Der Mangel an bezahlbaren Neuwagen ist immer wieder ein Thema, wenn es um den Fahrzeugmarkt in Deutschland geht. Ein Hersteller, der von Anfang an auf diese Sparte gesetzt hat, ist Dacia. Diese Strategie beschert der zur Renault-Gruppe gehörenden Marke derzeit gute Erfolge. Modelle wie der neue Duster sollen das absichern.
Dank einer jungen Modellpallette und einem guten Preis-Leistungsverhältnis schwimmt Dacia derzeit auf einer Erfolgswelle.
(Bild: Dacia)
Neuwagen, die sich viele Leute leisten können, sind rar geworden auf dem deutschen Automarkt. Eine Marke, die derzeit genau damit Erfolge feiert, ist Dacia. In den letzten Jahren haben sich immer mehr Kunden für eines der vier Modelle entschieden, die die Rumänen in ihrem Angebot haben. Eine wichtige Säule des Erfolgs ist dabei der Privatmarkt, auf dem Dacia nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr hinter VW, Mercedes und Skoda mit einem Marktanteil von 5,6 Prozent die Nummer vier in Deutschland war – trotz des deutlich kleineren Modellangebotes. In diesem Jahr soll der Marktanteil hier auf 6 Prozent ansteigen. Nach Angaben von Thilo Schmidt, Managing Director von Dacia in Deutschland, gingen bisher rund 31 Prozent der bis Ende April 2024 verkauften Wagen (laut KBA: 24.263) in den Privatmarkt.
Legt man die KBA-Statistik zugrunde, konnte Dacia in den ersten vier Monaten dieses Jahres gut 16 Prozent mehr Autos in Deutschland verkaufen als im Vergleichszeitraum 2023. Der Marktanteil stieg folglich von 2,4 auf 2,6 Prozent. Schmidt rechnet damit, dass Dacia Deutschland mit den steigenden Verkaufszahlen in diesem Jahr die Eine-Millionen-Grenze knacken könnte – eine Millionen insgesamt verkaufte Autos seit dem Marktstart im Jahr 2005.
Laut Schmidt hat sich damit die Strategie, das beste Preis-Leistungsverhältnis in den bedienten Segmenten anzubieten, gut ausgezahlt. Durch eine konsequente Preisstrategie ohne Rabattschlachten könnten sich die Kunden zudem auf stabile Restwerte verlassen. Diese Restwertstabilität will Dacia künftig nutzen, um auch bei den Gewerbekunden stärker punkten zu können. Schließlich soll das Wachstum weitergehen. Schmidt traut der Marke zu, bis 2025 in Deutschland 100.000 Autos zu verkaufen (2023 waren es laut KBA noch 68.585). Künftig will die Marke zum Beispiel stärker als bisher mit Online-Plattformen wie Carwow kooperieren, um diesen Vertriebskanal noch besser zu nutzen.
7 Jahre Treuegarantie
Damit künftig weitere Privatkunden der Marke Dacia vertrauen, soll es zudem bis zum 7. Jahr eine neue Treuegarantie geben. Bei dieser verlängert sich die Garantiezeit jeweils um ein Jahr, wenn die Kunden ihr Auto zur Wartung in eine Vertragswerkstatt bringen. Damit will Schmidt auch verhindern, dass Dacia im TÜV-Report immer wieder auf den hinteren Plätzen landet. Nach seiner Aussage führen dazu nämlich Mängel, die sich mit einer regelmäßigen Wartung leicht beheben ließen. Dass die Modelle von Dacia sehr zuverlässig seien, beweise, dass 82 Prozent aller in Deutschland verkauften Fahrzeuge noch zugelassen seien. Nicht zuletzt deshalb habe die Marke eine hohe Loyalitätsrate von 75 bis 80 Prozent.
Alle Modelle mit Gasantrieb
Natürlich sollen auch moderne Modelle und günstige Unterhaltskosten dafür sorgen, dass die Kunden Dacia attraktiv finden. Im Juni kommt beispielsweise die dritte Generation des beliebten Kompakt-SUV „Duster“ auf den deutschen Markt und im September das überarbeitete E-Mobil „Spring“. Die aktuellen Versionen vom Sandero stammen von 2021 und die vom Jogger aus dem Jahr 2022.
Auch Fans des Gasantriebs werden inzwischen bei Neuwagen fast nur noch bei Dacia fündig. Es ist sogar die einzige Marke, bei der jedes Modell auch mit einem Autogasantrieb zu bekommen ist – teilweise treibt er sogar das Einstiegsmodell an. Nicht zuletzt deshalb stammen derzeit rund 20 Prozent der Gasfahrzeuge im deutschen Pkw-Bestand von der Marke Dacia. Am 1. Januar 2024 hatte sie laut KBA mit 73.649 Gasfahrzeugen zudem die größte Pkw-Flotte im Bestand. Thilo Schmidt bekräftigt, dass die Marke auch künftig auf diese Technik setzen werde.
Hybridgetriebe ohne Kupplungen
Auch die Elektrifizierung spielt bei Dacia inzwischen eine große Rolle. Und wie bei anderen Herstellern treibt sie die Preise in die Höhe. Doch trotz des deutlichen Aufpreises ist das Dacia-Angebot immer noch eines mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis. So liegt der neue Duster mit Vollhybridantrieb und Topausstattung in etwa auf dem Niveau eines VW Golf in der Einstiegsversion.
Hierbei profitieren die Rumänen davon, dass sie sich aus dem Renault-Konzernregal bedienen können. Das führt zu einer ausgereift wirkenden Technik und zu Vorteilen bei den Einkaufspreisen. Der Duster ist dabei komfortabler, attraktiver und geländegängiger geworden als sein Vorgänger. Gut gelungen wirkt zum Beispiel der von Renault stammende Hybridantrieb. Den bietet Dacia bereits im Jogger an und hat ihn für den Duster laut Unternehmensangaben weiterentwickelt. Bei dem Hybrid 140 genannten Antrieb wird ein 1,6-Liter Saugmotor von zwei Elektromaschinen unterstützt. Eine Maschine fungiert als Starter-Generator und bringt den Verbrenner auf Drehzahlen, bevor dieser in den Antrieb eingekoppelt wird. Die andere Maschine wirkt auf die Antriebswellen und übernimmt direkt Antriebsaufgaben. Verbunden ist alles über ein sogenanntes Multimode-Getriebe, das dadurch ohne Kupplung auskommt.
Stand: 08.12.2025
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Die Konfiguration arbeitet je nach Leistungsanforderung im seriellen und im parallelen Hybridmodus ohne störende Antriebsgeräusche und vor allem ohne das unangenehme Aufheulen des Motors beim Beschleunigen, das man von Hybridantrieben anderer Hersteller kennt. Der Verbrauch bewegte sich auf ersten Testfahrten bei rund fünf Litern pro 100 Kilometer, war auf den schmalen Straßen des Spessarts aber nicht unbedingt repräsentativ. Im Stadtverkehr könnte er durchaus unter die Fünf-Liter-Marke sinken, und auf der Autobahn wird er sicherlich ansteigen.
Leichte Klasse
Als weiteren Antrieb bietet Dacia einen 48-Volt-Mildhybrid an. In diesem sorgt ein 1,2-Liter Turbobenziner für Vortrieb, der seine Kraft über ein gut abgestuftes Sechsgang-Handschaltgetriebe an die Vorderräder abgibt. Wer den durchaus geländetauglichen Duster mit Allradantrieb haben möchte, muss zu dieser Version greifen und dann auf ein Automatikgetriebe verzichten. Die Motorleistung von 96 kW/130 PS reicht für den Wagen vollkommen aus. Durch die selbstbestimmten Schaltpunkte wirkt er sogar im ersten Moment etwas agiler als die Hybridversion mit einer Systemleistung von 104 kW/140 PS. Hier profitieren alle Duster-Versionen von ihrem relativ geringen Leergewicht. Die schwerste Variante ist der Allrad-Duster mit 1.455 kg. Aber das ganze Fahrzeugkonzept ist sowieso nicht auf eine hohe Dynamik ausgelegt, sondern eher auf sparsames und entspanntes Fahren. Vielleicht ist das ein weiterer Grund für den Erfolg der Marke.