Nur jeder vierte Azubi erhält regelmäßig Feedback von seinen Ausbildenden. Dabei wünschen sich laut der Studie „Azubi-Recruiting Trends 2025“ mehr als zwei Drittel regelmäßige, kurze Rückmeldungen.
Nach praktischen Arbeiten am Fahrzeug bietet sich Feedback an – doch das passiert noch zu selten.
Regelmäßiges Feedback motiviert, zeigt Wertschätzung und fördert ein positives Arbeitsklima. Trotzdem erhalten nur 27 Prozent der Azubis zumindest monatlich oder wöchentlich Rückmeldungen von ihren Ausbildenden. Schriftliches Feedback ist mit 47 Prozent eher die Ausnahme, strukturierte Gespräche erleben nur 60 Prozent. Mehr als ein Viertel berichtet sogar, selbst keine Möglichkeit zu haben, den Ausbildenden Feedback zu geben. Das zeigt die Studie „Azubi-Recruiting Trends 2025“ von u-form Testsysteme.
Doch eigentlich sollte Feedback während der Ausbildung regelmäßig, zeitnah und in beide Richtungen erfolgen. Das wünschen sich auch die Azubis: 70 Prozent bevorzugen häufige, kurze Rückmeldungen statt ausführlicher Gespräche in größeren Zeitabständen. Doch nicht nur die Häufigkeit ist problematisch, sondern auch die Art des Feedbacks. Viele Azubis bekommen ihre Rückmeldungen nämlich in Form einer Beurteilung.
Die meisten Azubis wünschen sich öfter Feedback – dafür kürzer.
(Bild: u-form Testsysteme)
„Beurteilungen sind aber etwas anderes als Feedback“, betont Felicia Ullrich, Studienleiterin bei u-form Testsysteme. Feedback beschreibt sachlich und wertfrei, wie das Verhalten einer Person in einer konkreten Situation beim Gegenüber ankommt. Beurteilungen hingegen bewerten und schaffen Hierarchien in der Beziehung der Beteiligten. Selbst positive Urteile lösen oft eine innere Abwehr aus, weil jemand anderes über einen urteilt. Deshalb sind sie wenig hilfreich, wenn es etwa darum geht, ein bestimmtes Verhalten zu ändern.
Azubis wachsen dennoch über sich hinaus
Dabei zeigt sich ein interessantes Paradox. Obwohl viele Ausbildende noch zu wenig mit den Jugendlichen über ihre Entwicklung sprechen, erlebt ein Großteil von ihnen während der Ausbildung erstmals echtes Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten: 69 Prozent der Befragten erleben sich als selbstwirksam. Mit ein Grund dafür sind die Ausbildenden selbst als Vorbilder, erklärt die Studienverantwortliche. Wenn sie vorleben, dass sie durch ihr Handeln etwas erreichen können, lernen das auch ihre Nachwuchskräfte.
Eigen- und Fremdwahrnehmung klaffen auseinander: Mehr als zwei Drittel der Azubis erleben sich als selbstwirksam, aber nur jeder vierte Ausbildende nimmt das wahr.
(Bild: u-form Testsysteme)
Nach Ullrichs Einschätzung wächst die Selbstwirksamkeit der jungen Menschen hauptsächlich dadurch, dass sie in der Ausbildung Projekte übernehmen und ihnen etwas zugetraut wird – selbst wenn ihre Leistungen unkommentiert bleiben. Allerdings scheint die mangelnde Rückkopplung ein Grund dafür zu sein, dass die Ausbildungsverantwortlichen diese Entwicklungsschritte bei ihren Azubis oft gar nicht bemerken: Nur 24 Prozent gaben an, ihre Nachwuchskräfte als handlungsfähig wahrzunehmen.
Wissen über Versicherungen fehlt
Nicht nur bei der Feedback-Kultur wünschen sich Azubis mehr Engagement von ihren Ausbildungsbetrieben. Auch beim Thema Sozialversicherung hätten sie gern mehr Unterstützung. Die Wissenslücken sind groß: 47 Prozent kennt sich nicht mit grundlegenden Fragen aus, wie dem Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Bei der Pflegeversicherung haben sogar 75 Prozent der Azubis nur geringe oder gar keine Kenntnisse.
Schon in der Umfrage von 2023 stand der Wunsch nach Informationen über Sozialversicherung, Krankenversicherung, weiteren Versicherungen und Steuern im Rahmen des Onboardings auf den vorderen Plätzen. Und auch wenn man argumentieren kann, dass das eigentlich Aufgabe von Schule oder Eltern wäre, empfiehlt die Studienleiterin den Ausbildungsbetrieben, die Jugendlichen über diese Themen zu informieren.
Gaming-Elemente zu selten genutzt
Einen weiteren Wunsch haben Azubis beim Lernen selbst: Sie möchten mehr spielerische Elemente im Lernalltag, bekommen sie aber nur selten. 55 Prozent hätten gern Fortschrittsbalken. 49 Prozent wünschen sich Challenges, also Wettbewerbe oder Aufgaben mit anderen Azubis. 48 Prozent wollen Trophäen für besondere Leistungen erhalten. 46 Prozent möchten Erfahrungspunkte bekommen, mit denen sie sich Belohnungen „kaufen“ können.
Obwohl Gaming-Elemente wie Fortschrittsbalken bei Azubis sehr beliebt sind, setzen sie nur wenige Ausbildungsbetriebe ein.
(Bild: u-form Testsysteme)
Der Grund dafür liegt auf der Hand: Junge Menschen verbringen täglich viel Zeit mit Gaming. Jungen im Durchschnitt fast zwei Stunden pro Tag, Mädchen mehr als eine Stunde. Dabei haben sie ständig Erfolgserlebnisse: Sie erreichen neue Level, erhalten Trophäen oder sammeln Punkte. Ullrich empfiehlt daher, diese aus dem Gaming bekannten Erfolgsmechanismen in die Ausbildung zu übertragen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Die Realität sieht gegenwärtig noch anders aus: Challenges nutzen 40 Prozent der Betriebe, Fortschrittsbalken setzen 37 Prozent ein. Mit Erfahrungspunkten arbeiten 29 Prozent, und Trophäen verwenden nur 26 Prozent der Unternehmen. Dabei wäre die Umsetzung oft einfach. Laut Ullrich lässt sich ein Fortschrittsbalken digital mit Ausbildungsplänen realisieren oder analog mit einem Plakat, auf dem der Ausbildungsfortschritt visualisiert wird: „Da sind wir und da wollen wir hin“.