Candidate Experience Schlechte Recruiting-Prozesse

Von Johannes Büttner 2 min Lesedauer

Der Fachkräftemangel macht Unternehmen zu schaffen. Ein aktuelles Whitepaper der Manpower Group zeigt nun: Teilweise verschärfen die Betriebe dieses Problem durch unzureichende Prozesse im Recruiting noch.

Der Personaldienstleister Manpower erstellt regelmäßig Studien zum Arbeitsmarkt.(Bild:  Manpower Group)
Der Personaldienstleister Manpower erstellt regelmäßig Studien zum Arbeitsmarkt.
(Bild: Manpower Group)

Der Fachkräftemangel bleibt eine der größten Herausforderungen für Unternehmen in Deutschland und international. Das aktuelle Whitepaper „Die Candidate Experience wieder menschlicher gestalten“ der Manpower Group zeigt jedoch: Viele Unternehmen verschärfen diese Situation durch unzureichende Recruiting-Prozesse selbst. Bewerbende erleben den Einstellungsprozess häufig als intransparent, langwierig und unpersönlich – mit direkten Folgen für Talentgewinnung, Arbeitgebermarke und langfristige Bindung.

Laut Manpower haben 74 Prozent der Arbeitgeber weltweit Schwierigkeiten, die benötigten Fachkräfte zu finden. In Europa zeigt sich dabei ein zusätzliches strukturelles Problem: Nur 14 Prozent der Unternehmen bewerten ihren Recruiting-Prozess als exzellent – deutlich weniger als im weltweiten Durchschnitt.

Diese Diskrepanz wirkt sich unmittelbar auf den Erfolg der Talentgewinnung aus. Fast jede dritte Bewerbung wird während des Recruiting-Prozesses vom Bewerber selbst abgebrochen. Viele Unternehmen nehmen eine solche Quote inzwischen als gegeben hin.

Während Unternehmen um Talente konkurrieren, wächst auf Kandidatenseite die Unzufriedenheit. 46 Prozent der Arbeitgeber weltweit nennen die Gewinnung qualifizierter Bewerbender als größte Herausforderung im Recruiting. Die Qualität der Candidate Experience wird daher zunehmend zum Differenzierungsmerkmal: 26 Prozent sehen explizit die Verbesserung der Kandidatenerfahrung als zentrale Stellschraube. Denn ein positives Bewerbungserlebnis wirkt sich sowohl auf den jeweiligen Kandidaten als auch auf die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber und die Markenbindung aus.

Was Unternehmen tun können

Das Whitepaper der ManpowerGroup macht deutlich: Candidate Experience ist kein „Nice‑to‑have“, sondern ein strategischer Hebel im Wettbewerb um Talente. Folgende Best Practices haben sich dabei bewährt:

  • Arbeitgeberversprechen und reale Recruiting-Erfahrung müssen konsequent übereinstimmen.
  • KI-gestützte Recruiting-Technologien müssen unter durchgängiger menschlicher Aufsicht eingesetzt werden und dürfen keine autonomen Einstellungsentscheidungen treffen.
  • Persönliche Ansprache und Interaktion bleibt auch bei automatisierten Prozessen ein zentraler Erfolgsfaktor.
  • Bewerberinnen und Bewerber möchten in jedem Fall im Verlauf des Prozesses mit realen Menschen in Kontakt treten. Absprungraten von rund 30 Prozent im Recruiting‑Prozess sollten analysiert und aktiv reduziert werden.
  • Candidate Experience muss nahtlos in Onboarding und Employee Experience übergehen.

Interessenten können die vollständigen Studienergebnisse auf der Seite der Manpower Group herunterladen.

(ID:50822432)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung