Der VW Golf wird im Mai 50 Jahre alt. Das Erfolgsmodell löste damals nicht nur einen anderen Bestseller ab, den VW Käfer. Es sicherte auch das Überleben von Volkswagen. Der Hersteller stand durch einen Absatzeinbruch beim Käfer nämlich kurz vor der Pleite.
In den vergangenen 50 Jahren hat Volkswagen den Golf in acht Generationen auf den Markt gebracht.
(Bild: Volkswagen)
Ende der 1960er-Jahre stand VW vor einer schweren Entscheidung. Der Käfer hatte den Hersteller weltweit erfolgreich gemacht. Doch es war abzusehen, dass sich seine Zeit dem Ende näherte. Trotzdem zögerten die Verantwortlichen in Wolfsburg, den Bestseller auszuwechseln. Ideen gab es zwar einige, doch ihre Angst war groß, mit einem Nachfolger die Kunden zu verprellen.
Dann wurde Anfang der 1970er-Jahre der Druck jedoch zu groß. Der Absatz des Käfers brach ein, die Wirtschaft steckte insgesamt in einer Krise, Arbeitslosigkeit und Inflation stiegen an. Nun mussten die Verantwortlichen in Wolfsburg schnell handeln, denn der Gewinn war nicht zuletzt durch ihr Zögern stark zusammengeschrumpft und der Aktienkurs in den Keller gestürzt.
Profitieren konnte VW davon, dass man bereits in den 60er-Jahren damit angefangen hatte, an einem Nachfolger zu arbeiten. Eine Variante kam zum Beispiel von Porsche. Unter dem Entwicklungsauftrag EA 266 bauten die Stuttgarter einen kompakten Wagen mit wassergekühltem Mittelmotor und großer Heckklappe. Der unter der Rückbank angeordnete Motor erschwerte jedoch die damals noch häufig notwendigen Wartungs- und Reparaturarbeiten. Allerdings hatte der Prototyp schon erste GTI-Gene: Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 187 km/h wäre er sehr sportlich unterwegs gewesen.
Aus dem Entwicklungsauftrag EA 276 von 1969 entstand bis 1974 die erste Generation des VW Golf, der den Käfer ablöste.
(Bild: Volkswagen)
Auch Volkswagen selbst arbeitete an einem Käfer-Nachfolger, der als Entwicklungsauftrag 276 geführt wurde. Das Konzept zeigt bereits Merkmale des späteren Golf: Frontmotor mit Frontantrieb, Schrägheck mit großer Heckklappe, Verbundlenkerachse, unter der Rücksitzbank angeordneter Tank. Während die Entwickler bei der Karosseriegestaltung für damalige Verhältnisse durchaus mutig waren – das Design orientierte sich an keinem anderen Modell von VW – waren sie beim Antrieb zurückhaltender. Unter der Motorhaube steckte nämlich noch der bekannte Käfer-Boxer mit Luftkühlung. Die Entwickler wollten Kosten sparen und beim Boxer wusste man, dass er zuverlässig war.
Ein entscheidender Impuls für den Golf kam dann von Audi aus Ingolstadt. Dort gab es im Audi 80 und für den geplanten Audi 50 bereits einen wassergekühlten Reihenvierzylinder mit obenliegender Nockenwelle. Dieses Antriebskonzept wurde dann auch für den Golf übernommen.
Italienisches Design
Mit dem Design beauftragte VW dann den italienischen Designer Giorgetto Giugiaro. „Wir wollen, dass Sie uns einen Nachfolger für den Käfer zeichnen. Und wir sind zufrieden, wenn das Platzangebot im Innenraum ungefähr dem des Käfers entspricht“, soll ihm der damalige VW-Vorstandsvorsitzende Kurt Lotz bei der Beauftragung gesagt haben.
Allerdings hatten die VW-Verantwortlichen dann doch konkretere Vorstellungen. „Das neue Massenauto sollte ein moderner Kompakter mit Heckklappe sein – eben variabel, dem neuen Trend entsprechend. Das hat man bei Volkswagen damals richtig erkannt“, erinnerte sich Giugiaro später laut der Golf-Jubiläumsbroschüre an die ersten Gespräche. Außerdem sollte er von Anfang an eine ganze Modellfamilie mit einplanen.
Dass diese Entscheidungen damals richtig waren, zeigt die Erfolgsgeschichte des Golf. Auf den Markt kam er im Mai 1974 und bereits im Oktober 1976 lief der millionste Golf vom Band. Bis heute sind weitere 36 Millionen Exemplare dazugekommen.
Variantenreiches Auto
Ein Erfolgsgeheimnis ist bestimmt das zeit- und schnörkellose Design. Das fällt zwar nicht besonders auf, es polarisiert aber auch nicht. VW hat es geschafft, das Design immer so weiterzuentwickeln, dass jede Modellgeneration in ihre Zeit gepasst hat.
Der Golf GTI brachte für das Modell 1976 einen großen Imagegewinn und viele neue Liebhaber.
(Bild: Volkswagen)
Außerdem brachte der Hersteller immer wieder neue Varianten, die neue Zielgruppen ansprechen konnten. 1976 kam für den Spaßfaktor der erste GTI auf den Markt, seit 2003 bietet VW mit dem Golf R sogar eine noch stärkere Version an. 1979 kam das erste Golf Cabrio. Um den Nutzwert des Bestsellers zu erhöhen, brachten die Wolfsburger 1979 zudem eine Pick-up-Variante auf den Markt, den VW Caddy. Erst 1993 kam dann der Golf Variant genannte Kombi auf den Markt.
Um Liebhaber von klassischen Stufenheck-Limousinen bedienen zu können, hatte VW zudem ab 1979 den Jetta im Programm. Hierzulande hatte der Rucksack-Golf allerdings keinen so großen Erfolg wie sein kompakter Bruder.
VW nutzte den Golf auch immer wieder für Experimente. Bereits 1976 gab es zum Beispiel einen Elektro-Golf und ab 1981 einen Golf Citystromer. Der Golf Country war dann 1990 ein erster Versuch in Richtung kompakter SUV. Der jahrzehntelange Erfolg hat die Kompaktklasse zur Golfklasse gemacht und einer ganzen Bevölkerungsgeneration einen Namen gegeben: der Generation Golf.
Stand: 08.12.2025
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Um den Erfolg weiterzuführen, der bei der 8. Generation durch Probleme bei der Software einen Dämpfer bekommen hatte, bringt VW noch in diesem Jahr eine überarbeitete 8.Generation auf den Markt. Die neunte Generation soll dann ein reines Elektroauto werden und wahrscheinlich den ID 3 ablösen, damit die Erfolgsgeschichte künftig auch elektrisch weitergeht.