Generation Z Ändert die Generation Z den Automarkt?

Von Sybille Weinschenk 3 min Lesedauer

Die Generation Z, auch als Zoomer bekannt, ist in einer Zeit des Klima­wandels und der digitalen Revolution groß geworden: Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit und Technologie stehen im Mittelpunkt ihrer Werte. Wie wirkt sich das weltweit auf den Automobilsektor aus?

Generation Z nutzt immer öfter alternative Verkehrsmittel. Trotzdem ist das Auto weiterhin wichtig.  (Bild:  © velimir – stock.adobe.com)
Generation Z nutzt immer öfter alternative Verkehrsmittel. Trotzdem ist das Auto weiterhin wichtig.
(Bild: © velimir – stock.adobe.com)

Das Auto scheint für viele Menschen an Bedeutung zu verlieren: Immer mehr junge Leute können nach eigener Aussage darauf verzichten. Das ist eines der Ergebnisse, die das Statistik- und Marktforschungsunternehmen Statista zusammengetragen und ausgewertet hat. Die Daten konzentrieren sich auf Jugendliche und junge Erwachsene der Jahrgänge 1997 bis 2010, auch Generation Z genannt.

Von knapp 14.500 Befragten weltweit gab mehr als ein Drittel der 18- bis 27-Jährigen an, dass sie kein Auto benutzen. Ein weiteres Viertel plant, zukünftig darauf zu verzichten.

E-Auto statt Verbrenner

Allerdings kommt es darauf an, ob die jungen Menschen auf dem Land oder in der Stadt leben. Die Infrastruktur bestimmt mit, wie leicht sie aufs Auto verzichten können. Viele müssen ein Auto nutzen und wollen zugleich umweltfreundlich handeln. Sie kaufen beispielsweise ein E-Auto statt eines Verbrenners. Nahezu jeder und jede Sechste ist schon umgestiegen; jedes zweite bis dritte Mitglied der Generation Z plant, das in Zukunft zu tun.

Wären sie nicht so teuer, würden noch mehr junge Erwachsene zu Elektroautos wechseln. In Deutschland und den USA kosten E-Fahrzeuge viel und gelten als Luxus. Das könnte sich ändern, sobald Anbieter chinesischer Fahrzeuge auf dem europäischen Markt Fuß fassen. Bislang stehen die Deutschen diesen Marken eher skeptisch gegenüber.

Das sind die Alternativen

Diejenigen, die auf ein eigenes Auto verzichten, nehmen öffentliche Verkehrsmittel, nutzen Car-Sharing, bilden Fahrgemeinschaften, fahren Fahrrad oder gehen zu Fuß. Auch E-Scooter, E-Bikes, Segways und ähnliche Transportmittel sind gefragt – vor allem in Städten und für kürzere Strecken.

Eine interessante Entwicklung ist die zunehmende Nutzung von sogenannten Ride-Hailing-Diensten. Mit am bekanntesten dürften hierzulande Uber und Free Now sein. Uber ist ein multinationales Technologieunternehmen, Free Now ein Joint Venture der BMW Group und Mercedes-Benz-Mobility.

Die Mobilitätsdienstleister bieten App-basierte Plattformen an, die sich vor allem in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder München etabliert haben. Während Uber eine Alternative zum traditionellen Taxi-Service bietet, lassen sich über Free Now auch Mietwagen, Carsharing und elektrische Zweiräder aller Art buchen.

Gen-Z-Mitglieder greifen im Allgemeinen häufiger auf diese Transportmittel zurück als vorhergehende Generationen. Während 42 % der europäischen Zoomer angaben, mehr als viermal pro Woche mit einem privaten Fahrzeug zu fahren, waren es bei den 30-45-Jährigen 49 %. Von den Befragten, die älter als 45 Jahre waren, nutzten gar 75 % ihr Auto mehrmals pro Woche.

Voll digitaler Autokauf?

Obwohl die neue Verbrauchergeneration leichteren Zugang zu alternativen Mobilitätsformen hat und diese auch häufiger nutzt, wendet sie sich nicht vollständig vom eigenen Auto ab. Rund die Hälfte der deutschen, britischen und US-amerikanischen Zoomer plant, in den nächsten 12 Monaten ein Fahrzeug zu kaufen.

Dabei setzen sie digitale Dienste und ein gewisses Maß an Personalisierung voraus. Einem Kaufprozess, der vollständig online abgewickelt wird, stehen sie aber noch zögerlich gegenüber. 81 % der US-amerikanischen Gen-Z-Mitglieder gaben jedenfalls an, ihr Fahrzeug im stationären Handel kaufen zu wollen, damit sie es sehen, anfassen und probefahren können.

43 % nutzen während der sogenannten Customer Journey (Kundenreise) eine Mischung aus Online- und Offline-Kanälen. 71 % bekundeten, dass sie dies beim nächsten Autokauf tun wollen. Die Multikanalstrategie wird somit zunehmend beliebter in den Automobilmärkten, besonders beim Kauf von E-Fahrzeugen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Gen Z auch bei größeren Anschaffungen eine stärkere Neigung zum Online-Kauf hat als beispielsweise die Boomer. Schließlich sind Zoomer mit digitalen Technologien aufgewachsen. Trotzdem schätzen viele von ihnen die persönliche Beratung bei Händlern vor Ort – gerade bei wichtigen Anschaffungen wie dem Auto.

So reagieren die Hersteller

Automobilhersteller passen sich beim Entwickeln ihrer Fahrzeuge an die Wünsche und Bedürfnisse der jüngsten Käufergruppe an. So gibt es etwa Fortschritte im Bereich des In-Car-Gaming. Auf eingebauten Touchscreens können Mitfahrende während der Fahrt Spiele spielen. Auch Fahrende selbst können sich die Wartezeit vertreiben, während sie ihr E-Auto laden.

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Außerdem integrieren die Hersteller schon seit Jahren generative KI in die Fahrzeuge – Tendenz steigend. Sie spielt eine wichtige Rolle beim Entwickeln vernetzter Fahrzeugfunktionen, wie etwa dem autonomen Fahren. Aber auch Sprachassistenzsysteme, Fahrerassistenzsystemen oder vorausschauende Wartungs- und Informationssysteme arbeiten mit KI.

Die Generation Z prägt den Automobilmarkt der Zukunft auf vielfältige Weise. Obwohl sie Elektrofahrzeuge und alternative Verkehrsmittel häufiger nutzen als ihre Vorgängergenerationen, bleibt der Verbrenner als Privatauto vorerst das wichtigste Transportmittel zum Pendeln. Darum wird sich die Automobilbranche auch weiterhin an die Bedürfnisse und Vorlieben der jungen Generation anpassen.

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