Opel Designstudio Wie Opel seine Zukunft formt

Von Edgar Schmidt 3 min Lesedauer

Ihre Vorstellungen von künftigen Autos zeigen die Hersteller gerne mit auffälligen Studien. Opel hat dafür vor 60 Jahren ein Designstudio gegründet. Gleich das erste Konzeptfahrzeug wurde sogar serienmäßig gebaut.

Den Opel Experimental GT haben die Opel-Entwickler 1965 innerhalb von nur drei Jahren zur Serienreife gebracht.(Bild:  Opel)
Den Opel Experimental GT haben die Opel-Entwickler 1965 innerhalb von nur drei Jahren zur Serienreife gebracht.
(Bild: Opel)

In den Sechzigerjahren beauftragten viele europäische Automobilhersteller noch externe Spezialisten, wenn sie ein neues Konzeptfahrzeug entwickeln wollten. Norditalien, speziell die Ebene um die piemontesische Hauptstadt Turin, galt damals als das Mekka des Automobildesigns. Designer wie Pietro Frua, Bertone und Pininfarina hatten dort ihre Karosseriefertigungen eingerichtet und entwarfen eine Vielzahl neuer Modelle und Konzepte im Auftrag ihrer Kunden. Opel ging als einer der ersten Hersteller einen anderen Weg: Die Rüsselsheimer gründeten 1964 ein eigenes Designstudio. Laut Unternehmensangaben war es seinerzeit sogar das größte Designstudio eines Herstellers auf dem europäischen Kontinent.

Streng geheim

Gut geschützt vor den Augen der Öffentlichkeit arbeiteten dort drei Abteilungen an Fahrzeugkonzepten: Interieurdesign, Karosseriedesign und Konzeptdesign. Während sich das Karosseriedesign um die Silhouette und die Proportionen der Autos kümmerte, um den jeweiligen Modellreihen ihren eigenen Charakter zu geben, bestimmte das Interieurdesign die Formen und Materialien des Innenraums.

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Die dritte Abteilung war laut Opel damals ein Novum im europäischen Automobilbau. Hier sollte ein Team aus Designern abseits vom Tagesgeschäft und der Weiterentwicklung bekannter Baureihen den Blick weit in die Zukunft richten. Während andere Hersteller in dieser Zeit in ihren Designabteilungen allenfalls die Linienführung einer neuen Karosserie entwickelten, dachte man in Rüsselsheim über Formensprache und Emotionen nach. Die Designer durften ihre Arbeiten vornehmlich völlig neuen Konzepten für Automobile widmeten.

Traumwagen in Rekordzeit entwickelt

Das erste Projekt dieser Abteilung stand schon ein Jahr nach dem Beginn der Arbeiten auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 1965 in Frankfurt am Main: der Opel Experimental GT – ein Auto, das damals niemand von Opel erwartet hätte. Als Serienfahrzeug war die Konzeptstudie während ihrer Entwicklung zunächst gar nicht geplant. Doch es kam anders: Die Begeisterung von Medien und Öffentlichkeit für den Wagen mit der charakteristischen „Coke Bottle Shape“ war für Opel nach eigenen Angaben so überwältigend, dass die Führungsetage schnell den Entschluss fasste, den Opel GT in Serie zu bringen. Innerhalb von nur drei Jahren entwickelten die Rüsselsheimer Ingenieure den GT-Prototyp in Rekordzeit zum Serienauto.

Auf den Experimental GT folgten dann in rascher Folge weitere Konzeptfahrzeuge (siehe Bildergalerie): 1969 der Opel CD, ein stromlinienförmiges Coupé mit einem V8-Motor, 1975 der GT2 mit Schiebetüren und 1980 der aerodynamisch optimierte Tech1. Dessen Luftwiderstandsbeiwert von CW 0,235 war Anfang der Achtzigerjahre sensationell niedrig. Auch danach folgten viele weitere Traumautos und einige Vernunftsmodelle.

Von der Studie zum Serienmodell

Schon 2013 sollte der Opel Monza Concept erste Hinweise auf die Formensprache des aktuellen Opel-Designs liefern. Und der GT X Experimental zeigte 2018 als erste Studie das künftige Opel-Markengesicht, den Vizor – der kurz darauf beim Opel Mokka seine Premiere in einem Serienmodell feierte. Heute prägt er das Frontdesign des kompletten Opel-Portfolios.

Der jüngste Wurf der Advanced Design genannten Abteilung ist der Opel Experimental. Die im vergangenen Jahr vorgestellte Studie soll wiederum den Blick auf die Zukunft der Marke ermöglichen. Die Proportionen, eine gute Aerodynamik, eine effiziente Raumausnutzung sowie moderne Lichttechnik und elektrochrome Materialien des batterie-elektrischen Experimental sollen eine ressourcenschonende automobile Zukunft von Opel symbolisieren. Wie ein davon abgeleitetes Serienmodell aussehen kann, zeigt Opel mit dem neuen Grandland Electric. Das Modell soll nicht nur viele der Design­elemente übernehmen, sondern auch mit einem ressourcenschonenden Materialeinsatz und technischen Elementen wie den Pixel-Matrix-HD-Scheinwerfern glänzen. Deren mehr als 50.000 Lichtpunkte ermöglichen laut Werksangaben eine hochauflösende Lichtverteilung. Auch einen beleuchteten Opel-Blitz an der Front und einen beleuchteten Schriftzug am Heck soll der Wagen bekommen. 

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