Wie gut oder schlecht du lernen kannst, hängt nicht nur von Lernstrategien oder -methoden ab. Ebenso wichtig ist, wie du dich vorbereitest. Der Beitrag gibt Tipps, worauf du dabei achten solltest.
Pause mit Skateboard und Wasserflasche: Das hilft dir, aufnahmebereit zu bleiben.
Stell dir vor, du willst für eine Klassenarbeit oder Prüfung lernen. Du bist müde und unkonzentriert, dein Schreibtisch versinkt im Chaos und Nachrichten auf dem Handy lenken dich ab. Falls dir das bekannt vorkommt, solltest du unbedingt etwas ändern. Unter diesen Bedingungen ist es nämlich ziemlich schwer zu lernen.
Unordnung um dich herum führt zwangsweise zu Chaos im deinem Kopf. Wenn du effektiv lernen willst, solltest du als Erstes aufräumen. Das hilft dir, klarer zu denken und dich besser zu konzentrieren.
Auch die richtige Beleuchtung ist entscheidend: Wenn Du im Dämmerlicht hockst, müssen sich deine Augen besonders anstrengen. Das führt dazu, dass du schneller müde wirst. Idealerweise sollte der Lernplatz ausreichend hell sein. Ist das nicht der Fall, besorg dir eine Schreibtischlampe.
Völlig unterbewertet und umso wichtiger: frische Luft. Ein gut belüfteter Raum hilft auf jeden Fall dabei, weniger Müdigkeit aufkommen zu lassen. Der Sauerstoff fördert die Konzentration und kann sogar Kopfschmerzen vertreiben.
Vermeide Ablenkungen
Ablenkung ist eines der größten Probleme beim Lernen. Um Störungen zu minimieren, solltest du als erstes dein Handy ausschalten. Schon das kurze Checken von Nachrichten führt dazu, dass du mehrere Minuten brauchst, um dich wieder voll aufs Lernen konzentrieren zu können.
Am besten legst du das Smartphone sogar in einen anderen Raum. Selbst ausgeschaltete Handys buhlen um unsere Aufmerksamkeit – oft ohne, dass wir uns dessen bewusst sind.
Aber auch Straßenlärm oder andere störende Geräusche sind schlecht, wenn du dich konzentrieren möchtest. Sofern du keinen ruhigen Ort zum Lernen findest, probier doch mal Ohrstöpsel oder Noise-Cancelling-Kopfhörer aus.
Nutze Rauschen oder Musik
Wer mit Ohropax oder geräuschunterdrückenden Kopfhörern nicht klarkommt, kann spezielle Hintergrundgeräusche nutzen, sogenanntes weißes Rauschen. Dabei handelt es sich um ein gleichmäßiges Spektrum aller Tonfrequenzen, die das menschliche Ohr hören kann. Das wird weniger störend empfunden als unregelmäßige oder plötzliche Geräusche.
Bestimmte Musikrichtungen können ebenfalls unerwünschte Umgebungsgeräusche überlagern: Besonders gut eignet sich Lofi-Musik („Low Fidelity“). Mit Hintergrundrauschen, Knistern und Retro-Klang sowie einfachen und sich wiederholenden Takten wirkt dieses Musikgenre beruhigend und entspannend.
Wenn du beim Lernen regelmäßig weißes Rauschen oder Lofi-Musik hörst, entwickelt sich für dein Gehirn daraus eine Art Gewohnheit. Sobald es diese Geräusche wahrnimmt, weiß es, dass es sich konzentrieren soll und schaltet in den Lernmodus.
Mach viele Pausen
Pausen während des Lernens sind keine verlorene Zeit – ganz im Gegenteil. Dein Gehirn braucht sie, um sich zu erholen, das Gelernte zu verarbeiten, im Langzeitgedächtnis zu verankern und sich auf neue Informationen vorzubereiten.
Idealerweise solltest du alle 25 Minuten eine kurze Pause einlegen. Nach vier solcher Intervalle planst du eine längere Pause. Die darf dann ruhig eine Viertelstunde bis halbe Stunde dauern.
Viele greifen in dieser Zeit reflexartig zum Handy. Doch das ist schlecht. Das Gehirn wird mit neuen Informationen überfrachtet und kann sich nicht entspannen oder nochmal über das Gelernte nachdenken. Das ist aber wichtig, weil sich das Wissen dadurch festigt. Besser ist es, einfach mal kurz aus dem Fenster zu schauen und frische Luft zu schnappen.
Beweg dich ein bisschen
Auch Bewegung wird oft unterschätzt, wenn es ums Lernen geht. Sie fördert die Durchblutung und regt den Stoffwechsel im Gehirn an: Es wird besser mit Sauerstoff versorgt und ist dadurch aufnahmefähiger. Die erhöhte Durchblutung sorgt außerdem dafür, dass sich neue Nervenzellen bilden und miteinander verbinden. Das Gehirn legt gewissermaßen neue Wege an, damit Informationen schneller übertragen werden.
Doch damit nicht genug: Körperliche Aktivität setzt die Glückshormone Dopamin und Serotonin frei. Sie sorgen für gute Stimmung und helfen dabei, Druck und Anspannung abzubauen. Das ist besonders wichtig, wenn du viel lernen musst. Stress kann sonst schnell dazu führen, dass du dich überfordert oder erschöpft fühlst.
Stand: 08.12.2025
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Das Gute ist: Du musst keine Sportskanone sein. Fahr zwischendurch einfach mal mit dem Fahrrad, dem Skateboard oder geh zu Fuß, statt den Bus zu nutzen.
Iss gut und trink genug
Fast Food, Süßigkeiten und stark kohlenhydratreiche Snacks sind auf jeden Fall verlockend, machen das Gehirn aber langsam und träge.
Anders ist das bei proteinreicher Nahrung, die gesunde Fette und Vitamine enthält: Hühnchen, Fisch oder Nüsse etwa sind besonders nährstoffreich. Das wirkt sich positiv auf die Funktionsfähigkeit des Gehirns aus: Du kannst dich besser konzentrieren und Informationen effektiver verarbeiten.
Genauso wichtig wie das richtige Essen ist die ausreichende Menge Wasser. Idealerweise sollte du gleichmäßig über den Tag verteilt mindestens anderthalb bis zwei Liter trinken. Machst du das nicht, wirst du müde und kannst dich nur noch schlecht konzentrieren. Im schlimmsten Fall kriegst du sogar Kopfschmerzen.
Schlaf ausreichend
Wie fühlst du dich, wenn du zu wenig geschlafen hast? Stolperst du dann auch wie ferngesteuert durch den Tag? Das liegt daran, dass dein Gehirn zu wenig Erholung bekommen hat. Ist der sogenannte REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) gestört, können sich Kurz- und Langzeitgedächtnis nicht mehr gut austauschen. Das hat unter anderem zur Folge, dass neue Informationen, z. B. zuvor Gelerntes, deutlich schlechter in bereits vorhandenes Wissen integriert wird.
Außerdem wird bei mangelndem Schlaf vermehrt der Botenstoff Adenosin ausgestoßen. Er ist dafür verantwortlich, dass sich die Reaktionsfähigkeit verlangsamt und wir uns nur schlecht konzentrieren können. Schon nach drei bis vier Tagen mit deutlich zu wenig Schlaf zeigen sich ähnliche Anzeichen wie nach zu viel Alkohol.
Du weißt jetzt, welche Umstände dich beim Lernen unterstützen können. Vielleicht hast du Lust, den einen oder anderen Tipp umzusetzen. Und sei dabei geduldig mit dir selbst: Auch kleine Veränderungen sind ein Anfang.