Immer mehr Software soll das Fahrerlebnis verbessern und sicherer machen. Viele Hersteller setzen dafür auf künstliche Intelligenz. Die CES 2024 bot Anfang des Jahres eine gute Plattform für die Präsentation.
Bei Mercedes soll künftig ein neuer virtueller Assistent mit künstlicher Intelligenz und hochauflösender Grafik für ein personalisiertes Fahrerlebnis sorgen.
(Bild: Mercedes-Benz)
Wenn sich in der Vergangenheit neue Trends bei der Unterhaltungselektronik abgezeichnet haben, dauerte es meist noch einige Zeit, bis sich diese Trends auch in der Fahrzeugelektronik etabliert hatten. Nicht so bei KI-Bots wie Chat GPT. Inzwischen stürzen sich gleich eine ganze Reihe von Autoherstellern auf die KI-Technik und wollen sie in ihren Autos etablieren.
Das zeigte zum Beispiel die CES 2024 im Januar in Las Vegas. Hier war die künstliche Intelligenz (KI) ein zentrales Thema. Und auch andere Neuerungen drehten sich oft um Software; Autos waren dagegen nur selten zu sehen. Das zeigt, dass die Software-Entwicklung die Fahrzeugtechnik künftig noch stärker beeinflussen wird als heute schon.
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Bei vielen Herstellern soll KI vor allem die Interaktion von Fahrerinnen und Fahrern mit dem Auto verbessern. Um den Entwicklungssprung, den die neue Technik ermöglicht, in Worte zu fassen, hat sich Mercedes beispielsweise die Superlative „hyperpersonalisieren“ ausgedacht.
So sollen Kunden beispielsweise künftig über den neuen „MBUX Virtual Assistant“ mithilfe von generativer künstlicher Intelligenz eine natürlichere und intuitivere Beziehung zum Fahrzeug aufbauen. Die KI soll dafür von sich aus Unterstützung anbieten, die den Autonutzern das Leben einfacher machen kann. Hochauflösende Game-Engine-Grafiken sollen das Ganze zudem entsprechend visualisieren.
Virtueller Assistent
Die Stuttgarter planen den virtuellen Assistenten mit den Fahrzeugen der kommenden MMA-Plattform (Mercedes-Benz Modular Architecture) einzuführen. Das Konzeptauto „CLA Class“ basiert zum Beispiel auf dieser Plattform. Und was versteht Mercedes nun unter dem Stichwort Hyperpersonalisierung? Der Virtual Assistant soll zum Beispiel hilfreiche Vorschläge machen, die auf erlerntem Verhalten und situativem Kontext basieren. Dies kann das selbständig Abspielen der neuesten Nachrichten am Morgen oder der Start eines bevorzugten Massageprogramms am Ende des Arbeitstages sein.
BMW hat sich mit Amazon verbündet, um die KI im Auto tauglich für natürliche Dialoge zu machen. Nach Angabe der Bayern nutzt der sogenannte Intelligent Personal Assistant zwar schon lange künstliche Intelligenz für die Sprachverarbeitung. Komplexe Verarbeitungsfähigkeiten, die menschenähnliche Interaktionen und Dialoge ermöglichten, seien bisher jedoch noch nicht in Serie integriert.
Hier soll künftig eine generative KI helfen, die vom Alexa Large Langugage Modell (LLM) unterstützt wird. Damit soll der Sprachassistent auf viel menschlichere, gesprächsähnliche Weise schnelle Anweisungen und Antworten zu Fahrzeugfunktionen geben und gleichzeitig einige Fahrzeugfunktionen steuern. Die Alexa-Technik soll in der nächsten Generation des BMW Intelligent Personal Assistant eingeführt werden. Das betrifft Fahrzeuge mit dem BMW Operating System 9 und passiert noch im Laufe des Jahres.
Auch Volkswagen will moderne KI in das Infotainment einbinden. Bereits ab dem 2. Quartal 2024 sollen die Kunden von Chat GPT profitieren können. Eingebunden ist der KI-Bot in der neuesten Infotainmentgeneration IDA. Mit dem Sprachassistenten in IDA lassen sich laut VW zum Beispiel das Infotainment, die Navigation und die Klimatisierung steuern oder auch allgemeine Wissensfragen beantworten. Künftig soll die KI im Rahmen ihrer stetig wachsenden Möglichkeiten viele weitere Informationen liefern. Damit könne man auf einer Autofahrt Gespräche bereichern, Fragen beantworten und vieles mehr – alles mit natürlicher Sprache.
Und die Technik soll nicht nur beim Fahren sehr nutzerfreundlich sein. Denn Volkswagen-Kunden können den KI unterstützten Sprachassistenten IDA wie gewohnt nutzen. Sie müssen also keinen neuen Account anlegen, keine neue App installieren oder Chat GPT aktivieren.
Biometrische Kontrolle
Dass das Auto seine Nutzer auch erkennt, dafür will der Zulieferer Continental künftig mit neuen Kamerasystemen sorgen. Diese sind unsichtbar in der B-Säule sowie im Fahrerdisplay eingebaut und ermöglichen über eine biometrische Authentifizierung des Gesichts, dass nur registrierte Nutzer das Auto öffnen und starten können. Täuschungsversuche soll das System über eine Lebenderkennung verhindern. Denn die Kamera, die in die B-Säule integriert ist, überprüft nicht nur die optische Übereinstimmung mit einem bekannten Nutzer, sondern erkennt darüber hinaus echte Haut. Auch weitere digitale Dienste, wie eine Zahlungsfunktion, soll das System ermöglichen.
Stand: 08.12.2025
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Der Zulieferer ZF und der Reifenhersteller Goodyear wollen künftig die Kommunikation der Reifen mit dem Fahrwerk verbessern um Autos sicherer zu machen. Dafür soll die Überwachung der Reifen mit der sogenannten „SightLine“-Technik von Goodyear mit der Fahrwerkssoftware „cubiX“ von ZF vernetzt werden. SightLine ermöglicht es zum Beispiel mithilfe von Sensoren den Reifenverschleiß im Blick zu behalten, den Grip, den die Fahrbahn bietet, zu detektieren und frühzeitig drohendes Aquaplaning zu erkennen.
Die Goodyear-Technik soll also die Fahrwerkssoftware mit Informationen über Reifen- und Straßenzustand versorgen. Bei kritischen Situationen wie der Gefahr von Aquaplaning oder Glätte kann dann das System eine optimale Geschwindigkeit empfehlen. Darüber hinaus sollen cubiX und SightLine ein verbessertes Einlenkverhalten und eine höhere Stabilität ermöglichen. Daraus soll sich eine geringere Arbeitsbelastung des Steuergeräts und eine Minimierung störender Eingriffe ergeben.
Bosch hat auf der CES ein System vorgestellt, dass das Laden von Elektroautos vereinfachen soll. Außerdem bietet das sogenannte „Automated Valet Charging“ die Chance, Ladesäulen besser auszunutzen. Allerdings müssen dafür nicht nur die Autos entsprechend ausgestattet sein, sondern auch die Parkhäuser. E-Autos, die mit dieser Technik ausgestattet sind, können dann nämlich in einem für automatisiertes Parken (Automated Valet Parking) ausgerüsteten Parkhaus selbstständig zu einem freien Stellplatz mit Ladestation fahren. Dort lädt dann ein Roboter die Batterie. Ist der Ladevorgang beendet, manövriert das Fahrzeug fahrerlos an einen anderen Stellplatz, damit die Ladesäule für das nächste Auto frei wird. Diese Technik wäre zum Beispiel an Flughäfen oder Bahnhöfen hilfreich, wo E-Autos ein oder mehrere Tage lang stehen.
Alles auf Anfang
Ein paar neue Autos gab es auf der CES aber doch zu sehen. Zum Beispiel zeigte Honda zwei Konzeptfahrzeuge aus der neuen „0 Serie“, die die Japaner ab 2026 auf den Markt bringen wollen. Die Null im Namen steht dabei einerseits für null Emissionen, also Elektroantrieb. Sie steht aber auch dafür, dass die Entwickler bei der Konzeption der ersten beiden Modelle wie bei einem Neustart mit einem weißen Blatt Papier gestartet sind.
Herausgekommen sind eine eher sportlich gestaltete Limousine und ein auffälliger Van. Durch konsequenten Leichtbau, einen effizienten Antrieb und eine gute Aerodynamik sollen die Modelle auch ohne große Batterien eine praxistaugliche Reichweite erzielen. Außerdem sollen sich die Batterien in 10 bis 15 Minuten von 15 auf 80 Prozent aufladen lassen und sie sollen nach 10 Jahren Nutzungsdauer maximal 10 Prozent ihrer Kapazität eingebüßt haben.
Zum Antrieb hat Honda bisher nur bekannt gegeben, dass die Modelle sogenannte E-Achsen bekommen werden, bei denen Motor, Wechselrichter und Getriebe kompakt in einem Gehäuse zusammengefasst sind. Das soll den sehr effizient arbeitenden Antriebsstrang ermöglichen. Natürlich darf bei Honda die KI nicht fehlen. Auch die Japaner wollen über diese Technik das Nutzererlebnis verbessern und das Fahren sicherer machen.
Künftig wird es wohl kaum noch ein neues Auto geben, dass nicht die Vorlieben des Nutzers sowie sein Fahrverhalten analysiert, um ihm Vorschläge für mehr Fahrspaß zu machen. Damit wollen Hersteller die Kunden emotional an die Marke binden.