In der Initiative AutoBerufe arbeitet das Kfz-Gewerbe im Sinne der gemeinsamen Nachwuchsförderung mit Herstellern und Importeuren seit über 40 Jahren zusammen. Auf der Jahrestagung der Gemeinschaft standen die Fachkräftestrategie des Verbandes und die Schritte zum Aufbau einer Arbeitgebermarke im Mittelpunkt.
Carsten Berg, Claudia Kefferpütz und Peter Bredol (v. li.) arbeiten in der ZDK-Abteilung Berufsbildung und in der Initiative AutoBerufe zusammen.
(Bild: Büttner – VCG)
Die Zukunft des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes hängt ganz erheblich davon ab, ob die Betriebe künftig weiterhin genügend qualifizierte Fachkräfte für sich begeistern können. Deshalb hat der Verband mit ZDK-Präsident Arne Joswig an der Spitze im vergangenen Jahr seine neue Fachkräftestrategie an den Start gebracht. Was diese bislang bewirkt hat und wohin sie sich entwickeln soll, ist ein großes Thema für die Initiative AutoBerufe. In dieser Gemeinschaft arbeitet der ZDK seit Jahren mit Vertretern der Hersteller und Importeure zusammen, um Nachwuchsfachkräfte für die Betriebe zu sichern. Bei der Jahrestagung kommen die Initiative mit Vertretern der Kfz-Landesverbände zusammen, um an aktuellen Themen gemeinsam zu arbeiten und Erfahrungen auszutauschen. Die Ergebnisse fließen in die Arbeit der Initiative und der Fachkräftestrategie ein.
Auf der Jahrestagung der Initiative im März in Mannheim stellte sich zunächst die neue Spitze der ZDK-Abteilung Berufsbildung vor. Peter Bredol verantwortet nun als Geschäftsführer die Bereiche Technik und Berufsbildung. Zwischen den beiden Gebieten, so führte er aus, gebe es nämlich einige Schnittmengen, beispielsweise beim Berufsbild Kfz-Mechatroniker sowie in der Weiterbildung. Wegen der Fülle der Aufgaben gibt es für beide Bereiche jedoch noch jeweils einen eigenen Abteilungsleiter. Für die Berufsbildung übernimmt demnächst Carsten Berg diese Position. Auf der Jahrestagung war er schon als Gast dabei.
Berufsbildungs-Referentin Claudia Kefferpütz berichtete in ihrem Rückblick, dass das vergangene Jahr für die Initiative AutoBerufe kein leichtes gewesen sei. Der Grund dafür: Änderung im Metaversum – in erster Linie bei Instagram – machten es zunehmend schwer, dort die junge Zielgruppe anzusprechen.
Durch die zügige Entwicklung von neuen Strategien sei es gelungen, über das Jahr eine Reichweite von rund 27 Millionen Kontakten zu erzielen und damit das gesetzte Ziel für 2024 sogar zu toppen. Dazu habe die Initiative unter anderem ihren Snapchat-Account wiederbelebt, das Marketing über Google Ads erweitert und ihre TikTok-Präsenz weiter ausgebaut. All diese Maßnahmen wolle man in diesem Jahr fortführen, denn man habe hiermit die relevante Zielgruppe der 13-20 Jährigen wieder sehr gut erreicht, wie Kefferpütz gemeinsam mit ihren Kollegen Kevin Quint und Manuela Suhr erklärte.
Betriebefinder weiter ausbauen
Ein weiteres Ziel der Initiative für 2025 ist der Ausbau des Betriebefinders. Hierfür ist es wichtig, dass sich noch mehr ausbildende Betriebe dort registrieren und ihre Profile pflegen. Die Diskussion im Plenum zeigte, dass einige Landesverbände an dieser Stelle ebenfalls noch Potenziale sehen, um Betriebe in der Sichtbarkeit als Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber zu unterstützen. Bereits jetzt sind schon rund 9.500 Autohäuser und Kfz-Werkstätten gelistet.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahrestagung 2025.
(Bild: Büttner – VCG)
Was sollen Fachkräftestrategie und Nachwuchsinitiative in diesem Jahr allgemein und konkret angehen? Dazu konnten die Bildungsexperten auf der Jahrestagung ihren Input geben – und sie machten viele Vorschläge. Als besonders wichtig erachteten sie zum Beispiel, alle „Aubildungspersonen“ – also diejenigen, die in den Betrieben und an anderer Stelle konkret mit dem Thema befasst sind – ins Boot zu holen.
Das Nachwuchsmarketing müsse ehrlich und authentisch sein. Gute Praxisbeispiele sind willkommen und sollten auch die Wirklichkeit in den vielen kleineren Betrieben darstellen. Diese könnten zum Beispiel mit einem guten Betriebsklima punkten, was auch für junge Beschäftigte ein wichtiger Faktor sei.
Der neue Baustein START soll 2025 die Integration von Fachkräften aus dem Ausland fördern und das Kfz-Gewerbe als Arbeitgeber für Migrantinnen und Migranten bekannter machen. Hier wünschen sich die Betriebe konkrete Unterstützung durch fachkundige Ansprechpartner, die sie beraten und mit denen sie sich austauschen können. Auch in diesem Punkt gibt es bereits positive Beispiele aus dem Kfz-Gewerbe, die im Rahmen der Kampagne sowohl nach innen in die Betriebe als auch nach draußen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden sollen.
Stand: 08.12.2025
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Employer Branding bei der GenZ
Für das Thema „Social Employer Branding bei der GenZ“ hatte die Initiative Christian Cloppenburg, und Marco ten Hagen vom Schrauberblog als Referenten verpflichtet. Sie verdeutlichten zunächst, dass der Aufbau einer Arbeitgebermarke ein dauerhafter Prozess und keine Einzelmaßnahme ist. Employer Branding finde tagtäglich intern im Betrieb statt und müsse dann nach draußen getragen werden, etwa über Social Media.
Denn die jungen Menschen wollen heute mehr über ihren potenziellen Arbeitgeber wisse als nur das, was in Stellenausschreibungen steht. In einem Zusammenspiel aus der Unternehmenswebsite, Bewertungsportalen und Social Media verschaffen sie sich ein umfassendes Bild. Während nämlich viele Handwerksbetriebe Social-Media-Kanäle nach wie vor nur als Beiwerk betrachten, sind sie für 10- bis 18-Jährige ein Teil des Alltags, ohne den das Leben unvorstellbar wäre.
Deshalb empfiehlt Cloppenburg allen Kfz-Betrieben, aber auch Innungen, diese Kanäle aktiv zu bespielen. Das gelinge nicht nebenbei. Die Verantwortlichen müssten Inhalte planen, erstellen und veröffentlichen. Dann könnten sie aber auch eine Bühne nutzen, um ihr Unternehmen sichtbar zu machen. Und nur wer sichtbar ist, kann neue Fachkräfte begeistern und die nächste Generation für eine Ausbildung gewinnen. „Denn die Bewerber kommen nicht von allein, man muss etwas dafür tun und dafür die Social-Media-Kanäle nutzen“, ergänzte ten Hagen.
Immer wieder wurde im Verlauf der Tagung klar, dass im Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten menschliche Beziehungen eine entscheidende Rolle spielen. Kann dennoch auch künstliche Intelligenz (KI) in diesen Bereich Einzug halten? Diese Frage wurde noch nicht geklärt, doch mit dem Thema KI beschäftigt sich die Initiative AutoBerufe durchaus schon. Zur Einordnung stellte Steven Zielke von der Firma MobilApp auf der Jahrestagung einige Aspekte von KI im Autohaus vor. Dabei wurde klar, dass die Technologie erhebliche Potenziale bietet. Wichtig sei jedoch stets, dass die Technik die Mitarbeitenden nicht ersetzen solle. Vielmehr gehe es darum, die Menschen zu entlasten, damit sie sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können.