Lenkräder

Lenken, regeln, fühlen

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Doch die Entwickler müssen nicht nur immer mehr Funktionen innerhalb des Lenkradkranzes unterbringen und Designaspekte berücksichtigen. Da es auch ein Teil des Fahrerrückhaltesystems ist, müssen sie bei der Entwicklung zudem mehr als 35 Gesetze und Richtlinien beachten, die sich teilweise landesspezifisch überschneiden. Diese beinhalten unter anderem Vorgaben zu Formgestaltung, Materialien, Brennbarkeit und Assistenzsystemen sowie zu Insassenschutz und Crashver­halten.

So muss das Lenkrad bei einem Aufprall enorme Beanspruchungen aushalten, ohne dass der Lenkradkranz oder Bauteile wie die Blenden dabei brechen und splittern. Überprüft wird dies mit Festigkeits- und Crashversuchen. Speziell handelt es sich dabei um Knie-Eindringversuche oder auch sogenannte Bodyblockversuche, bei denen Crashkörper mit einer Geschwindigkeit von bis zu 26 km/h in unterschiedlichen Positionen auf das Lenkradskelett auftreffen. So lassen sich hoch beanspruchte Stellen lokalisieren, die die Entwickler dann gezielt mit Rippenstrukturen und passenden Wandstärken ausstatten.

 Recycelte PET-Flaschen 

Natürlich spielt auch die Haptik eine große Rolle bei der Lenkradgestaltung. Alle Lenkräder mit Hands-on- Detection und/oder Lenkradheizung sind zweimal unterschäumt. Das soll eine gute Oberflächenqualität sowie einen guten Griff für den Fahrer gewährleisten.

Bei der Auswahl der Materialien setzt Audi nach eigenen Angaben auf drei Kriterien: hochwertig, strapazierfähig und langlebig. Alle eingesetzten Lederarten fallen als Nebenprodukt der Nahrungsmittelerzeugung an, sind chromfrei gegerbt, atmungsaktiv und durchgefärbt. Im Labor werden unter anderem die Abriebfestigkeit, die Lichtechtheit, das Schrumpfverhalten, die Biegefestigkeit, die Zugkraftfestigkeit, die Innenraumemissionen und das Brennverhalten getestet.

„Darüber hinaus setzen wir in Zukunft auch das Microfaser-Material Dinamica als Lenkradbezug ein“, sagt Marcel Bruch. „Dinamica sieht aus wie Veloursleder und fühlt sich auch so an, besteht jedoch zu großen Teilen aus recyceltem Polyester, das etwa aus Textilien und PET-Flaschen stammt.“

Wenn Funktion und Design der Prototypen passen, beginnt die Erprobungsphase eines neuen Lenkrads. Das erfolgt auf Millionen von Testkilometern und in verschiedenen Verkehrssituationen. Dabei prüfen Testfahrer und Testfahrerinnen nicht nur die neuen Fahrzeugmodelle, sondern auch die Ergonomie und die Haptik der verschiedenen Steuerräder. Erst wenn hier alles passt, beginnt die Serienfertigung. 

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