Ausbildungsstatistik Weniger Ausbildungsplätze im Kfz-Gewerbe

Von Johannes Büttner 2 min Lesedauer

Die angespannte wirtschaftliche Lage schlägt auf den Ausbildungsmarkt durch. Auch das Kraftfahrzeuggewerbe kann sich dieser Entwicklung nicht mehr entziehen.

Die Autohäuser stellten 2025 spürbar weniger angehende Automobilkaufleute ein. (Bild:  Promotor/T.Volz)
Die Autohäuser stellten 2025 spürbar weniger angehende Automobilkaufleute ein.
(Bild: Promotor/T.Volz)

Die derzeitige schwierige wirtschaftliche Situation in Deutschland spiegelt sich in der Ausbildungsbilanz des Jahres 2025 wider. Insgesamt wurden bis Ende September laut der offiziellen Jahresstatistik des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) bundesweit rund 476.000 duale Ausbildungsverträge abgeschlossen. Dies entspricht einem Rückgang von 10.300 Verträgen oder 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch das Kfz-Gewerbe ist von diesem Negativtrend betroffen. 24.531 neue Auszubildende im Beruf Kraftfahrzeugmechatroniker/in bedeuten erstmals seit fünf Jahren wieder einen Rückgang. Mit 2,8 Prozent fällt dieser – gemessen an den starken Anstiegen der Vorjahreszahlen – immerhin relativ moderat aus. In Hessen und Mecklenburg-Vorpommern gingen die Zahlen sogar leicht nach oben.

Unter dem Strich stellten die Kfz-Betriebe noch immer mehr Nachwuchskräfte ein als in jedem der Jahre zwischen 2020 und Jahr 2023. Außerdem bleibt der Kfz-Mechatroniker unverändert an der Spitze des Rankings der größten Ausbildungsberufe. Im vergangenen Jahr hatten die Autoberufe noch gegen den Gesamttrend zulegen können, in einigen Bundesländern sogar deutlich.

Für den kaufmännischen Branchenberuf weist der Pfeil noch etwas weiter nach unten: 5.406 neue Automobilkaufleute bedeuten einen Rückgang um 5,5 Prozent. Auch in diesem Beruf hatte es in den Vorjahren einen kontinuierlichen, teilweise deutlichen Aufwärtstrend gegeben. Der Fahrzeuglackierer (2.211 neue Azubis, +0,2 %) sowie der Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker (1.632 neue Azubis, -0,7 %) bewegten sich auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr.

Betriebe bieten weniger Ausbildungsplätze

Beim Blick auf den Gesamtmarkt fällt auf, dass vor allem das Angebot an Ausbildungsplätzen eingebrochen ist: Mit rund 530.300 Stellen wurden 25.300 Ausbildungsplätze weniger registriert als im Vorjahr – ein Minus von 4,6 Prozent. Seit dem Jahr 2009 ist das Angebot an Ausbildungsplätzen nur im ersten Jahr der Coronapandemie noch stärker zurückgegangen als in diesem Jahr.

Positiv für die Unternehmen: Diejenigen Betriebe, die ausbildungswilligen Betriebe haben statistisch weniger Schwierigkeiten, ihre Lehrstellen zu besetzen. Dem rückläufigen Angebot an Ausbildungsplätzen steht nämlich eine leicht steigende Nachfrage vonseiten der Bewerber und Bewerberinnen gegenüber (+0,7 Prozent beziehungsweise +3.700 auf 560.300).

Mit etwa 54.400 unbesetzten Ausbildungsstellen blieben 15.000 Plätze beziehungsweise 21,6 Prozent weniger Stellen vakant als im Vorjahr. Damit ist der Anteil der unbesetzten Stellen an allen betrieblichen Ausbildungsplatzangeboten auf 10,6 Prozent gesunken – der niedrigste Wert seit 2020.

Aus Sicht der Bewerberinnen und Bewerber hat sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt dagegen verschärft. Denn zum Stichtag 30. September 2025 hatten rund 84.400 junge Menschen noch keinen Ausbildungsplatz gefunden – ein Anstieg um 19,9 Prozent und der höchste Wert seit 2010.

BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser betont: „Die negative Entwicklung am Ausbildungsmarkt ist eine direkte Folge der angespannten wirtschaftlichen Lage. Viele Betriebe reduzieren ihr Angebot mit spürbaren Folgen für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen: wer heute nicht ausbildet, dem fehlen morgen die Fachkräfte. Deshalb appelliere ich an die Unternehmen, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen in Ausbildung zu investieren.“

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