Wer seine Azubis nach der Ausbildung übernehmen möchte, sollte frühzeitig mit ihnen über ihre Perspektiven im Unternehmen reden. Denn das erhöht die Chance, dass sie bleiben.
Wer jetzt noch keine Übernahmegespäche mit seinen Azubis geführt hat, sollte das möglichst bald nachholen.
(Bild: autoFACHMANN)
Immer häufiger haben Kfz-Betriebe Probleme damit, ihre freien Stellen mit geeigneten Fachkräften zu besetzen. Der Tipp, den solche Betriebe dann oft bekommen: selbst ausbilden, anstatt ausgebildete Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zu suchen.
Doch das ist langfristig nur dann erfolgreich, wenn die Betriebe von Anfang an den richtigen Ton treffen, Schulabgänger also auf die richtige Art und Weise ansprechen und später an sich binden. Sich attraktiv für Schulabgänger und ausgebildete Fachkräfte zu machen, ist deshalb keine kurzfristig umsetzbare Maßnahme, sondern bedarf einer langfristigen Strategie.
Deutlich schneller lassen sich dagegen die betriebsinterne Kommunikation verbessern und Maßnahmen ergreifen, damit sich die vorhandenen Mitarbeiter im eigenen Unternehmen wohlfühlen und sich Azubis nach ihrer Ausbildung gerne übernehmen lassen.
Azubis wirklich ernst nehmen
Ein wichtiger Punkt bei der Kommunikation mit seinen Auszubildenden ist, diese wirklich ernst zu nehmen und ihnen das Gefühl zu geben, dazu zu gehören. Das lässt sich unter anderem mit regelmäßigen Feedbackgesprächen erreichen. In denen sollte es spätestens im dritten Ausbildungsjahr nicht nur um die aktuelle Situation gehen, sondern auch um die Perspektiven, die die Azubis nach einer erfolgreich bestandenen Gesellenprüfung im Unternehmen haben. Vor den aktuell anstehenden Abschlussprüfungen ist jetzt fast schon die letzte Möglichkeit, entsprechende Gespräche mit den Azubis zu führen, damit sich diese nicht anderweitig bewerben.
Doch noch immer versäumen es zu viele Ausbilder, ihren Nachwuchs über einen transparenten, offenen und ehrlichen Dialog in das Unternehmen einzubinden. So gaben beispielsweise in einer Verbleibstudie, die der ZDK Anfang 2018 durchgeführt hat, rund 11 Prozent der im Rahmen ihrer Abschlussprüfung befragten Azubis an, noch nicht zu wissen, ob sie von ihrem Betrieb übernommen werden oder nicht. Unternehmen, die so agieren, müssen sich nicht wundern, wenn sich die Azubis zum Ende ihrer Ausbildung in anderen Betrieben bewerben und sie selbst freie Stellen nicht mehr besetzen können.
Neue Verbleibstudie geplant
Um aktuellere Erkenntnisse dazu zu bekommen, welchen beruflichen Werdegang Azubis nach ihrer Gesellenprüfung aktuell einschlagen, wird der ZDK erneut eine Umfrage unter Prüflingen durchführen, deren Ergebnisse im kommenden Jahr veröffentlicht werden.
Regelmäßige Gespräche können für Ausbilder selbst dann hilfreich sein, wenn sich abzeichnet, dass eine Übernahme nach dem Ende der Ausbildung nicht möglich ist. Wer sich wohlfühlt und versteht, warum eine Übernahme aktuell nicht möglich ist, kommt eventuell wieder, wenn eine Stelle frei geworden ist. Wer sich dagegen ungerecht behandelt fühlt, wird den Betrieb auch künftig meiden. Er wird zudem schlecht über seinen ehemaligen Arbeitgeber reden und damit vielleicht verhindern, dass sich ein Kollege bei diesem Betrieb bewirbt. Letztlich sind Mitarbeiter wie Kunden, die ihre Arbeitgeber wie ein Produkt oder eine Dienstleistung auch auf Online-Portalen bewerten. Und immer mehr Bewerber berücksichtigen solche Bewertungen bei der Auswahl von potenziellen Arbeitgebern.
Jugendliche wünschen sich Sicherheit
Darum ist es bei der Suche nach neuen Mitarbeitern hilfreich, sich auch mit den Bedürfnissen der Zielgruppe auseinanderzusetzen. Denn nur dann kann man Bewerbern auch die Bedingungen bieten, die sie sich von einem Arbeitgeber wünschen.
Ein wichtiger Grund für Schulabgänger, sich für einen Ausbildungsbetrieb zu entscheiden, ist zum Beispiel eine gute Chance, nach der Ausbildung übernommen zu werden. Das ist ein Ergebnis einer im Jahr 2019 von Allensbach für McDonalds durchgeführten Studie zu den Motiven der Schulabgänger für die Wahl eines Ausbildungsbetriebes. Diesen Wunsch nach Sicherheit teilen auch viele der aktuellen Azubis in den Betrieben, die ja zur gleichen Generation von Jugendlichen gehören. Umso wichtiger ist es, die Übernahme immer wieder auch bei den aktuellen Azubis zum Thema zu machen. Bei solchen Gesprächen sollte es einerseits um kurzfristige Perspektiven nach der Ausbildung im Unternehmen gehen, damit man schon frühzeitig die Interessen des Mitarbeiters und des Betriebes abgleichen kann. Anderseits sollte es auch um langfristige Perspektiven gehen. Dadurch kann man gute Azubis schon früh entsprechend fördern.
Das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe kann interessante und vielfältige Karrierewege bieten.
(Bild: ZDK)
Lasst die Azubis erzählen
Wer es schafft, die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern, hat damit auch eine Trumpfkarte für das zukünftige Azubimarketing in der Hand. Denn wer kann authentischer für einen Betrieb werben als zufriedene Mitarbeiter? Nach dem Motto: „Bilde gut aus und lass Deine Azubis davon erzählen.“ „Es kann sehr erfolgreich sein, wenn Auszubildende in ihren Social-Media-Kanälen die neuen Ausbildungsstellen des eigenen Betriebes bewerben“, erläutert Birgit Behrens, Geschäftsführerin in der Abteilung Berufsbildung des ZDK. „Denn die erreichen die Zielgruppe und treffen den richtigen Ton.“ Auch auf Berufsbildungsmessen sind Azubis die richtigen Ansprechpartner für interessierte Schüler. Denn wenn diese dort begeistert von ihrer Ausbildung und den Karrierechancen in den Autoberufen erzählen, wirkt das sehr glaubwürdig.
Stand: 08.12.2025
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Mit zufriedenen Azubis und Mitarbeitern lassen sich also gleich zwei Ziele erreichen: Die Fluktuation sinkt und offene Stellen lassen sich leichter mit geeignetem Berufsnachwuchs besetzen. Es lohnt sich also, eine langfristig angelegte Strategie dafür zu entwickeln, sich als guter Ausbildungsbetrieb bekannt zu machen. Denn durch den demografischen Wandel wird die Personalsuche künftig eher schwieriger als leichter.