Ingo Meyer, ehemaliger Geschäftsführer für Berufsbildung beim ZDK ist Anfang Mai im Alter von 84 Jahren gestorben. Er hat in seiner Amtszeit maßgeblich die Ausbildungsberufsbilder Kfz-Mechatroniker und Automobilkaufmann geprägt sowie die Ausbildungsjournale autoFACHMANN und autoKAUFMANN mitentwickelt.
Ingo Meyer arbeitete 35 Jahre unermüdlich daran, die Aus- und Weiterbidung im kfz-Gewerbe attraktiv zu machen.
(Bild: Büttner - VCG)
Ingo Meyer hat in seinen rund 35 Jahren beim Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes die Aus- und Weiterbildung in den technischen und kaufmännischen Autoberufen maßgeblich geprägt. Dank seiner unermüdlichen Arbeit ist beispielsweise der Kfz-Mechatroniker auch heute noch immer der beliebteste Ausbildungsberuf bei jungen Männern.
Den gelernten Kfz-Mechaniker und Diplom-Ingenieur hat Fritz Haberl, ehemaliger Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, im Jahr 1972 zum Verband geholt. Er war damals Trainee im VW-Werk in Wolfsburg. Als Ingo Meyer dann zum ZVK kam, der zu der Zeit noch unter dem Namen „Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks und Fachverband des Kraftfahrzeughandwerks im Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes“ fungierte, hob der Verband gerade gemeinsam mit dem Vogel Verlag den autoFACHMANN aus der Taufe. Damit war das Ausbildungsjournal vom ersten Tag an ein wichtiges Ziehkind im Berufsleben von Ingo Meyer. Später kam noch der autoKAUFMANN dazu. Der Beruf Automobilkaufmann lag Meyer ebenfalls sehr am Herzen.
Auch die Nachwuchswerbung betrieb Meyer von Anfang an mit sehr viel Engagement. Eine seiner ersten Aufgaben war etwa, eine „Sonderschau Kfz-Berufe“ für die Automechanika zu konzipieren und durchzuführen. Er machte daraus eine „lebendige Werkstatt“, um das berufliche Umfeld im Kraftfahrzeuggewerbe transparent zu machen und damit um Verständnis für die Branche zu werben. Fritz Haberl lobte ihn später für dieses Engagement: „Es war einer der herausragenden Verdienste von Ingo Meyer, die Kfz-Berufe an moderne Notwendigkeiten anzupassen und von ihrem ‚Eisen-zu-Staub-Image’ wegzubringen.“
Strategisch, vertrauensvoll, unkompliziert
Weggefährten beschrieben Meyers zentralen Eigenschaften bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Jahr 2007 folgendermaßen: „Strategisch und perspektivisch denkend, in der Sache klar, deutlich und manchmal hart“, sagte der damalige Bundesinnungsmeister Walter Stoy. Rolf Binnenbrücker, damaliger Geschäftsführer des Verbandes, bezeichnet ihn als „vor allem vertrauensvoll, unkompliziert und effektiv.“ Die Redaktion autoFACHMANN/autoKAUFMANN hat ihn stets als zwar fordernden, aber auch sehr konstruktiven Partner erlebt.
Meyer hatte stets die Grundlagenarbeit für die Berufsbilder im Kraftfahrzeuggewerbe im Fokus: zunächst für Kfz-Mechaniker und Kfz-Elektriker, die er später in das Berufsbild Kfz-Mechatroniker überführte. Aber auch die kaufmännischen Ausbildungsberufe vernachlässigte er nicht. Hier ist die Entwicklung des Automobilkaufmanns einer seiner herausragenden Erfolge.
Junge Talente fördern
Ein besonderes Anliegen waren ihm immer auch die beruflichen Leistungswettbewerbe auf nationaler und internationaler Ebene. Die Förderung junger Talente im Rahmen industrieller Netzwerke brachte zwei Berufsweltmeister für das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe hervor: Rudolf Angerer 1983 in Linz und Jan Feustel 1995 in Lyon. Dazu kam eine Vielzahl guter und sehr guter Platzierungen, die auch dafür sorgten, dass das Kfz-Gewerbe jungen Leuten jeglicher Herkunft attraktiv erschien.
Karriere mit Lehre
Unter der Überschrift „Karriere mit Lehre“ entwickelte Meyer maßgeblich diverse Weiterbildungsstufen. Zu den wichtigsten gehörten der „Kraftfahrzeug-Servicetechniker“, der „Geprüfte Automobilserviceberater“ und der „Geprüfte Automobilverkäufer“. Aber auch die Bundesfachschulen für das Kraftfahrzeuggewerbe in Calw und Northeim, in denen sich die Nachwuchskräfte des Gewerbes zum „Betriebswirt des Kraftfahrzeuggewerbes“ ausbilden lassen und an die sie eine universitäre Weiterbildung an der Northwood University in den Vereinigten Staaten anschließen können, gehören zu den Meyer‘schen Ziehkindern. Mit der Weiterbildung zum geprüften Kfz-Servicetechniker wollte Ingo Meyer den Mitarbeitenden in der Werkstatt eine zusätzliche Karrierestufe ermöglichen, um die technischen Berufe attraktiver für Schulabsolventen zu machen. Die Berufsbezeichnung ist ihm nach eigenen Angaben nachts an seinem Schreibtisch eingefallen.
„Mit dem Tod von Ingo Meyer verliert das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe eine herausragende Persönlichkeit, die die Berufsbildung der Branche über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt hat", teilte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn betroffen mit. Der ZDK verneige sich vor einem „Gestalter, der mit großem Sachverstand, strategischem Weitblick und tiefer Verbundenheit zur Praxis die Entwicklung der Kfz-Berufe entscheidend vorangebracht hat.
Stand: 08.12.2025
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