Die IAA fand im September zum zweiten Mal in München statt. Zwar hielten sich Autohersteller und Besucher noch stärker zurück, als die Messe erwartet hatte – die Chancen auf eine dritte Auflage stehen trotzdem gut.
Die Hersteller zeigten ihre Autos im Open Space teilweise auf sehr aufwendigen Ständen.
(Bild: VDA/IAA MOBILITY)
Über die ganze Innenstadt verteilte Stände mit Infos und Aktionen sowie viele Bühnen, auf denen Livemusik spielt. Alles frei und kostenlos zugänglich. Die IAA Mobility ist keine klassische Automobilmesse mehr, sondern eher ein Stadtfest mit Mobilität als Schwerpunktthema – zumindest größtenteils, beim sogenannten Open-Space-Bereich. Im September veranstalteten der Verband der Automobilindustrie (VDA) und die Messe München die zweite Auflage der ehemals größten europäischen Automesse in diesem Format in München.
Das Konzept war im Großen und Ganzen das gleiche wie vor zwei Jahren, als die IAA erstmals in München stattfand: Privatbesucher mussten nicht mehr auf das Messegelände fahren, die auffälligen Stände mit den glänzenden Neuwagen kamen zu ihnen in die Innenstadt. Die Ausstellung auf dem Messegelände war dafür den Fachbesuchern vorbehalten. Thema war nicht nur die Automobilwelt, sondern Mobilität generell. In diesem Jahr kamen nach Angaben der Veranstalter rund 500.000 Besucher und 750 Aussteller. Die Besucher absolvierten rund 8.500 Testfahrten mit Pkw und 4.000 mit Fahrrädern und E-Bikes. Die Messe bewertete diese Zahlen zwar als Erfolg, hatte aber ursprünglich mit 700.000 Besuchern gerechnet.
Vielleicht lag die Differenz daran, dass im nach wie vor dominanten Autobereich in diesem Jahr viele etablierte Hersteller fernblieben. Japanische und koreanische Marken fehlten komplett und aus dem Stellantis-Konzern war nur Opel vertreten. Stattdessen nutzten auffällig viele chinesische Autobauer die IAA für einen ersten Aufschlag in Europa. Das Problem: Viele der vorgestellten Autos dürften so schnell nicht auf den europäischen Märkten zu kaufen sein. Und unter den 300 Weltpremieren, mit denen die IAA warb, waren nur wenige Serienautos. Einzig Renault sorgte hier mit der Vorstellung des neuen Scenic für eine nennenswerte Weltpremiere.
Chinesische Aktivitäten
Die auffällig große Anzahl chinesischer Hersteller sorgte im Vorfeld der Messe sogar dafür, dass Medien die Veranstaltung zur „IAA der Chinesen“ erklärten. Das war sicherlich übertrieben. Denn für so manchen chinesischen Hersteller war die IAA-Teilnahme vor allem ein Signal in die Heimat, nach dem Motto: „Seht her, wir sind auf der IAA, der großen europäischen Automobilmesse.“ Denn viele der ausgestellten Modelle werden auf absehbare Zeit nicht auf Europas Straßen fahren.
Natürlich gab es Ausnahmen. So zeigte BYD nicht nur die europäische Modellpalette, die aus sechs Autos besteht – inklusive des SUVs „Seal U“, das auf der Messe erstmals in Europa zu sehen war. Auch BYDs Tochtermarke Denza, die die Chinesen ursprünglich zusammen mit Mercedes gegründet hatten, war vertreten. Sie zeigte den Elektro-Van „Denza D9“. Offiziell wollte BYD mit dem Auto das Interesse der europäischen Kunden testen. Hinter den Kulissen arbeitet man jedoch offenbar schon fieberhaft an der Einführung der zweiten Marke in Europa.
Das Start-up Xpeng zeigte seine beiden Modelle „G9“ und „P7“, die der Hersteller ab dem kommenden Jahr auch in Deutschland verkaufen will. Xpeng kennt man in Deutschland bislang vor allem, seit Volkswagen angekündigt hatte, mit dem Unternehmen zusammen Elektroautos für den chinesischen Markt entwickeln zu wollen.
Ebenfalls als Volkswagen-Partner im Gespräch ist Leapmotor. Dem Elektroautohersteller wird auch eine Liaison mit Stellantis nachgesagt. Offiziell äußert sich bislang keines der Unternehmen zu den Gerüchten. Die Chinesen wollen im kommenden Jahr das SUV „C10“ auf den europäischen Markt bringen; danach soll in jedem Jahr ein weiteres Modell folgen. Aktuell ist Leapmotor bereits mit einem anderen Modell in Europa aktiv. In Frankreich verkaufen die Chinesen den Kleinwagen „T03“.
Dongfeng Forthing, das zu Chinas drittgrößtem staatlichen Autobauer gehört, zeigte als Europapremiere den „U-Tour MPV“ – den Van gibt es als Verbrenner oder mit E-Antrieb. Wann es das Auto offiziell in Deutschland zu kaufen gibt, konnte allerdings niemand am Stand sagen. Auch nicht, ob das überhaupt geplant ist. Forthing zeigte drei weitere Modelle in München, von denen einige im Programm von Indimo sind – der Privatimporteur ist auf China-Fahrzeuge spezialisiert. Doch auch darüber konnte vor Ort niemand Auskunft geben.
Noch völlig ohne Pläne für Europa ist Avatr. Das Fabrikat, hinter dem der chinesische Autokonzern Changan, der Batteriehersteller CATL und der Tech-Konzern Huawei stehen, betreibt in München ein Designzentrum und nutzte die IAA, um Flagge zu zeigen. Als Premiere auf dem auffälligen Stand zeigten die Chinesen den „Avatr 12“: eine sportliche Limousine, die sich vor allem durch autonome Fahrfunktionen auszeichnen soll.
Stand: 08.12.2025
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Nur zur Hälfte chinesisch ist Smart. Die ehemalige Mercedes-Tochter gehört inzwischen zu 50 Prozent der Volvo-Mutter Geely. Und die hat das Fabrikat gleich mal komplett auf den Kopf gestellt. Statt Kleinstwagen gibt es nun SUVs. Das zweite Modelle, den #3, zeigten die Chinesen in München.
Die deutschen Hersteller
Und was zeigten die deutschen Hersteller? Vor allem eindrucksvolle Stände. BMW, Mercedes, VW & Co. haben auf dem Open Space geklotzt und nicht gekleckert. Man muss die Kunden ja irgendwie anlocken. In Sachen Fahrzeuge war der Auftritt jedoch wenig spektakulär – zumindest, wenn es um Serienautos ging.
Einzig Audi stach vielleicht noch heraus: Mit dem „Q6 E-Tron“ setzten die Ingolstädter ein Ausrufezeichen, nachdem die VW-Tochter sehr lange kein neues Modell mehr vorgestellt hatte. Das Fahrzeug steht auf einer neuen Plattform, die Audi gemeinsam mit Porsche entwickelt hat – allerdings kommt es später als geplant. Dementsprechend priorisierte Audi beim Messeauftritt erst mal nur den Innenraum mit den großen Displays und Augmented Reality sowie das Lichtkonzept.
Spannend war BMWs Ausblick auf die „Neue Klasse“, mit der die Münchner in Sachen Elektromobilität den zuletzt verlorenen Anschluss an die Technologiespitze wiederherstellen wollen. Bis die Autos zu kaufen sind, vergehen allerdings noch etwa zwei Jahre. Dementsprechend gab es nur ein Modell der „Neuen Klasse“ zu sehen – ohne die Möglichkeit, einzusteigen.
Diese Möglichkeit hätte BMW den Kunden am Stand von Mini bieten können. Die beiden kommenden Elektromodelle, der dreitürige Cooper und der Countryman, waren bereits in der Serienversion ausgestellt. Leider konnte man sich hier ebenfalls nicht hineinsetzen.
Auch am Mercedes-Stand war das Highlight nur eine Studie. Mit dem CLA Concept zeigten die Stuttgarter einen Ausblick auf Design und Technologie der kommenden Elektromodelle auf der MMA-Plattform. Das erste Auto der neuen Modellfamilie soll zum Jahreswechsel 2024/2025 auf den Markt kommen.
Fast schon unspektakulär mutete dagegen VWs „Volks-Sportwagen-Studie“ an. Mit dem „ID GTI Concept“ wollten die Wolfsburger zeigen, wie sie den legendären Golf GTI ins Elektrozeitalter überführen. Auch Opel zeigte eine Studie. Der futuristische „Experimental“ nimmt das künftige Markengesicht der Stellantis-Tochter vorweg.
Autos und E-Bikes erfahren
Wer Serienfahrzeuge sehen sowie Probe sitzen und fahren wollte, konnte bei fast allen Autobauern die (überwiegend elektrisch angetriebenen) Fahrzeuge der aktuellen Modellpalette bestaunen. Und der eine oder andere Besucher hatte auch die Gelegenheit, sein Wunsch- oder Traumauto vor Ort zu fahren. Das funktionierte gut.
Die Buchung war sowohl per App als auch vor Ort möglich – der Andrang war am einen oder anderen Stand jedoch recht groß. Wer bei den Autos nicht zum Zuge kam, konnte sich hinter der Residenz ein Fahrrad, E-Bike oder Lastenrad schnappen und damit durch den englischen Garten fahren.
Auffällig waren in diesem Jahr zudem die teils großen und selbstbewussten Auftritte von Zulieferern und Dienstleistern. Die IAA ist also auch zur ernst zu nehmenden Fachmesse rund um Auto und Mobilität geworden.
Was fehlende Aussteller angeht, gibt es durchaus Signale, dass der eine oder andere bei der nächsten Auflage wieder dabei sein könnte. So sind die Chancen groß, dass es in zwei Jahren eine dritte Auflage dieses Konzepts in München gibt.