Herbstforum Region Innung Stuttgart Kfz-Gewerbe muss für seine Berufe werben

Von Holger Zietz 2 min Lesedauer

Beim Herbstforum der Innung Region Stuttgart ging es neben dem persönlichen Austausch auch um die aktuelle Situation der Branche. Der Fachkräftemangel war ein wesentlicher Punkt, ein anderer ein möglicher neuer Autoberuf.

Diskutierten beim Herbstforum der Stuttgarter Innung über den Fachkräftemangel der Kfz-Branche: (v. l.) stellvertretender Obermeister Frank Schnierle, ZDK-Präsident Arne Joswig und Obermeister Torsten Treiber.(Bild:  Zietz - VCG)
Diskutierten beim Herbstforum der Stuttgarter Innung über den Fachkräftemangel der Kfz-Branche: (v. l.) stellvertretender Obermeister Frank Schnierle, ZDK-Präsident Arne Joswig und Obermeister Torsten Treiber.
(Bild: Zietz - VCG)

Klare Worte gegenüber den Automobilherstellern fand ZDK-Präsident Arne Joswig auf dem 33. Herbstforum der Innung Region Stuttgart. Gemeinsam mit Obermeister Torsten Treiber, dessen Stellvertreter Frank Schnierle, Christian Reher, dem Geschäftsführer der Innung Region Stuttgart, sowie Dr. Kurt-Christian Scheel, dem Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des deutschen Kfz-Gewerbes, bezog Joswig Stellung zu den Themen der Branche.

„Neue Geschäftsmodelle dürfen nicht nur den Herstellern Spaß machen“, sagte Joswig. Auch das Kfz-Gewerbe müsse dabei Geld verdienen können. Dafür werde er kämpfen, versprach Joswig und verwies auf seine Position, nicht mehr als aktiver Unternehmer einem Hersteller verpflichtet zu sein.

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Über weitere große Hemmnisse in den Betrieben sprach der stellvertretende Obermeister Frank Schnierle und nannte an erster Stelle den Fachkräftemangel. Die Bindung der Mitarbeiter an ihre Betriebe und neue Auszubildende seien für das Kfz-Gewerbe entscheidend. Dazu gehöre auch, den Autoberuf interessant zu halten, ergänzte Joswig. Er schloss deshalb auch eine Umbenennung des Kfz-Mechatronikers nicht aus.

Weg vom Öl, hin zur Elektronik und Software

Ebenso schloss er nicht aus, einen weiteren Beruf zu gestalten. Denn die Betriebe benötigten künftig auch Fachkräfte, die programmieren könnten. Da müsse man auch Abiturienten ansprechen. Der Beruf bekomme gerade ein anderes Image – weg vom Öl, hin zu Elektronik und Software. Ferner müssten junge Frauen angesprochen werden. „Nur 2,7 Prozent der Azubis im Kfz-Handwerk sind weiblich“, so Joswig. Da sei noch viel Potenzial an fähigen Fachleuten zu heben.

Um die Fachkräfte zu sichern, müsse der Beruf zeitgemäß aufgestellt sein, das unterstrich auch Innungsgeschäftsführer Christian Reher. Dazu gehöre eine zeitgemäße und moderne Kommunikation der Innung. Sie müsse mehr in sozialen Netzwerken für die Branche und deren Berufe werben. „Dabei sollten junge Ansprechpartner die Informationen geben“, betonte Obermeister Thorsten Treiber. Reaktionen von Interessierten und Antworten müssten von den Betrieben sehr zügig erfolgen, sonst sei der junge Interessent weg, riet der Obermeister.

Weiteres Thema des Herbstforums der Stuttgarter war die Elektromobilität. In drei bis vier Jahren werden die ersten Automobilhersteller keine Verbrenner mehr liefern. „Dann ist das Ölgeschäft in diesen Werkstätten im Niedergang“, so Joswig. Darauf gelte es sich vorzubereiten. Bereits heute müssten deshalb alle Betriebe Konzepte und neue Ansätze finden, um mit dieser Form der Mobilität Geld zu verdienen, riet Joswig.

Das Herbstforum der Innung Region Stuttgart findet seit mehr als 30 Jahren statt, diesmal in Kornwestheim bei Stuttgart. Dahinter steckt die Idee, Mitgliedern einen geselligen Abend ohne Regularien und zugleich spannende fachliche Informationen zu bieten. Ihr wurde der Vorstand auch diesmal wieder gerecht.

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