Bildungsmonitor

Zielgerichtet in Bildung investieren

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Auch die Qualität der beruflichen Ausbildung hatte unter Corona zu leiden. So gab im Herbst 2020 rund ein Drittel der Betriebe an, dass Ausbildungsinhalte nicht, wie geplant, vermittelt werden konnten, und ein Viertel, dass Auszubildende in Folge von Kurzarbeit nicht im üblichen Umfang tätig sein und betreut werden konnten.

Negativ machte sich zudem bemerkbar, dass nach Ausbruch der Pandemie wesentlich weniger Beratungsangebote durch Schulen und weitere Einrichtungen, Tage der offenen Tür und Praktikumsmöglichkeiten bei Unternehmen sowie Jobmessen zur Verfügung standen. „Erhalten junge Menschen von ihrem sozialen Netzwerk keine oder nur wenig Unterstützung bei der Entscheidung über ihren weiteren Bildungsweg und der Suche nach einem passenden Ausbildungs- oder Studienplatz, ist die Gefahr von Fehlentscheidungen mit langfristig negativen Folgen für sie in der aktuellen Situation sehr groß“, betonen die Wissenschaftler Christina Anger und Axel Plünecke, die das IW-Gutachten erstellt haben.

 Was jetzt zu tun ist 

Welche Maßnahmen sollten Politik und Gesellschaft nun ergreifen, um den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie entgegenzuwirken? Prinzipiell finden es Anger und Plünnecke sinnvoll, dass die Bundesregierung ein „Aufholprogramm“ im Umfang von zwei Milliarden Euro verabschiedet hat, um Corona-Lernlücken zu schließen. Die Bundesländer wollen weitere Mittel zuschießen. Jedoch wirke die Umsetzung „wie in einem Blindflug“, kritisieren die Wissenschaftler.

Konkret verlangen sie, dass der Kontakt zwischen Lehrendem und Lernendem so weit wie möglich – gegebenenfalls auch über digitale Medien – erhalten bleiben und die Beratung der Bildungsteilnehmer gestärkt werden sollte. Überdies seien gerade in der aktuellen Situation Mentorenprogramme hilfreich, die insbesondere junge Menschen mit eher ungünstigen sozialen Netzwerken unterstützen können.

Zudem sollten sich die ausbildenden Institutionen verstärkt miteinander austauschen und von den Erfahrungen anderer lernen. Auch sollte die Politik gerade jetzt Ausgaben im Bildungsbereich verstärkt als Investitionen betrachten und hier gegebenenfalls auch mehr Geld zur Verfügung stellen, beispielsweise für die digitale Ausstattung von Bildungseinrichtungen und Förderkurse an Berufsschulen.

Ganz generell brauche Deutschland zudem einen Ausbau der Ganztagesbetreuung an Kitas und Schulen sowie eine qualitative Stärkung dieser Einrichtungen, zum Beispiel durch Teams von verschiedenen Pädagogen, die die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen verbessern. Zudem müsse man die Digitalisierung der Schulen vorantreiben, unter anderem auch durch eine bessere Qualifizierung der Lehrkräfte für digitale Technologien.

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