Der als Ente bekannt gewordene Citroën 2CV hat gerade seinen 75. Geburtstag gefeiert. 40 Jahre davon wurde der Wagen produziert. Doch auch heute hat er noch viele Fans.
Der 2CV von Citroën wurde schnell zu einem der beliebtesten Modelle des Herstellers, weil er billig, praktisch und sparsam war.
(Bild: Stellantis)
Kaum ein Auto ist so bekannt und beliebt wie die legendäre Ente von Citroën – und das, obwohl der Wagen weder Sport- noch Luxuswagen war. Im Gegenteil: Die Franzosen brachten das Modell vor gut 75 Jahren als einfaches „Nutztier“ auf die Straße. Es sollte das französische Volksfahrzeug werden – billig und mit hohem Nutzwert.
Deshalb sollen die Konstrukteure beispielsweise damals als Vorgabe bekommen haben: „Entwerfen Sie ein Auto, das Platz für zwei Bauern in Stiefeln und einen Zentner Kartoffeln oder ein Fass Wein bietet, mindestens 60 km/h schnell ist und nur drei Liter auf 100 km verbraucht.“
Außerdem sollte man mit dem Wagen einen Korb Eier über holprige Wege transportieren können, ohne dass eines dabei zerbricht.
Diese Anforderung hat letztlich zum Spitznamen des Wagens geführt: Denn die weiche Federung erinnerte wohl den ein oder anderen an den watschelnden Gang einer Ente. Es gibt aber auch Quellen, die behaupten, dass Journalisten bei der Präsentation des Autos von einem hässlichen Entlein gesprochen hätten, was letztlich zu dem Kosenamen geführt haben soll.
Citroën stellte den 2CV, wie die Ente offiziell hieß, im Oktober 1948 auf dem Pariser Autosalon erstmals der Öffentlichkeit vor. Der Typencode 2CV steht für „deux chevaux“ – zwei Pferde – und war ein Hinweis auf die zu entrichtende Fahrzeugsteuer, nicht, wie man vermuten könnte, auf die Leistung.
Klein und leicht
Erste Entwicklungen zu einem solchen Volksfahrzeug brachten die Franzosen jedoch bereits 1936 mit dem Projekt „TPV“ („Toute Petite Voiture“ – „sehr kleines Auto“) auf den Weg. Ziel war es, ein sparsames und vielseitiges Auto für jeden zu entwickeln. Daraus entstand 1937 der erste straßentaugliche Prototyp. Er hatte ein Gewicht von lediglich 370 kg und nur einen Scheinwerfer, da die damalige Gesetzgebung keine zwei Scheinwerfer erforderte. Das Fahrzeug konnte zudem bis zu vier Personen und 50 kg Gepäck bei einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h befördern und bot gleichzeitig einen akzeptablen Fahrtkomfort. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verzögerte dann jedoch die weiteren Entwicklungen, sodass das Serienmodell erst 1949 auf den Markt kam.
Der damals neu für die Ente entwickelte, luftgekühlte Zweizylinder-Boxermotor hatte einen Hubraum von 375 cm3, leistete 6,6 kW (9 PS) und war serienmäßig mit einem Vierganggetriebe ausgerüstet. Der Antriebsstrang wies zwei Besonderheiten auf. Denn obwohl die Ente einen elektrischen Anlasser hatte, konnte sie bei Bedarf auch mit der Kurbel des Wagenhebers angeworfen werden. Und das Getriebe hatte zwar eine H-förmige Schaltkulisse, der erste Gang befand sich jedoch nicht wie sonst üblich links vorne, sondern links hinten. Weitere unverkennbare Details waren das serienmäßige Rolldach, Klappfenster und leicht herausnehmbare Sitze. Ab 1957 bekam sie auch eine Heizung/Lüftung für den Innenraum.
Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, ein günstiger Preis und die einzigartige Form der „Ente“ überzeugten schnell viele Autofahrer. Darüber hinaus war der 2CV sparsam im Benzinverbrauch, was ihn zusätzlich beliebt machte. Bis 1950 häuften sich die Bestellungen, sodass damals Lieferzeiten von bis zu sechs Jahren entstanden.
Die Allrad-Ente
Im Lauf der 40 Jahre, in denen Citroën die Ente produzierte, gab es einige Sondermodelle. Eines der aufwendigsten war 1960 eine Ente mit Allradantrieb, der „2CV 4x4 Sahara“. Weil der Motor zu schwach war, auch noch die Hinterachse über eine Kardanwelle anzutreiben, hatte dieses Modell eine zweite Motor-Getriebe-Einheit. Diese war umgekehrt im Heck eingebaut. Beide Motoren hatten anfangs eine Leistung von je 12 PS und ab 1964 je 16 PS. Für beide Motoren gab es zudem jeweils ein Zündschloss, einen Starterknopf und einen Choke für den Kaltstart. Beide Getriebe konnte man allerdings über einen einzigen, in der Mitte angeordneten Schalthebel bedienen. Um die Motoren mit Kraftstoff zu versorgen, war unter jedem Vordersitz ein 15-Liter-Tank eingebaut, den man durch Löcher in den Türen betanken konnte.
Die Bond-Ente
Im Jahr 1981 nutzte sogar James Bond die Ente im Film „For your eyes only“ bei einer der originellsten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte. Und Citroën brachte eine Sonderserie von der Bond-Ente auf den Markt – inklusive aufgeklebter Einschusslöcher und 007-Schriftzug. Allerdings hatte dieses Sondermodell nur die gelbe Farbe der Film-Ente und nicht deren Fahrgestell aus dem Ami-Super und den 54-PS-Motor aus dem Citroën GS. Dieses Technik-Update hatte das Filmteam der Ente verpasst, um spektakuläre Filmszenen drehen zu können. Die Aufkleber gab es ein Zeit lang bei den Händlern als Accessoire zu kaufen.
Stand: 08.12.2025
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Der letzte 2CV verließ am 27. Juli 1990 die Produktionshallen. Insgesamt baute Citroën 5○114○966 Stück von dem Wagen. Die Ente ist damit das meistgebaute Citroën-Modell.