Berufsbildungsbericht Chancen und Probleme der dualen Ausbildung

Von Johannes Büttner 2 min Lesedauer

Obwohl bei einem sinkenden Angebot die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen steigt, bleiben immer noch zahlreiche Stellen unbesetzt. Bundesbildungsministerin Karin Prien erklärte bei der Präsentation des Berufsbildungsberichts, wie die Regierung dieses Problem angehen will.

Bundesbildungsministerin Karin Prien(Bild:  Dominik Butzmann/BMFSFJ/photothek.de)
Bundesbildungsministerin Karin Prien
(Bild: Dominik Butzmann/BMFSFJ/photothek.de)

Der Berufsbildungsbericht 2026 zeigt ein differenziertes Bild des Ausbildungsmarktes: Während sich die allgemeine wirtschaftliche Lage negativ bemerkbar macht, gibt es zugleich ermutigende Entwicklungen. Auf beide Entwicklungen wies Bundesbildungsministerin Karin Prien hin, als sie den Bericht im Mai dem Kabinett vorstellte.

Unbestreitbar seien die Vorteile des dualen Bildungssystems, so Prien: „Der Berufsbildungsbericht zeigt, dass eine erfolgreich absolvierte duale Ausbildung klare Vorteile bietet.“ Gleichzeitig würden jedoch auch die Herausforderungen für den Ausbildungsmarkt wachsen: Obwohl das Angebot zurückgeht und das Interesse steigt, bleiben dennoch viele Stellen unbesetzt.

Grund dafür sei, dass es an der Passung fehle. Regionale Unterschiede und eine ungleiche Verteilung bei den Ausbildungsberufen verstärkten diese Entwicklung zusätzlich. Während in beliebten Ausbildungsberufen viele Bewerberinnen und Bewerber unversorgt blieben, gebe es in anderen weiterhin offene Stellen.

Ausbildung attraktiver machen

Auch die Qualifikationen der Interessierten passten nicht immer zu den Anforderungen der Betriebe. „Genau hier setzen wir mit gezielten Maßnahmen zur Stärkung von Basiskompetenzen und Berufsorientierung an“, betonte Prien. „Zugleich machen wir die berufliche Bildung attraktiver – mit modernen Ausbildungsordnungen, besseren Karriereperspektiven und mehr Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung. Unser Ziel ist klar: Die berufliche Bildung muss als gleichwertige und attraktive Alternative zum Studium wahrgenommen werden.“

Aus den Zahlen des Berichts geht hervor, dass sich wieder mehr junge Menschen für eine berufliche Ausbildung interessieren. Gleichzeitig beginnen jedoch weniger von ihnen tatsächlich eine Ausbildung. Im Ausbildungsjahr 2024/25 wurden 476.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – rund 10.000 weniger als im Vorjahr.

Qualifizierungsoffensive

Mit der 2026 gestarteten Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung (QBB) will das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend diesen Trend umkehren. Die Bestandteile der Offensive reichen von einer verbesserten Berufsorientierung für unterschiedliche Schulformen über attraktivere Arbeits- und Lernbedingungen bis hin zu gleichwertigen Karrierewegen und der Weiterentwicklung von berufsabschlussorientierten Teilqualifikationen. Ziel ist es darüber hinaus auch, die gesellschaftliche Wertschätzung und Wahrnehmung der beruflichen Bildung weiter zu stärken.

Ein zentrales Anliegen des Ministeriums bleibt, allen Interessierten den Zugang zu einer Ausbildung zu ermöglichen. Dabei richtet sich der Blick auch auf Personen, die eine Ausbildung oder ein Studium abgebrochen haben, sich weiterqualifizieren möchten oder bereits berufliche Erfahrungen mitbringen. Gerade im Kontext des Strukturwandels komme es auf jede einzelne Arbeitskraft an, erklärte die Ministerin.

Ausbildungsstatistik

Im Berichtsjahr 2025 ist das Ausbildungsstellenangebot auf 530.300 gesunken (–25.300 bzw. –4,6 Prozent). Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im dualen System lag bei 476.700 (–2,1 Prozent). Zum Ende des Berichtszeitraums waren 84.400 Bewerberinnen und Bewerber noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Gleichzeitig gab es 54.400 unbesetzte Ausbildungsstellen.

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