Lernerfolg Motivation finden: So schaffst du es

Von Sybille Weinschenk 4 min Lesedauer

Wusstest du, dass Motivation deinen Lernerfolg entscheidend beeinflusst? Wir stellen die zwei Hauptarten der Motivation vor und verraten Techniken, mit denen du dich selbst motivieren kannst.

Mit anderen zu lernen kann motivierend wirken. Außerdem hilft gegenseitiges Erklären dabei, den Stoff besser zu behalten. (Bild:  © qunica.com – stock.adobe.com)
Mit anderen zu lernen kann motivierend wirken. Außerdem hilft gegenseitiges Erklären dabei, den Stoff besser zu behalten.
(Bild: © qunica.com – stock.adobe.com)

Bestimmt kennst du das: Es gibt Tage, da fällt dir das Lernen leicht und an anderen will einfach nichts in deinen Kopf. Hast du dich schon mal gefragt, woran das liegen könnte? Oft hat es weniger mit Intelligenz oder Talent zu tun, sondern vielmehr mit deiner Motivation. Sie entscheidet, wie sehr du dich für etwas einsetzt und wie gut das mit dem Lernen klappt.

Wie Motivation den Lernerfolg beeinflusst

Motivation und Lernerfolg hängen eng zusammen: Wenn du motiviert bist, steckst du mehr Zeit und Energie ins Lernen. Dadurch verstehst du den Stoff besser und kannst ihn dir länger merken. Auch wenn es mal schwierig wird und etwas nicht sofort klappt, hilft dir deine Motivation, dran zu bleiben. Je mehr du dich bemühst, desto besser wirst du. Und je besser du wirst, desto mehr Antrieb hast du, weiterzumachen.

Dadurch bist du nicht mehr von deinen Lehrern, deinen Eltern oder dem Druck der Noten abhängig. Du entscheidest, wie und was du lernst und übernimmst so die Kontrolle über dein Lernen. Na, wie fühlt sich das an?

Eigene Überzeugung oder Druck von außen?

Um langfristig motiviert zu bleiben, ist es wichtig, dass du dich selbst dazu bringst, etwas zu tun, und niemand anderen dafür brauchst. Der Fachbegriff hierfür ist intrinsische Motivation (Motivation von innen). Sie entsteht, wenn dich etwas interessiert, dir etwas wichtig ist oder dir Spaß macht. Wenn du beispielsweise gerne an Fahrzeugen arbeitest und eine neue Technik lernen möchtest, brauchst du keinen Anstoß von außen: Du bleibst dran, auch wenn es schwierig wird.

Im Gegensatz dazu steht die extrinsische Motivation (Motivation von außen). Sie wird oft durch Belohnung oder Druck von außen ausgelöst. Du tust etwas, weil du musst, nicht weil du willst. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du nur lernst, um gute Noten zu bekommen oder um gelobt zu werden. Zwar kann extrinsische Motivation kurzfristig nützlich sein, aber sie reicht oft nicht auf lange Sicht.

Growth Mindset: So kannst du dich verbessern

Das Growth Mindset ist ein Konzept, das die amerikanische Psychologin Carol Dweck bekannt gemacht hat. Es besagt, dass alle Menschen ihre Fähigkeiten und ihr Wissen erweitern können. Entscheidend ist, dass sie sich bemühen und regelmäßig üben.

Stell dir vor, es gelingt dir nicht auf Anhieb, den Fehlerspeicher eines Diagnosegeräts auszulesen und Rückschlüsse auf das defekte Bauteile zu ziehen. Statt frustriert aufzugeben und dir zu denken: „Das werde ich nie können!“, holst du dir Hilfe und siehst das als Chance, deine Kenntnisse zu vertiefen, damit du beim nächsten Mal einen Schritt weiter bist. Mit dieser Einstellung wird es dir leichter fallen, motiviert zu bleiben.

Den inneren Schweinehund überwinden

Egal, ob du gerade wenig Antrieb hast oder schon motiviert bist – diese Techniken können dir helfen, deine Motivation zu steigern:

  • Setz dir konkrete Ziele: Statt dir z. B. vorzunehmen, „System- und Hochvolttechnik zu lernen“, formuliere genauer. Etwa „bis Ende der Woche die Funktionsweise eines Hybridantriebs verstehen und erklären können“. Der Vorteil von konkreten Zielen ist, dass du deinen Fortschritt messen kannst. Und das ist wichtig, denn Fortschritt ist eine sehr starke Form der Selbstmotivation.
  • Vermeide Überforderung: Große Aufgaben können abschrecken und zu Frustration führen. Teile sie in kleinere Schritte auf. Wenn du beispielsweise in Deutsch ein langes Buchkapitel lesen musst, gliedere es in mehrere Abschnitte.
  • Nutze deine Interessen: Verbinde den Lernstoff mit Dingen, die du spannend findest. Bist du ein Gaming-Fan? Dann könntest du z. B. in der virtuellen Werkstatt des autoFACHMANN spielerisch die Fehlersuche üben oder lernen, ein Hochvoltfahrzeug sicher spannungsfrei zu schalten.
  • Lerne mit der 5-Minuten-Regel: Bei einem akuten Anfall von „Aufschieberitis“ (Prokrastination) setz dir das Ziel, nur fünf Minuten zu lernen. Oft wirst du weitermachen, denn der größte Widerstand tritt meist am Anfang auf. Wichtig: Wenn es nach fünf Minuten nicht klappt, hör unbedingt auf. Sonst wirkt die Regel irgendwann nicht mehr.
  • Ersetze negative Gedanken durch positive: Statt „Ich schaffe das nicht“, denke „Ich schaffe das noch nicht“. Das zeigt dir, dass du es zukünftig schaffen kannst. Stell dir vor, wie gut du dich fühlen wirst, wenn du die Aufgabe tatsächlich gemeistert hast. Eine positive Haltung hilft dir, auch bei schwierigen Aufgaben motiviert zu bleiben.
  • Lerne mit anderen: Das mag länger dauern, hat aber zwei große Vorteile. In einer Gruppe könnt ihr euch bei schwierigen Themen gegenseitig helfen. Außerdem bleibt dir das, was du anderen erklärst, selbst besser im Gedächtnis. Wenn ihr auf Online-­Plattformen ausweicht, spart ihr die Fahrtzeit.
  • Belohne dich selbst: Gönn dir nach dem Lernen etwas Leckeres, schau eine Folge deiner Lieblingsserie oder triff dich mit Freundinnen und Freunden. Die Aussicht darauf, nach dem Lernen etwas zu tun, worauf du dich freust, steigert deine Selbstmotivation deutlich.

Motivation ist entscheidend: Sie treibt dich an, Neues zu lernen und auch schwierige Aufgaben zu bewältigen. Wer Lernen nicht nur als lästige Pflicht sieht, sondern als Chance, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln, wird bessere Ergebnisse erzielen. Weil Motivation nicht auf Knopfdruck funktioniert und Lernen oft wenig Spaß macht, ist eine gewisse Portion Selbstdisziplin nötig. Aber jede und jeder kann lernen, sich selbst zu motivieren – mit der richtigen Einstellung, regelmäßiger Übung und etwas Anstrengung. 

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