieren kannst, ohne überfordert zu sein.

Die wichtigsten Aufgaben zuerst

Wenn du das Gefühl hast, ständig beschäftigt zu sein und trotzdem entscheidende Aufgaben vergisst, ist das Eisenhower-Prinzip ideal. Mit dieser Technik behältst du den Überblick und verlierst dich nicht im Kleinkram. Sie hilft dir, zwischen „dringend“ und „wichtig“ zu unterscheiden; zwei Begriffe, die viele verwechseln.

Dringend: Diese Aufgaben müssen schnell erledigt werden, sonst gibt es Stress. Das können z B. Hausaufgaben für den nächsten Tag sein, die nicht unbedingt entscheidend für deine langfristigen Lernziele, wie etwa die Gesellenprüfung sind.

Wichtig: Diese Aufgaben helfen dir, größere Ziele zu erreichen, auch wenn sie nicht sofort erledigt werden müssen.

Das Eisenhower-Prinzip kennt vier Arten von Aufgaben:

  • 1. Wichtig und dringend: Sofort machen.
  • 2. Wichtig, aber nicht dringend: Rechtzeitig planen.
  • 3. Dringend, aber nicht wichtig: Abgeben oder Arbeitsumfang reduzieren.
  • 4. Weder wichtig noch dringend: Streichen!

Die Eisenhower-Matrix hilft dir, dein Lernpensum besser zu gewichten und sinnvoll zu organisieren.(Bild:  VCG)
Die Eisenhower-Matrix hilft dir, dein Lernpensum besser zu gewichten und sinnvoll zu organisieren.
(Bild: VCG)

Das Wichtigste bei dieser Methode: Bleib diszipliniert. Sobald ein Zeitblock vorbei ist, geh zur nächsten Aufgabe über. Das hilft dir, im Plan und konzentriert zu bleiben. Je mehr Tätigkeiten du geplant hast, umso wichtiger ist das.

So schaffst du viel mit wenig Aufwand

Kennst du das Pareto-Prinzip? Es besagt, dass du mit 20 % Aufwand 80 % der Ergebnisse erzielen kannst. Fürs Lernen heißt das: Wenn du die wichtigsten 20 % des Stoffs beherrschst, kannst du 80 % der Aufgaben meistern. Und so findest du heraus, was zu den 20 % gehört:

  • Schau dir alte Prüfungen an, dann weißt du, welche Themen immer wieder drankommen.
  • Frag deine Lehrerinnen und Lehrer: Sie wissen genau, welche Bereiche für die Prüfung besonders wichtig sind.
  • Achte auf den Schwerpunkt im Unterricht: Häufig widmen Lehrkräfte bestimmten Themen mehr Zeit – das ist ebenfalls ein Hinweis darauf, dass sie besonders wichtig sind.

Ein Beispiel: Stell dir vor, du bereitest dich auf eine Prüfung zur Fahrzeugdiagnose vor. Anstatt jede Übungsaufgabe zu lösen, schaust du dir zunächst ein paar alte Prüfungen an. Dabei stellst du fest, dass Fehlercodes, Diagnosetechniken und Elektrosysteme besonders häufig vorkommen. Das sind die entscheidenden 20 %, die dir helfen, mit weniger Aufwand bessere Ergebnisse zu bekommen.

Diese Methoden solltest du ausprobieren

Jetzt kennst du das Eisenhower- und das Pareto-Prinzip. Aber wie setzt du das Ganze im Alltag um? Hier sind fünf bewährte Methoden:

To-do-Listen und Pläne

Mit einer To-do-Liste behältst du den Überblick über alles, was du erledigen musst. Notiere lieber viele kleine Aufgaben als eine große. Umfangreiche Aufgaben unterteilst du einfach in kleinere Schritte. Das Abarbeiten kleiner Aufgaben motiviert nämlich, und außerdem siehst du schneller Fortschritte. Ordne deine Aufgaben dabei nach dem Eisenhower-Prinzip: Wichtig und dringend kommt zuerst!

Bei Tages-, Wochen- oder Monats­plänen solltest du darauf achten, dass du nicht zu viel auf einmal planst. Wenn die Listen zu lang werden, kann das schnell frustrieren. Plane realistisch!

ALPEN-Methode

Die ALPEN-Methode ist eine simple, aber effektive Planungstechnik für deinen Tag. So funktioniert sie:

  • Aufgaben notieren
  • Länge einschätzen
  • Pufferzeiten einplanen (ca. 40 %)
  • Entscheidungen treffen
  • Nachkontrolle

Eat-the-Frog-Methode

Die „Eat-the-Frog“-Methode besagt: Beginne mit der schwierigsten oder unangenehmsten Aufgabe. Weil das Überwindung kostet, schieben wir solche Aufgaben nämlich oft auf, obwohl sie besonders wichtig sind. Wenn du stattdessen direkt damit anfängst, fühlen sich die restlichen Aufgaben umso leichter an.

Wenn du beispielsweise Angst vor einem schwierigen Test hast, den du in einer Woche schreibst, fang damit an, dich auf diesen Test vorzubereiten. Die deutlich einfacheren Hausaufgaben, die du für den nächsten Tag brauchst, machst du danach. Probier es einfach mal aus. Du wirst sehen, dass du besser lernst und Aufschieberitis immer seltener auftritt.

Time-Blocking

Beim Time-Blocking teilst du deine Lernzeit in feste Zeitblöcke ein. Du reservierst also feste Zeiträume für bestimmte Aufgaben. Zum Beispiel:

  • 18:00 bis 19:00 Uhr: Digital-Kurs „Achsen“ im autoFACHMANN
  • 19:00 bis 19:45 Uhr: Hausaufgaben
  • 19:45 bis 20:15 Uhr: Arbeitsblätter wiederholen

Das Wichtigste bei dieser Methode: Bleib diszipliniert. Sobald ein Zeitblock endet, wechsle zur nächsten Aufgabe. So bleibst du konzen­triert und im Zeitplan. Je mehr Aufgaben du geplant hast, desto entscheidender ist das.

Pomodoro-Technik

Die Pomodoro-Technik ist perfekt, wenn du dich schnell ablenken lässt. So funktioniert sie:

  • Stell einen Timer auf 25 Minuten.
  • Arbeite in dieser Zeit konzentriert an einer Aufgabe.
  • Nach den 25 Minuten machst du 5 Minuten Pause – stehe auf, trinke etwas oder entspanne kurz.
  • Wiederhole das Ganze vier Mal, dann gönnst du dir eine längere Pause von 15–30 Minuten.

Der Vorteil: Durch die kurzen aber dennoch intensiven Phasen bleibst du konzentriert und kommst schneller voran.

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Weniger Stress, mehr Erfolg

Mit den richtigen Techniken kannst du den Stress beim Lernen deutlich reduzieren. Probiere verschiedene Methoden aus und finde heraus, welche dir am besten liegen. Egal, ob du das Eisenhower-Prinzip nutzt, um deine Aufgaben sinnvoll zu ordnen, oder die Pomodoro-Technik, um konzentriert zu lernen – du wirst schnell merken, wie viel produktiver und entspannter du lernen kannst. Wenn du die Techniken konsequent anwendest, bleibt dir außerdem mehr Zeit für deine Hobbys und Freunde.

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