DAT-Report

Unersetzlich und teuer

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 Interesse an Alternativen 

Einen Sprung nach vorn gibt es bei der Elektromobilität – allerdings nicht in dem Maße, wie es die Berichterstattung in den Medien vermuten ließe. Zwar geben 59 Prozent der Neuwagenkäufer an, die Anschaffung eines Pkws mit alternativem Antrieb (Batterieelektrisch, Hybrid, Plug-in-Hybrid, Wasserstoff oder Gas) zumindest in Erwägung gezogen zu haben. Nachdem die Zuwächse in diesem Bereich in den vergangenen Jahren moderat waren, stieg das Interesse nun um ganze 21 Prozentpunkte.

Tatsächlich gekauft wurden 2021 Fahrzeuge mit diesen Antriebsarten allerdings seltener. Insgesamt zählten im vergangenen Jahr 43 Prozent der Neuzulassungen zu den alternativen Antrieben. Auch diese Zahl klingt durchaus beachtlich, in Relation zum Gesamtbestand von 48 Millionen Pkw auf deutschen Straßen ist allerdings aktuell nur ein Prozent der deutschen Autofahrer mit einem solchen Antrieb unterwegs.

Unter allen Pkw-Haltern kann sich laut DAT-Report knapp die Hälfte (46 %) vorstellen, auf ein rein elektrisches Fahrzeug umzusteigen. Der Rest kann es sich gar nicht vorstellen (31 %) oder ist unsicher (22 %). Und auch diejenigen, die offen für einen Wechsel sind, verschieben den Umstieg lieber noch in die fernere Zukunft: Ein Drittel von ihnen will erst in drei bis fünf Jahren wechseln, knapp die Hälfte sogar noch später. Generell hält eine Mehrheit der Befragten batterieelektrische Fahrzeuge für umweltfreundlich in ihrer Nutzung, jedoch nur für bedingt alltagstauglich. Deshalb wollen sie auf einen weiteren Technologiesprung warten.

 Preise auf Rekordhoch 

Was die Preisentwicklung anbelangt, setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort: Die Kurve ging weiter nach oben. Mit 37.790 Euro zahlten Neuwagenkäufer so viel wie noch nie für ihr Fahrzeug. Das liegt unter anderem am immer höheren Ausstattungsniveau, deutlich mehr SUV-Modellen und alternativen Antrieben. Der Preis variiert nach Markengruppe: Käufer deutscher Premiummarken gaben im Schnitt 54.260 Euro aus, Neuwagen der Importfabrikate gingen für 31.840 Euro an ihren Besitzer.

Auch die Gebrauchtwagenpreise erreichten ein Rekordhoch: Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 1.010 Euro beziehungsweise 7 Prozent auf im Schnitt 15.740 Euro. Beim Markenhandel wechselten die Gebrauchten für 21.250 Euro (+14 %) den Besitzer, auf dem Privatmarkt für 10.010 Euro (+3 %). Die Preissteigerung entspricht geradezu dem Lehrbuch der Marktwirtschaft, nennt der DAT-Report als Grund doch die „außergewöhnliche Knappheit beim Angebot“. Auch im Neuwagensektor war das Angebot infolge des Chipmangels kleiner als die Nachfrage.

 Probefahrt bleibt wichtig 

Der Report untersucht auch die Informationsquellen der Autokäufer. Dabei ist auffällig, dass trotz der steigenden Nutzung von Onlinequellen sowie der Kontaktbeschränkungen die Probefahrt extrem wichtig bleibt. 72 Prozent aller Neuwagenkäufer führten eine Probefahrt durch. Bei denjenigen, die ihr Fahrzeug über eine Neuwagenplattform online gefunden haben, waren es sogar 80 Prozent. Insgesamt erwarben 11 Prozent der Befragten ihren Neuwagen über ein Neuwagenportal im Internet.

Für den DAT-Report 2022 führte das Marktforschungsunternehmen GfK in der zweiten Jahreshälfte 2021 eine repräsentative Befragung unter knapp 4.600 Verbrauchern durch. Dabei handelte es sich um 2.575 Neu- und Gebrauchtwagenkäufer sowie rund 2.000 Werkstattkunden.

Der DAT-Report erscheint seit 1974 jährlich und ist eine der größten Verbraucherstudien rund um den Pkw-Kauf und -Service in Deutschland. „Er wirft einen präzisen Blick auf den Automarkt, zeigt die großen Entwicklungslinien auf und erlaubt zugleich eine detaillierte Betrachtung einzelner Bereiche“, betonen die beiden Autoren der aktuellen Ausgabe, Uta Heller und Dr. Martin Endlein.

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