Studie „Handwerkskompass“ Mit Geld und Karrierchancen punkten

Von Johannes Büttner 3 min Lesedauer

Was kann das Handwerk tun, um von der jungen Generation wieder als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden? Der erstmals erschienene „Isotec-Handwerkskompass" zeigt mögliche Stellschrauben auf. Eine ist die Bezahlung der Mitarbeiter.

Der Handwerkskompass beschäftigt sich mit der Frage, wie das Handwekr für junge Menschen attraktiver werden kann.(Bild:  Isotec)
Der Handwerkskompass beschäftigt sich mit der Frage, wie das Handwekr für junge Menschen attraktiver werden kann.
(Bild: Isotec)

Wenn es um die Attraktivität als Arbeitgeber geht, haben alle Betriebe und Branchen ihre Stärken und Defizite. Das gilt natürlich auch für das Handwerk als Ganzes. Der Ende 2023 erstmals vorgestellte Isotec-Handwerkskompass zeigt, was aus Sicht der Betroffenen für und was gegen Ausbildung und Anstellung im deutschen Handwerk spricht.

Außerdem benennt der Kompass einige Punkte, an denen ansetzen sollte, wer die Handwerksberufe attraktiver machen möchte. An erster Stelle nennen die Forschenden des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW consult) hier die Felder Gehalt und Karriere. Eine Studie des IW liegt dem Handwerkskompass zugrunde.

Ziel der Studie war zunächst eine Bestandsaufnahme, erklärt der Gründer und Geschäftsführer der Isotec-Gruppe Horst Becker: „Wir wollen klären, wo die Problemfelder liegen, warum das Handwerk an Attraktivität insbesondere für viele junge Menschen verloren hat und an welchen Stellschrauben wir letztendlich drehen müssen, um diese Attraktivität wieder zu erhöhen."

Dr. Hilmar Klink, Senior Manager für Innovation und Future beim Institut der deutschen Wirtschaft IW consult in Köln und einer der Autoren der Studie, weist in diesem Zusammenhang auf eine eklatante Lücke hin: Fast 30 Prozent der Jugendlichen gaben in der Studie an, sie könnten sich eine Karriere im Handwerk vorstellen, weitere 9 Prozent zeigen sich unentschlossen. Aber nur knapp zehn Prozent sind tatsächlich im Handwerk tätig oder dort in Ausbildung.

Gehalt als „Hygienefaktor“

Als Barriere und Attraktivitätslücke stellten sich insbesondere die Punkte Gehalt und Karriere heraus. Und das gilt für alle Karrierestufen von den Auszubildenden über die Gesellen und Meister bis hin zu den im Handwerk Selbständigen. „Das Gehalt ist den Befragten wichtig und letztendlich ein Hygienefaktor für sämtliche Berufe“, sagt Klink.

Kristina Kürten, HR-Leiterin der auf die Beseitigung von Feuchte- und Schimmelschäden spezialisierten Isotec-Gruppe mit rund 1.000 Beschäftigten bestätigt: „Das Gehalt muss einfach stimmen.“ Wenn der Lohn passe, könne er noch durch ein tolles Arbeitsklima, einen wertschätzenden Arbeitgeber, spannende Teamevents oder ähnliches ergänzt werden.

Prinzipiell seien viele Ausbildungsberufe im Handwerk ganz gut bezahlt, findet Kürten. Jedoch falle der Sprung nach der Ausbildung ins Angestelltenverhältnis nicht so hoch aus wie beispielsweise in kaufmännischen Berufen. „Damit Lehrlinge nach der Ausbildungszeit bei uns bleiben, haben wir beispielsweise Lohnempfehlungen und Gehaltsbänder entwickelt, die einen Startlohn und die Entwicklung nach Betriebszugehörigkeit und Leistungsentwicklung darstellen", berichtet sie.

Defizite bei Karrierechancen

Erhebliche Defizite stellt die Studie bei den Karrieremöglichkeiten im Handwerk fest. Besonders schwach ausgeprägt seien betriebliche Angebote zur Talentförderung, bilanziert Kling. „Hier ist die Praxis noch längst nicht da, wo sie eigentlich sein müsste." Dabei gäbe es auch im Handwerk viele Möglichkeiten, Karriere zu machen.

Das sieht Kristina Kürten ebenso. In ihrem Unternehmen gibt es deshalb eine interne Akademie, um jedem Beschäftigten Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung zu bieten.Sie sieht es als zentrale Aufgabe der Arbeitgeber an, die Weiterentwicklung eines jeden aktiv zu fördern. „Und wenn wir dies noch nach außen kommunizieren, dann verschwindet hoffentlich das Bild von den im Handwerk fehlen Karrieremöglichkeiten.“

Die vollständige Studie können Sie unter www.isotec-handwerkskompass.de kostenlos zum Download anfordern.

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