Radnabenantrieb Antrieb im Rad

Von Edgar Schmidt 2 min Lesedauer

Hyundai hat einen sehr kompakten E-Antrieb in die Fahrzeugräder integriert. Die Konstruktion verbessert die Platzverhältnisse und Dynamik der Autos und soll sich nicht nur für Pkw eignen, sondern für alle elektrisch angetriebenen Fahrzeuge.

Durch die spezielle Konstruktion des Planetengetriebes im Rad lässt sich dieses beim Uniwheel auf und ab bewegen, ohne dass die Antriebswelle ein Gelenk braucht.(Bild:  Hyundai)
Durch die spezielle Konstruktion des Planetengetriebes im Rad lässt sich dieses beim Uniwheel auf und ab bewegen, ohne dass die Antriebswelle ein Gelenk braucht.
(Bild: Hyundai)

Seit die Elektromaschinen den Fahrzeugantrieb erobern, ist es der Traum vieler Entwickler, die Aggregate in die Radnabe zu integrieren. Das hat viele Vorteile: Die Designer können den Innenraum noch freier gestalten, die Antriebe können durch kurze Übertragungswege noch effizienter werden und für die Fahrdynamik und die Assistenzsysteme hätte eine solche Anordnung ebenfalls Vorteile. Ansätze dafür gibt es schon eine ganze Reihe. Einen neuen Anlauf erprobt der koreanische Hersteller Hyundai nun mit seinem sogenannten Universal Wheel Drive System (Uni Wheel).

Um das Drehmoment vom E-Motor auf die Räder zu übertragen, setzt der Hersteller eine spezielle Planetengetriebekonfiguration ein. Sie besteht aus einem Sonnenrad in der Mitte, vier Ritzeln auf jeder Seite und einem umlaufenden Hohlrad. Der E-Motor überträgt sein Drehmoment auf das Sonnenrad, das dann über die Ritzel das Hohlrad dreht. Dieses ist mit dem Rad verbunden und treibt das Fahrzeug an. Eine Besonderheit ist laut Unternehmensangaben, dass die Ritzel des „Uni Wheel“ gelenkig miteinander verbunden sind. Daraus ergebe sich ein Mechanismus, der eine mehrachsige Bewegung des Rades erlaube und deshalb verschiedene Arten der Radaufhängung ermögliche.

Kompakter Elektromotor

Durch die Verlegung des Untersetzungsgetriebes in die Radnabe und das hohe Untersetzungsverhältnis liefere der Antrieb zudem ein hohes Drehmoment. Dadurch sei es möglich, einen sehr kompakten Elektromotor einzusetzen.

Der kompakte, auf die vier Räder verteilte Antrieb gibt den Platz frei, den bei herkömmlichen Konfigurationen der Motor, das Getriebe und die Antriebswellen beanspruchen. Diesen könnte der Hersteller zum Beispiel für mehr Raum für die Fahrgäste, einen flexiblen Gepäckraum oder eine größere Batterie nutzen. „Uni Wheel“ ist laut Hyundai flexibel und lässt sich an alle Arten von E-Fahrzeugen anpassen.

Neben Fahrzeugen verschiedener Größen könne der Antrieb auch bei anderen Arten von Mobilitätshilfen wie Rollstühlen, Fahrrädern und Lieferrobotern eingesetzt werden. Das System sei skalierbar und ist mit Radgrößen von 4 bis 25 Zoll oder mehr kompatibel. Ob und wann die Koreaner einen solchen Antrieb einsetzen, haben sie allerdings noch nicht bekannt gegeben.

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